Smart Home bezahlbar einrichten, Teil 1: Heizung und Strom

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Das Smart Home der Zukunft
Das Smart Home der Zukunft(© 2016 CC: Unsplash/Inspiration de)

Das smarte Zuhause, in dem der Kühlschrank mit dem Garagentor oder der Fernseher mit der Mikrowelle spricht, ist derzeit noch mehr Zukunftsvision als Realität. Auch wenn eine Vernetzung irgendwie funktioniert, sind die Kosten für ein komplettes Smart-Home-Upgrade oft kaum überschaubar. Einzelne Bereiche, beispielsweise die Heizung, lassen sich hingegen mit relativ geringen Kosten und wenig Aufwand „smart“ machen. Ein Überblick.

Ein Blick auf mögliche Verknüpfungsszenarien bisher isoliert funktionierender Heimelektronik liefert die kostenlose iOS- und Android-App IFTTT. Die Anwendung listet verschiedene Auslöser und Aktionen, die sich miteinander kombinieren lassen. Ein Beispiel für eine solche Verkettung: „Wenn die Netatmo Wetterstation Regen registriert, dann lasse meine Hue-Lampen blau blinken.“ Während das Beispiel mehr nach Spielerei klingt, sind Szenarien, wie die Steuerung von Licht und Wärme in den eigenen vier Wänden, mit dem Smartphone durchaus sinnvoll. App-gesteuerte Heizungsventile und Steckdosen ermöglichen nicht nur das bequeme Einstellen des Wohlfühl-Klimas von der Couch oder von unterwegs, sondern vor allem einen effizienten Umgang mit Wärme und Strom.

Philips Hue Lampen(© 2016 Philips)

Einzellösung vs. Zentrale

Ein Problem der Smart-Home-Lösungen sind die verschiedenen Anbindungsmöglichkeiten. Während die einen auf Bluetooth setzen und so eine direkte Steuerung vom Smartphone oder Tablet erlauben, brauchen andere Geräte eine zentrale Steuereinheit. Diese funktionieren wiederum mit verschiedenen Technologien und Frequenzen, was die schnelle Verknüpfung erschwert. Größter Vorteil der Bluetooth-Geräte, beispielsweise Elgatos Schalt- und Messsteckdose Eve Energy oder eQ-3s Bluetooth Smart Heizkörperthermostat, sind die geringen Anschaffungskosten und die relativ hohe Flexibilität. Solange man sich zu Hause aufhält, unterscheidet sich weder die Steuerung noch die Energieersparnis von Systemen mit zentraler Steuereinheit, da auch hier automatische Programme möglich sind.

Spätestens wenn unterwegs überprüft werden soll, ob die Kaffeemaschine ausgeschaltet ist, ob alle Heizungen heruntergedreht sind, oder wenn die Heizung schon vor dem Ankommen die Wohnung aufwärmen soll, ist eine Zentrale als Schnittstelle Voraussetzung. Erhältlich sind diese von Herstellern wie RWE, Devolo, eQ-3, Honeywell oder Eurotronic. Letztere sind vor allem für Eigentümer einer Fritz!Box 7490 oder 7390 interessant, da die Heizungsventile über den DECT-Standard mit der Zentrale kommunizieren und so direkt von AVMs Router ab FRITZ!OS 6.35 steuerbar sind. Über die kostenlose MyFRITZ!App für Android oder iOS ist so auch die Steuerung von unterwegs möglich. Wer eine der genannten Fritz!Boxen besitzt, hat somit auch schon eine komplett programmierbare Smart-Home-Zentrale im Haus.

Messsteckdose von Elgato Eve(© 2016 Elgato)

Einrichtung für Laien

Spannend an aktuellen Smart-Home-Systemen ist, dass diese sich inzwischen auch ohne Vorkenntnisse konfigurieren lassen. Ein schönes Beispiel ist das Homematic IP System von eQ-3. Im Vergleich zur klassischen HomeMatic-Serie kommunizieren die neuen IP-Produkte verschlüsselt über das IPv6-Protokoll. Die Anbindung an die Cloud, die für die Steuerung von unterwegs Voraussetzung ist, ist bereits integriert und funktioniert anonym. Um das System einzurichten, genügt es, die Zentrale mit einem Netzwerkkabel am Router zu verbinden und nach Anleitung die einzige Taste am Gerät zu drücken. Um Heizungsventile, Fensterkontakte, Steckdosen oder Thermostate einzubinden, liefert der eQ-3 ebenfalls eine App-basierte Schritt-für-Schritt-Anleitung. Einzige Aufgabe für den Smartphone- oder Tablet-Anwender ist wahlweise die Eingabe einer kurzen Ziffernfolge oder der Scan eines QR-Codes, der jedem HomeMatic-IP-Gerät beiliegt, sowie das Festlegen von Namen („Fenster links“) und Raum („Wohnzimmer“). In der App erscheinen die einzelnen Geräte im Anschluss als Typ mit Namen, Raum und aktueller Einstellung, beispielsweise „18 ºC Heizkörperthermostat Wohnzimmer Fenster links“.

Homematic IP App(© 2016 CURVED)

Lösung für Sparfüchse

Wer auf den Komfort einer zentralen Steuerung nicht verzichten will, kann Wärme und Licht auch mit einer selbstgebauten Smart-Home-Zentrale steuern. Die Basis bildet der Mini-Computer Raspberry Pi, die Brücke mit Smart-Home-Geräten übernehmen Zusatzmodule. Für HomeMatic-Produkte gibt es ebenso ein Zusatzmodul wie für ZigBee- oder Z-Wave-Geräte. Die Installation und Konfiguration setzt zwar einiges an Bastelarbeit voraus, dafür belohnt eine fertige Raspberry-Pi-Zentrale ihren Benutzer mit einem komplett frei konfigurierbaren System, das auch Brücken zu Schnittstellen wie Apples HomeKit zu schlagen vermag. Vor allem aber können Bastler mit der Smart-Home-Zentrale im Eigenbau leicht mehrere hundert Euro sparen.

Raspberry Pi2 Model B Mini-Computer(© 2016 Raspberry Pi)

Tipp: Heizungssteuerung bei Heizkesselsystemen

Für Hausbesitzer mit eigenem Heizkessel-System oder Mieter mit Gasetagenheizung gibt es noch eine weitere Möglichkeit zur smarten Steuerung. Hersteller wie Nest, Netatmo oder Tado verknüpfen sich direkt mit dem Heizkessel oder ersetzen bestehende, klassische Thermostate. Zu den smarten Funktionen, wie diese beispielsweise der deutsche Hersteller Tado bietet, gehört die Verknüpfung mit den Smartphones der Bewohner. Sobald der Letzte das Haus verlässt, dreht das Thermostat die Heizleistung herunter. Nähert sich umgekehrt einer der Bewohner dem Haus oder der Wohnung, fängt Tado automatisch an zu heizen. Außerdem lässt Tado die Wettervorhersage sowie die Eigenschaften des Gebäudes in das Heizverhalten einfließen.


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