Smart Home bezahlbar einrichten, Teil 5: weiße Ware

Irgendwann werden unsere Waschmaschinen automatisch die Wäsche sortieren, waschen, bügeln und falten. Währenddessen präsentiert uns der Kühlschrank das passende Rezept zum Vorrat und kauft selbstständig ein. Zukunftsmusik? Nur fast. Schon jetzt ist smarte "weiße Ware" ein Trend.

Der mitdenkende Kühlschrank, der auf Mindesthaltbarkeit, Frische, Produkttypen, Menge und mehr achtet, liegt tatsächlich noch in ferner Zukunft. Dazu müssten Kühlschränke in der Lage sein, jedes einzelne der eingelegten Produkte mit seinen Kerndaten zu erfassen und auch anschließend zu überwachen. Kein Wunder also, dass sich Kühlschrankhersteller aktuell auf andere Funktionen konzentrieren. So zeigte Samsung auf der CES seine Family Hub genannte Vision der Kühlschrank-Zukunft. Zu den Kernfeatures gehören drei hochauflösende Kameras, die den Inhalt bei jedem Öffnen und Schließen aufzeichnen und in die Cloud laden. Außerdem enthalten: ein 21,5 Zoll großer, berührungsempfindlicher Bildschirm. Dieser zeigt beispielsweise Notizen, den Familienkalender, Katzenvideos und auf Wunsch „Lafer! Lichter! Lecker“. In den USA ebnet eine Partnerschaft mit einem Kreditkarten-Anbieter den Weg, neue Produkte auf Knopfdruck zu bestellen. Der Kühlschrank soll in den kommenden Monaten für etwa 5.000 Euro in den Handel kommen.

Smarter Kühlschrank, Marke „Eigenbau“

Für alle die noch keinen Kühlschrank haben und Technik lieben, lohnt sich sicher das Warten auf den Family Hub. Spielen auch andere Kaufargumente eine Rolle oder steht bereits ein Kühlschrank in der Küche, wird es kniffeliger. Dabei gibt es Möglichkeiten, den Kühlschrank im Alleingang smart zu machen.

Ein Großteil der Funktionen aktueller smarter Kühlschränke ist mit einem Tablet realisierbar. Für Notizen, Kalender, Musik, Einkaufslisten und Co. reichen die Bordmittel der mobilen Systeme. Desweiteren ist Bring! eine praktische Lösung für iOS und Android, um die täglichen, gemeinsamen Einkäufe zu planen. Informationen zu den Lebensmitteln liefern wiederum Apps wie Codecheck oder Barcoo. In Kombination mit einer Kühlschrankhalterung sowie einem permanent angeschlossenen Stromkabel bekommen selbst ältere Tablets eine zweite Chance als Kühlschrank-Upgrade.

Ein Feature das sich bisher nicht ohne handwerkliche Fähigkeiten lösen ließ, ist die Überwachung des Kühlschrank-Innenraums. Das britische Unternehmen Smarter, das erst kürzlich eine Kaffeemaschine mit Internetanschluss auf den Markt brachte, will dieses Problem lösen. Ab Sommer soll die Fridge Cam für etwa 100 Euro jeden Kühlschrank überwachen. Die Kamera fotografiert wie Samsungs Familiy Hub den Inhalt bei jeder Öffnung und legt die Bilder in der Cloud ab. Wer sich im Supermarkt plötzlich nicht mehr daran erinnert, ob noch Butter da war, muss nur sein Smartphone zücken und nachsehen.

Der SMC10EU

Ob noch ausreichend Eier da sind und welches davon das älteste ist, verrät wiederum der derzeit nur in den USA erhältliche Egg Minder. Vor allem für ältere Kühlschränke, bei denen man sich Gedanken um die Kühlleistung machen muss, lohnt sich die smarte Temperaturüberwachung. Hier kommen Sensoren wie beim BeeWi-Thermometer zum Einsatz, das seine Daten an ein verbundenes Smartphone oder Tablet schickt. Bei Abweichungen von den Grenzwerten wird der Nutzer benachrichtigt, etwa wenn der Kühlschrank ausgefallen ist oder das Gerät den Inhalt außerplanmäßig in Richtung Gefrierpunkt kühlt.

Smarter waschen

Auch Waschmaschinen sind im App-Zeitalter angekommen. Beispiel Bauknecht: Die WM Style 824 ZEN KONNEKT kommuniziert mit dem Smartphone. Schon beim Befüllen hilft die Maschine, das richtige Waschprogramm zum Inhalt zu finden. Mit der BLive-App lässt sich die Maschine jederzeit von unterwegs starten, damit die Wäsche fertig ist, wenn man am Abend nach Hause kommt. Wer gerade über den Kauf einer neuen Waschmaschine nachdenkt, kann sich schon jetzt ein Stück Zukunft ins Haus holen. Doch was ist mit alten Maschinen?

Wichtigstes Feature einer smarten Waschmaschine ist die Möglichkeit, die Maschine zur richtigen Zeit einzuschalten. Das klappt entweder per eingebautem Timer oder mit einer App-steuerbaren Zwischensteckdose wie Elgatos eve energy. Letzteres funktioniert aber nur dann, wenn die Waschmaschine nicht per Relais gesteuert wird und das Programm auch nach einem Stromausfall fortsetzt. Ob ein solcher Zwischenstecker funktioniert, lässt sich ziemlich einfach herausfinden, indem man nach der Programmierung und dem Start den Stromstecker zieht. Läuft die Maschine nach dem Einstecken weiter, funktioniert auch ein Zwischenstecker. Das Prinzip mit dem Zwischenstecker funktioniert übrigens nicht nur mit der Waschmaschine, sondern auch mit Trocknern, Spülmaschinen oder der Kaffeemaschine.


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