Smartphone-Specs erklärt: Was die Fachbegriffe eigentlich bedeuten

Was bedeuten die einzelnen Bauteile in einem Smartphone und wie gehören sie zusammen?
Was bedeuten die einzelnen Bauteile in einem Smartphone und wie gehören sie zusammen?(© 2017 istock.com/Abraksis)

Was ist ein Chipsatz? Wie viel Pixel misst eigentlich WQHD? Und was sollen eigentlich Dual-Pixel sein? Technische Angaben bei Smartphones können manchmal für Verwirrung sorgen. Wir verschaffen Euch einen Überblick.

Der Chipsatz: ein "System on a Chip" (SoC)

Das Herzstück eines jeden Smartphones ist der Chipsatz. Als "System on a Chip" (SoC), wie aktuell zum Beispiel bei Qualcomms Snapdragon 835 oder Apples A11 Bionic, vereinen die Hersteller unter anderem Prozessor (CPU), Grafikchip (GPU), Arbeitsspeicher (RAM), das GPS-Modul, weitere Mobilfunkmodule, Sensoren und Sicherheitsmodule kompakt in einem Bauteil. Darin arbeiten die einzelnen Abschnitte optimiert zusammen. Seit 2017 werden neue Modelle auch mit neuralen Recheneinheiten ausgestattet. So ist das bereits im iPhones 8, iPhone 8 Plus und iPhone X (Apple A11 Bionic) und im Huawei Mate 10 und Mate 10 Pro (Kirin 970) der Fall. Huawei bezeichnet dies als NPU (Neural Network Processing Unit).

Qualcomms Snapdragon 835 Chipsatz besteht aus mehreren Komponenten und ist deshalb ein System on a Chip (SoC)(© 2017 Qualcomm)

Der Prozessor (CPU)

Der Prozessor (Central Processing Unit, kurz: CPU) ist dabei die Hauptkomponente im Chipsatz, die hauptsächlich für die Geschwindigkeit und Leistung des gesamten Systems sorgt. CPUs haben mehrere Kerne, die sich untereinander die Rechenaufgaben teilen. So kann das Smartphone mehrere Aufgaben gleichzeitig verarbeiten. Halten wir also schon mal fest: Je mehr Kerne, desto besser - vorausgesetzt, dass auch der Rest stimmt.

Denn jeder Kern hat eine Taktrate, die besagt, wie schnell er Zahlen verarbeiten kann. Angegeben wird das in Gigahertz (GHz). Hertz ist die Einheit der Schwingungen pro Sekunde. Kann ein Prozessorkern also mit 2,5 GHz takten, schafft er 2,5 Milliarden Rechenzyklen pro Sekunde. Manchmal lest Ihr auch von MIPS (Millionen Instruktionen pro Sekunde). Bei dieser Einheit geht es darum, wie viele Maschinenbefehle pro Sekunde verarbeitet werden können. Ein Maschinenbefehl besteht aus mehreren Rechenzyklen. Also: Je höher die Taktrate, desto schneller sind die Aufgaben erledigt.

Doch nicht nur Kerne und Taktrate tragen zu einer guten Performance bei. Ausschlaggebend ist auch die Architektur, wie Prozessor bzw. der Chipsatz insgesamt aufgebaut ist und wie er sich in das Gesamtkonzept des Smartphones einfügt. Es bringt beispielsweise nichts, wenn der Chipsatz schnell ist, das Kühlsystem des Smartphones aber nicht gut abgestimmt ist und sich das Gerät aufheizt, in Folge gedrosselt wird, also mit einer niedrigeren Taktrate, und somit ineffizient arbeitet. Neben der CPU kommt es auch auf den eingesetzten Grafikchip, den Speicher und dessen Geschwindigkeit an. Allein vom Datenblatt lässt sich also nicht auf eine gute oder schlechte Performance des Smartphones schließen.

Der Grafikchip (GPU)

In jedem "System on a Chip" steckt auch ein Grafikprozessor (GPU, Graphic Processing Unit), der zum Beispiel die Berechnung von 2D- und 3D-Grafiken übernimmt. GPUs sind effektiver, wenn es um das parallele Verarbeiten von großen Datenblöcken geht, und entlasten die CPU.

Da auch Spiele auf Smartphones zunehmend anspruchsvoller werden, verfügen Grafikchips über immer mehr Power. Allein mit einem Blick auf die Modellbezeichnungen kann man allerdings leicht in die Irre geführt werden. Denn eine höhere Zahl im Namen heißt nicht, dass der Chip schneller ist. Hier kommt es auch auf die Architektur und auf den Chipsatz im Ganzen an.

"Asphalt 8" ist ein eher anspruchsvolles Mobilegame. Ist Eure GPU langsam, kann es sein, dass das Spiel ruckelt oder in niedrigeren Grafikeinstellungen angezeigt wird(© 2016 CURVED)

Die künstliche Intelligenz (NPU)

Die NPU (Neural Network Processing Unit) bildet die Recheneinheit für die künstliche Intelligenz. Dieses "Gehirn" ist durch seine Struktur lernfähig und wird dadurch für alle Prozesse verwendet, die von Machine Learning profitieren. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig: Übersetzungen in Echtzeit (und andere Sprachanalysen), Bildanalysen oder Augmented Reality. Alles, was mit Mustererkennung zu tun hat, kann mit diesem Bauteil effizienter berechnet werden als mit einer CPU.

Huawei stellte den ersten Smartphone-SoC mit einem NPU-Element, Kirin 970, auf der IFA 2017 vor. Laut des Herstellers soll dieser im Zusammenspiel mit CPU und GPU 25 mal mehr leisten können und 50 mal energieeffizienter arbeiten. Huawei spricht von einer Leistung von 1,92 Teraflops - das ist etwa drei Mal so viel wie allein die GPU des Vorgängers Kirin 960 hatte. In der Präsentation sagte Huawei, dass der Chip mit NPU 2005 Bilder pro Minute auswerten könne. Im Vergleich zeigten die Chinesen Chips, die das auf der CPU berechnen müssen: sie schafften nur 97 Bilder pro Minute.

Apple hat in seinem A11 Bionic SoC, das derzeit im iPhone 8, iPhone 8 Plus und iPhone X zum Einsatz kommt, ebenfalls einen neuralen Prozessor eingebaut. Laut Apple verarbeitet dieser 600 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde. Verwendet wird dieser unter anderem für die Augmented-Reality-Funktionen. Im iPhone 8 Plus und iPhone X wird damit auch der neue Belichtungsmodus für Portrait Fotos ("Portrait Lightning") unterstützt. Im iPhone X werden außerdem das Entsperren der Smartphones durch Face ID sowie das Erstellen der Animoji, der animierten Smileys, die in Echtzeit Eure Gesichtsausdrücke darstellen, auf dem neuralen Prozessor berechnet.

Der Arbeitsspeicher (RAM)

Der Arbeitsspeicher im Smartphone wird als Random-Access Memory (RAM) bezeichnet und steht für einen Bereich, in dem aktuell laufende Programme und Prozesse kurzzeitig zwischengespeichert werden.

Habt Ihr also viele Programme gleichzeitig offen und verfügt über wenig Arbeitsspeicher, wird Euer Gerät langsamer, da die Programme nicht mehr so viel zwischenspeichern können und mehr zur Laufzeit berechnen bzw. nachladen müssen. Programme, die Ihr häufig nutzt, nisten sich im Arbeitsspeicher ein. Das ist sehr praktisch, da sie schneller starten. Ist der RAM voll und Ihr wollt eine andere App öffnen, wird er teilweise geleert. Das passiert automatisch im Hintergrund während Ihr auf den Ladebildschirm der App schaut.

Ist nun mehr Arbeitsspeicher immer besser? Das OnePlus 5 zum Beispiel kommt mit sechs bzw. acht Gigabyte RAM. Aber nutzt man die tatsächlich aus? Arbeitsspeicher ist teuer und treibt die Kosten für die Smartphones weiter in die Höhe. Sparen könnte man durch eine Optimierung des Betriebssystems, wie zum Beispiel Huawei es anstrebt. Denn dann reichen auch vier Gigabyte für Smartphone-Anwendungen aus.

Auch Apple geht hier einen anderen Weg. Die iPhones haben vergleichsweise wenig Arbeitsspeicher. Das Apple iPhone 8 kommt auf zwei Gigabyte, das Apple iPhone 8 Plus sowie das iPhone X auf drei Gigabyte. Das ist, vereinfacht gesagt, möglich, weil Apple den Arbeitsspeicher für nicht mehr benötigte Programme und Dienste schneller frei gibt, als die Android-Smartphones.

Der Akku

Moderne Smartphones sind kleine Computer, die sehr viel können und dadurch auch recht viel Strom benötigen. Angegeben wird die Akkukapazität in Milliamperestunden (mAh). Das bedeutet, dass ein Akku, der zum Beispiel eine Kapazität von 3000 mAh hat, theoretisch eine Stunde lang 3000 mA abgeben könnte oder zwölf Stunden lang 250mA. Je nachdem, was und wie viel Ihr mit dem Smartphone anstellt, gibt der Akku pro Stunde mehr oder weniger gespeicherte Energie ab.

Manchmal findet Ihr in Tests Angaben zur "Screen on Time" (SOT) oder "Display on Time" (DOT). Hier wird gemessen, wie lange das Display eingeschaltet sein kann, bevor der Akku leer ist. In dieser Zeit ist außer dem Display nichts anderes auf dem Smartphone aktiv (Leerlauf).

Auswechselbare Akkus, wie beim LG G5, sind Geschichte. Die Hersteller setzen auf Schnellladetechnologien.(© 2016 CURVED)

Neben der Kapazität spielen Schnellladetechnologien eine immer größere Rolle. Denn wenn Ihr Euer Gerät nach kurzer Ladezeit für ein paar Stunden weiternutzen könnt, ist es nicht ganz so dramatisch, wenn der Akku bei intensiver Nutzung schneller leer ist. Qualcomm verspricht bei seinem aktuellen Chipsatz Snapdragon 835 mit Quick Charge 4.0, dass nach nur fünf Minuten am Stromnetz bereits Energie für bis zu fünf weitere Stunden getankt wurde. OnePlus setzt auf Dash Charge und lädt seine Geräte mit passendem Kabel und Netzteil sogar während dem Schauen von Videos schnell auf, ohne heiß zu laufen. Andere Hersteller wie Samsung und Huawei haben ebenfalls eigene Konzepte. Die verschiedenen Technologien haben wir im folgenden Artikel genauer erklärt:

Das Display

Auflösungen

Ordnen wir zunächst die werblichen Begriffe den tatsächlichen Auflösungen zu, die wir in Smartphones mit einem 16:9-Bildschirm finden:

  • HD / 720p = 1280 × 720 Pixel, z.B. Samsung Galaxy S3
  • Retina HD = 1334 × 750 Pixel, Apple iPhone 8
  • FullHD / 1080p = 1920 × 1080 Pixel, z.B. Apple iPhone 8 Plus oder OnePlus 3T
  • WQHD / Quad HD / 1440p = 2560 × 1440 Pixel, z.B. Samsung Galaxy S7 oder Huawei Mate 9 Pro
  • Super Retina HD = 2436 × 1125 Pixel, Apple iPhone X
  • QHD+ / 18:9 / 1440p = 2880 × 1440 Pixel, z.B. LG G6
  • Quad HD+ / Curved-Display / 1440p = 2960 × 1440 Pixel, z.B. Samsung Galaxy S8
  • UHD / 2160p = 3840 × 2160 Pixel, z.B. Sony Xperia Z5 Premium
  • Full-UHD / 4320p / 8K = 7680 × 4320 Pixel

Hersteller halten sich aber nicht immer an diese Bezeichnungen und verwenden zusätzlich auch gern die Begriffe 2K und 4K. Bei der Filmtechnik steht das für eine Breite von 2048 Pixeln (2K) oder 4096 Pixeln (4K). Die Werte können aber auch als Abkürzung für Tausend stehen. Dann wäre 2K gleichbedeutend mit 2000 Pixeln und 4K mit 4000 Pixeln. Doch in der Werbung ist mit 4K oft auch UHD gemeint. Zusätzlich werden Auflösungen außerdem als "2,5K" bezeichnet, weil sie zwischen Full-HD und UHD liegen. Schaut also am besten immer auf die tatsächlichen Pixelangaben, um sicher zu gehen.

ppi: die Pixeldichte am Bildschirm

Die Schärfe eines Smartphone-Displays wird in Pixel Per Inch (ppi, Pixel pro Zoll) gemessen. Ist der Wert höher habt Ihr also mehr Pixel auf der Fläche und das Bild wird dadurch schärfer bzw. schöner, weil die Pixel an sich kleiner werden und so weniger auffallen. Zum Beispiel: Ein 5-Zoll-Smartphone kommt bei einer Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixel) auf ca. 440 ppi. Mit einer WQHD-Auflösung wären wir schon bei ca. 587 ppi.

Der Apple-Gründer Steve Jobs sagte bei der Einführung der Retina-Displays beim iPhone, dass ein Wert von etwa 300 ppi die "magische Retina-Grenze" sei, bei dem das menschliche Auge Pixelgrenzen wahrnehmen kann, wenn man das Smartphone vor das Gesicht hält.

Menschen nehmen ab einem gewissen Punkt tatsächlich nicht mehr wahr, dass die Pixel noch kleiner werden. Doch dieser Grenzwert hängt stark von Eurem Sehvermögen ab. Kurzsichtige Menschen können teilweise schon ab einem halben Meter Abstand den Text in Büchern oder Zeitungen nicht mehr erkennen. Ganz anders bei weitsichtigen Menschen. Ihr müsst Euch hier also selbst ein Bild machen und anhand Eurer Sehstärke entscheiden, ob Ihr die zusätzlichen Pixel tatsächlich braucht oder es keinen Unterschied macht.

Google Daydream View(© 2016 CURVED)

Allerdings verwenden wir die Smartphones inzwischen nicht nur als Telefon oder Computerersatz, sondern auch für Virtual-Reality-Headsets wie u.a. Googles Daydream View oder Samsungs Gear VR. Damit tragen wir das Smartphone viel näher am Auge als Steve Jobs es für seine Retina-Grenze angenommen hat. Hier wird die Auflösung und damit die Pixeldichte wieder wichtiger.

LCD, IPS, OLED, AMOLED?

Ein gutes Display macht aber noch mehr aus als nur dessen Auflösung und Pixeldichte. Da spielen Kontraste, Farb- bzw. Schwarzwerte und Helligkeit eine entscheidende Rolle.

Am weitesten verbreitet sind die LC-Displays (Liquid Crystal Displays). Hier werden Flüssigkristalle durch eine Hintergrundbeleuchtung angestrahlt. Dabei gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist der Bildschirm komplett an oder komplett aus. Einzelne Bereiche können nicht angesteuert werden. Mehr Blickwinkelstabilität und einen deutlicheren Kontrast bekommt Ihr bei der IPS-Technik (In-Plane-Switching).

Unterschiede zwischen LCD und AMOLED(© 2016 YouTube/Samsung Display)

Beim OLED-Display (Organic Light Emitting Diode) sind selbstleuchtende Dioden verbaut, die durch Transistoren einzeln angesteuert werden. Je nachdem, wie hell sie leuchten, mischt sich die Farbe aus ihren Rot-, Blau- und Grünanteilen. Dadurch, dass hier die Pixel einzeln an- oder ausgeschaltet werden können, ist der Schwarzwert bei OLED-Displays besser als bei LC-Displays. Denn diese sind auf eine komplette Hintergrundbeleuchtung angewiesen und können deswegen nicht richtig dunkel werden. Weiterer Effekt: OLED ist deswegen auch stromsparender als LCD. Bei kleinen OLED-Displays reichte eine Passivmatrix aus Transistoren, die pro Reihe und Spalte der Pixel die Spannungen durchgeschickt haben. Bei größeren Displays reichte die Kraft nicht mehr aus. Bei AMOLED (Active Matrix Organic Light Emitting Diode) bekommt deshalb jedes Pixel seinen eigenen Transistor. OLED- und AMOLED-Displays können auch gekrümmt gebaut werden. Das ist mit LCD nicht möglich.

Die Kameras

Mehr Megapixel = bessere Bilder?

Mehr Megapixel machen immer bessere Fotos? Falsch. Bei den Smartphone-Kameras wird zwar immer ganz groß mit der Megapixel-Zahl geworben, doch eine Aussage wie gut oder schlecht die Fotos werden, lässt sich damit kaum treffen. Es geht vor allem um den verbauten Sensor.

Dual-Kamera oder einfache Linse? Bei Smartphones gibt es inzwischen ein breites Angebot(© 2016 CURVED)

Klar brauchen wir für ein gutes Foto eine gute Auflösung, doch je mehr Megapixel auf dem kleinen Sensor liegen, desto kleiner ist auch die Fläche pro Bildpunkt, die Licht aufnimmt. Das macht sich in Form von höherem Bildrauschen negativ bemerkbar. Viele Megapixel können also bei den Smartphone-Kameras unter Umständen sogar für schlechtere Bilder sorgen.

Dualkamera oder doch nur eine Linse?

Eine zweite Linse sorgt nicht für ein besseres Bild, aber durchaus für mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Beim LG G6 bekommt Ihr mit der zweiten Linse einen Weitwinkel mit dazu, beim iPhone 8 Plus, dem Huawei P10 oder OnePlus 5 könnt Ihr Fotos mit Bokeh-Effekt erstellen. Wer diese Spielereien nicht braucht, kann auch getrost zu einer Linse greifen. Das Samsung Galaxy S8 zum Beispiel zeigte sich in unserem Kameratest auch bei schwachen Lichtverhältnissen sehr bildstark:

Was bedeutet f/1.7?

Bei den Specs der Smartphone-Kameras lest Ihr oft einen Wert, dem ein kleines f vorangestellt ist. Hier handelt es sich um die Blende der Kamera und wie weit sie geöffnet ist. Je kleiner dieser Wert, desto mehr Licht kommt auf den Bildsensor. Das spiegelt sich in einer kürzeren Belichtungszeit wider. Fotos in dunklen Umgebungen werden dadurch besser eingefangen (wie etwa beim Samsung Galaxy S8). Zusätzlich können wir sagen: Je weiter die Blende geöffnet ist, desto weniger Schärfentiefe. Je mehr die Blende geschlossen wird, desto mehr Schärfentiefe.

Dual Pixel und Ultrapixel

Bei  "Dual Pixel" geht um eine Technik für den Autofokus. Bei den großen Digitalkameras von Canon wird das schon länger eingesetzt. Samsung hat beim Galaxy S7 zum ersten Mal ein Smartphone mit dieser Technik auf den Markt gebracht. Dual Pixel steht für den Phasen Autofokus. Dabei wird der eingehende Lichtstrahl an zwei gegenüberliegenden Punkten der Linse verglichen. Ist das Bild scharf gestellt, überlappen sich die Lichtstrahlen. Tun sie das nicht, kann berechnet werden, wie sich die Linse bewegen muss, damit das Bild doch fokussiert wird. Bisher konnten nur sehr wenige Pixel den Phasenvergleich durchführen. Bei Samsungs Dual Pixel machen das jetzt alle Pixel. Das Ergebnis: sehr schnelles scharf stellen und Erfassen von sich bewegenden Objekten ist auch einfacher.

Der Begriff "Ultrapixel" hat mit Fokus allerdings nichts zu tun, sondern dreht sich um die Bildqualität. HTC verwendete den Begriff 2013 zum ersten Mal für seine Kameratechnik. Wie schon beim Absatz über die Megapixel beschrieben, bedeuten kleinere Pixel (sprich: mehr Pixel auf gleicher, kleiner Fläche) weniger Licht und somit ein schlechteres Bild. HTC setzt auf größere Pixel, die laut eigener Aussage etwa 300 Prozent mehr Licht einfangen können als andere Smartphone-Kameras. Diese größeren Pixel nennt HTC Ultrapixel.

Wasserdicht nach IP67 oder IP68?

Die IP-Angaben sind Standards, die beschreiben ob bzw. wie lange ein Gerät im Wasser übersteht und wie es gegen das Eindringen von Staub geschützt ist. Die meisten wasserdichten Smartphones auf dem Markt wie beispielsweise das Samsung Galaxy S8 oder das LG G6  setzen dabei auf IP68. Das iPhone 8 oder das HTC U11 sind nach IP67 wassergeschützt. Die erste Zahl steht dabei immer für die Schutzklasse bei Berührung durch Fremdkörper wie beispielsweise Staub. Die zweite Zahl gibt an, wie wasserdicht das Smartphone ist.

  • IP67: Staubdicht und wassergeschützt gegen zeitweises untertauchen
  • IP68: Staubdicht und wassergeschützt gegen dauerhaftes untertauchen

Das bedeutet, dass IP67-Geräte bis zu 30 Minuten in einer Wassertiefe von bis zu einem Meter überstehen, wohingegen IP68-Geräte auch tiefer und länger im Wasser bleiben können. Wie lange und wie tief genau, muss jeder Hersteller nochmal spezifizieren. Bei Smartphones wie auch beim Samsung Galaxy S8 sind es derzeit meist 30 Minuten bei 1,5 Meter Tiefe. Das gilt alles aber nur für klares Trinkwasser und nicht für andere Flüssigkeiten oder gechlorte Schwimmbäder.

Netze und Verbindungen

USB 3.1 Gen 1 oder Gen 2?

Um die Nutzer zu verwirren hat man sich dazu entschlossen, den älteren USB-Standard 3.0 umzubenennen. Dieser heißt jetzt USB 3.1 Generation 1 (theoretisch bis zu 5 Gbit/s). Der Standard, der bisher als USB 3.1. bekannt war, heißt jetzt USB 3.1 Generation 2. Heißt: Den neuen, superschnellen Standard zur Datenübertragung bekommt Ihr nur bei 3.1 Gen 2 (theoretisch bis zu 10 Gbit/s). Ein USB-Typ-C-Anschluss alleine reicht nicht aus, um die Daten schneller zu übertragen. Die Typ-Bezeichnung beschreibt nur den Steckanschluss, den Ihr beidseitig in das Smartphone stecken könnt.

NFC

NFC steht für Near Field Communication. Geräte in der Nähe können dadurch Daten mit dem Smartphone austauschen. Das geht zum Beispiel beim Bezahlen per Handy an der Supermarktkasse, wo Ihr das Smartphone an einen NFC-Sensor haltet. Während das kontaktlose Bezahlen in den USA bereits häufig genutzt wird, spielt das in Deutschland bisher eher keine Rolle. Vielleicht ändert sich das irgendwann, falls Apples Bezahlmodell "Apple Pay" den Weg nach Deutschland finden sollte.

Bluetooth

Der aktuelle Standard bei Bluetooth-Verbindungen ist Version 5.0. Damit wurde die Reichweite im Gegensatz zur Vorversion vervierfacht und die Datenrate verdoppelt. Außerdem könnt Ihr nun gleichzeitig zwei Geräte mit dem Smartphone koppeln. Das Samsung Galaxy S8 ist das erste Gerät mit Bluetooth 5.0 und die anderen Hersteller ziehen nur langsam nach.

WLAN

Bei Abgaben zum WLAN lest Ihr in den technischen Spezifikationen oft etwas, das ungefähr aussieht wie "802.11 a/b/g/n/ac". Hier sind vor allem die Buchstaben wichtig. Diese stehen für die unterschiedlichen Standards und Geschwindigkeiten. Vereinfacht gesagt: Wenn auch 802.11 ac unterstützt wird, könnt Ihr mit dem Smartphone auch die 5GHz-WLAN-Netze benutzen.

UMTS- und LTE-Bänder

Kompliziert sehen die Angaben zu den Frequenzbändern bezüglich GSM, UMTS und LTE aus. Manchmal sind diese einzelnen Mobilfunkstandards aufgelistet, manchmal nur die Generationen. Dabei sieht die Zuordnung wie folgt aus:

  • 2G = z.B. GSM, EDGE
  • 3G = z.B. UMTS, WCDMA, HSDPA+
  • 4G = z.B. LTE, LTE Advanced

In den Listen der technischen Spezifikationen geht es pro Mobilfunkstandard dann mit Zahlen weiter. Diese stehen für die Frequenzbänder. Für Deutschland wichtig ist hier vor allem das 2100-MHz-Frequenzband (UMTS), das die deutschen Mobilfunkanbieter hauptsächlich nutzen. Weltweites Roaming ist fast überall möglich, wenn die vier Hauptfrequenzbänder (850 MHz, 900 MHz, 1900 MHz und 2100 MHz) unterstützt werden.

Bei LTE müsst Ihr noch auf eine zusätzliche Bezeichnung achten: FDD-LTE (Frequency Division Duplexing) und TDD-LTE (Time Division Duplexing). Bei FDD-LTE werden unterschiedliche Frequenzbänder für Upload und Download verwendet, bei TDD-LTE wird nur ein Band zeitlich versetzt für das Senden und Empfangen genutzt. FDD-LTE ist dabei weiter verbreitet und wird auch hierzulande oder in den USA genutzt. TDD-LTE ist eher im asiatischen Raum im Einsatz. Deshalb müsst Ihr beim Kauf eines Smartphone vor allem darauf achten, dass die FDD-LTE-Frequenzbänder (800 MHz , 1800 MHz und 2600 MHz) unterstützt werden. Sonst gibt es Probleme mit Eurer deutschen SIM-Karte.

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