Social Media Sperre im Irak: Whisper als Alternative

Die Iraker berichten jetzt auf Whisper über die Geschehnisse in Baghdad.
Die Iraker berichten jetzt auf Whisper über die Geschehnisse in Baghdad.(© 2014 Whisper, CURVED Montage)

Aufgrund der jüngsten Unruhen ließ die irakische Regierung Facebook, Twitter und andere Social Media-Dienste sperren. Die Iraker kommunizieren jetzt verstärkt über Whisper -  eine App, die anonym Geheimnisse teilen lässt.

Anbieter bestätigen Blockade

Iraks Regierung hat Berichten zufolge vor wenigen Tagen den Zugriff auf Social Media-Dienste wie Facebook, Twitter, YouTube sowie Google und andere Suchmaschinen gesperrt. Das Kommunikationsministerium blockiert die Websites auf Anforderung der Regierung, um zu verhindern, dass sich die Widerstandsgruppierung ISIS über dieses Plattformen organisiert.

Twitter und YouTube haben bereits bestätigt, dass ihre Services in der Region nicht verfügbar sind. Facebook zeigt sich in einem Statement "verstört": Den Internetzugang zu beschränken, sei ein Besorgnis für die globale Community.

Kommunikation über Whisper

Die irakische Bevölkerung weiß sich jedoch zu helfen: Viele weichen jetzt auf die App Whisper aus. Ähnlich wie der gehypte Mitbewerber Secret lässt der Dienst anonym Geheimnisse teilen.  Whisper wird vorwiegend von Jugendlichen genutzt, und das zeigt sich jetzt auch im Irak. Neetzan Zimmermann, Chefredakteur des in Los Angeles beheimateten Startups, sammelt die Beiträge aus der Krisenregion. So wünscht sich ein Nutzer einen "Freund zum Kuscheln". Andere wiederum bestätigen die Blockade der Internetdienste und informieren über den aktuellen Stand: "Uns geht es gut in Baghdad, aber wir machen uns auf das Schlimmste gefasst."

Dass Regierungen Social Media-Portale sperren, ist leider nichts Neues. In der Türkei war zuletzt Twitter für einige Wochen nicht erreichbar.