Sonos, Libratone und Co.: Multiroom-Lautsprecher-Systeme im Überblick

Kleine Lautsprecher lassen sich per Multiroom über mehrere Räume zusammenfassen
Kleine Lautsprecher lassen sich per Multiroom über mehrere Räume zusammenfassen(© 2017 Sonos)

Früher tönte die Musik aus Lautsprecher-Türmen, die das Hifi-Rack aus Verstärker und diversen Abspielern umringten. Heutzutage kommt die Musik aus dem Smartphone, respektive dem Internet. Und statt Lautsprecher-Türmen sorgen mittlerweile Multiroom-Lautsprecher für Musik im ganzen Haus. Wir stellen die aktuellen Systeme vor.

Im Wohnzimmer und Küche tönt Rock'n'Roll, auf der Terrasse läuft das Radio, und im Bad erklingt Meeresrauschen: Im Multiroom-Setup schließt Ihr einfache mehrere Lautsprecher per WLAN zusammen und könnt auf ihnen synchron dieselbe Musik oder eben ganz unterschiedliche Tracks abspielen – alles geordnet nach Zimmern oder thematischen Gruppen.

Mittlerweile ist der Markt an Multiroom-Systemen relativ unübersichtlich geworden. Viele Lautsprecher wollen viel, können aber nicht alle dasselbe. Funktionsweisen sind unterschiedlich. Neben den großen Marken drängen neue Player in das Trendsegment.

Der Platzhirsch: Sonos

Das bekannteste Multiroom-System kommt aus dem Hause Sonos. Seit Jahren entwickelt der Hersteller seine Connected Speaker weiter und versorgt seine Nutzer durch eine einfach zu bedienende App mit Musik im ganzen Haus. Das Streaming funktioniert über eine eigene WLAN-Verbindung. Im Sortiment gibt es verschieden große Lautsprecher (Play 1, Play 3, Play 5) oder auch eine Lautsprecherleiste für den Fernseher (Playbase, Playbar). Der neue Sonos One hat sogar Amazons Alexa integriert. Bei der Vorstellung des Sonos One hat der Hersteller angekündigt, alle derzeit aktuellen Modelle 2018 auch auf AirPlay 2 zu aktualisieren.

Die kleinen Sonos Play 1 Boxen sind eine Möglichkeit für ein Multiroom-Setup(© 2016 Sonos)
  • Dienste: große Auswahl an Streaming-Diensten (z.B. Apple Music, Spotify, Amazon Music, Google Play Music, Deezer, Napster, TuneIn ...), spielt Musik von im Netzwerk angeschlossenen Computern, Tablets, Smartphones, NAS.
  • Preise: 229 Euro (Play 1, One), 349 Euro (Play 3), 579 Euro (Play 5), 799 Euro (Playbase, Playbar)
  • Maximale Lautsprecher: 32

Der Rocker: Marshall

Neu sind die Lautsprecher Acton, Stanmore und Woburn nicht. Doch die Neuauflagen der Modelle sind jetzt auch Multiroom-fähig. Ihr könnt entweder die gleiche Musik im ganzen Haus hören oder jeden Raum einzeln mit einer Playliste bestücken.

Gesteuert wird alles über die Multiroom-App von Marshall. Hier lassen sich die einzelnen Lautsprecher zusammenführen und mit den jeweiligen Diensten verknüpfen. Equalizer lassen sich ebenfalls über die App konfigurieren. Pro Lautsprecher könnt Ihr bis zu sieben Shortcuts festlegen (z.B. Internet-Radiosender oder bestimmte Spotify-Playlisten). Um auf diese zuzugreifen, dreht man dann einfach am "Source"-Regler auf der Oberseite der Lautsprecher. Fünf Lautsprecher lassen sich maximal zu einer Gruppe zusammenfügen.

Bei den Marshall-Boxen könnt Ihr direkt am Gerät auf Eure Lieblingsmusik umschalten (im Bild: Marshall Acton)(© 2017 Marshall)
  • Dienste: Chromecast, Spotify Connect, AirPlay, Bluetooth, Kabel per 3,5-mm-Buchse oder RCA-Eingang
  • Preise: 350 Euro (Acton Multiroom), 450 Euro (Stanmore), 600 Euro (Woburn)
  • Maximale Lautsprecher: 5

Die Skandinavischen: Urbanears

Ähnlich wie bei Marshall funktioniert das Konzept auch bei den Lautsprechern Stammen und Baggen von Urbanears. Hier werden ebenfalls Shortcuts über einen Drehregler direkt an der Box eingestellt. Optisch sind die stoffüberzogenen Lautsprecher aber ein ganz anderer Stil.

Auch die Urbanears Stammen und Baggen haben für Schnellzugriffe einen Drehregler(© 2017 Urbanears)
  • Dienste: Spotify Connect, Chromecast, Airplay, Bluetooth, WLAN, Aux
  • Preise: 349 Euro (Stammen), 449 Euro (Baggen)
  • Maximale Lautsprecher: 5

Der Edle: Bang & Olufsen

Hochwertig und hochpreisig ist das Multiroomkonzept von Bang & Olufsen. Die Geräte hängen zwar nicht unbedingt einzeln im WLAN-Netzwerk, streamen aber dennoch viele Inhalte per Chromecast, Airplay oder Bluetooth (AirPlay 2 soll integriert werden). Möglich ist das zum Beispiel auf den Lautsprechern BeoSound 1, 2, 35, Beoplay M5, A6 und A9. Aber auch die auf der IFA 2017 vorgestellten Geräte, wie der Fernseher Eclipse, der Wandlautsprecher BeoSound Shape oder der große BeoLab 50 lassen sich zusammenschließen.

Auch der neue Fernseher von B&O "Eclipse" kann Teil des Multiroom-Setups werden lässt sich in den Raum klappen(© 2017 Bang&Olufsen)
  • Dienste: Chromecast, AirPlay, Bluetooth
  • Preise: ca. 1300 Euro (BeoSound 1), ca. 1700 Euro (BeoSound 2), (BeoSound 35), 599 Euro (Beoplay M5), ca. 1000 Euro (Beoplay A6), ca. 2000 Euro (Beoplay A9), ca. 9000 - 13.000 Euro (Eclipse), ab ca. 4000 Euro (BeoSound Shape), ca. 13.300 Euro (BeoLab 50)
  • Maximal Lautsprecher: Theoretisch sind 255 möglich (maximale Anzahl an IP-Adressen, die ein Router vergibt), doch wegen Störsignalen und anderen Netzwerken im Haushalt empfiehlt B&O maximal 8 Geräte gleichzeitig per WLAN bzw. maximal 16 Geräte gleichzeitig per LAN

Der Smarte: Amazon Echo

Per Softwareupdate bekamen Amazons kleine Lautsprecher Echo und Echo Dot im Sommer 2017 ein Multiroom-Feature aufgespielt, um im ganzen Haus synchron Musik abzuspielen. Per Sprachbefehl könnt Ihr über den digitalen Assistenten Alexa Musik einem spezifischen Echo-Gerät oder einer ganzen Gruppe zuweisen. Nach dem Motto: "Alexa, spiele ACDC im Erdgeschoss". Bald soll sich so Musik auch über Netzwerklautsprecher anderer Hersteller per Zuruf steuern lassen.

Amazons Echo und Echo Dot(© 2016 CURVED)
  • Dienste: Amazon Music, TuneIn, Spotify
  • Preis: ca. 130 Euro (Amazon Echo), ca. 50 Euro (Echo Dot)
  • Maximale Lautsprecher: Antwort steht noch aus

Der Preisbewusste: Multiroom by Medion

Wenn es etwas günstiger sein soll, ist Medion eine Alternative für Multiroom-Speaker. Auf der IFA 2017 hat der Hersteller den Alexa-Speaker P61110 vorgestellt. Außerdem wird es drei weitere Speaker in unterschiedlichen Größen mit eingebautem Akku geben, die alle zusammen für ein Multiroom-Setup verbunden werden können. Verkaufsstart der Geräte soll noch Ende diesen Jahres sein.

Der MEDION P61110 erinnert optisch an den Amazon Echo(© 2017 MEDION)
  • Dienste: WLAN, Bluetooth, Aux
  • Preis: 99 Euro (P61110), Preise für die anderen Speaker noch nicht bekannt
  • Maximale Lautsprecher: Da die App noch in Entwicklung ist, macht Medion dazu noch keine Angabe

Der alte Bekannte: Creative

Creative kennt man noch als Soundkartenhersteller für den PC. Frisch auf der IFA 2017 vorgestellt finden wir im Sortiment des Herstellers mit dem Omni einen kleinen Speaker, den Ihr stationär in die Wohnung stellen, aber auch für unterwegs mitnehmen könnt. Er hat sogar ein Fach für eine microSD-Karte, damit Eure Lieblingsmusik auch ohne Smartphone immer dabei ist. Kompatibel ist der Omni im Multiroom-Setup auch zu anderen Speakern des Herstellers.

Creative Omni Multiroom Lautsprecher(© 2017 Creative)
  • Dienste: WLAN, Bluetooth, Aux, microSD-Karte
  • Preis: 130 Euro
  • Maximale Lautsprecher: 100 sind technisch möglich, wegen der Latenz des Signals oder Störquellen im Haushalt sind allerdings nur 5 gleichzeitig empfohlen

Der Partybegleiter: Ultimate Ears

Bei Ultimate Ears nennt sich das Feature "PartyUp". Seite Ende letzten Jahres könnt Ihr bis zu 50 der bunten Bluetooth-Speaker Boom, Boom 2 oder Megaboom zusammenschließen. Allerdings lässt sich nicht pro Speaker andere Musik abspielen, sondern lediglich ein und derselbe Titel durch weitere Boxen verstärken. Richtiges Multiroom ist das also nicht.

Boom und Megaboom lassen sich zum Beispiel zusammenschließen(© 2015 CURVED)
  • Dienste: Bluetooth
  • Preise: 199 Euro (Boom 2), 299 Euro (Megaboom)
  • Maximale Lautsprecher: 50

Der mit dem Reißverschluss: Libratone

Bei Libratone gibt es aktuell zwei verschiedene Multiroom-Lautsprecher, ZIPP und ZIPP Mini. Die stoffüberzogenen Speaker gibt es in vielen Farben und bieten 360-Grad-Beschallung. Im Herbst soll auch Amazons Sprachassistent Alexa und bis Ende 2017 AirPlay 2 integriert werden.

Libratone ZIPP und ZIPP mini(© 2015 CURVED)
  • Dienste: Spotify Connect, Bluetooth, WLAN, USB, Airplay, DLNA
  • Preise: 199 Euro (ZIPP mini), 299 Euro (ZIPP)
  • Maximale Lautsprecher: 16 (bis 8 Gruppen mit bis zu 6 Einzellautsprechern)
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