Sony Xperia Z Hands-On: Design und Hardware

Schon in Kürze wird das neue Sony Xperia Z im deutschen Handel und über BASE erhältlich sein. BASE gibt den kommenden Freitag, 1. März, als offiziellen Starttermin an. Mit 5 Zoll-Bildschirmdiagonale gehört das Xperia Z zu den größeren Smartphones und bietet dabei mit einer Full-HD Auflösung von 1920x1080 Pixeln eine extrem hohe Auflösung. Um den bekannten Indikator zu nennen: 443 ppi. Damit lässt es bei der Pixeldichte sogar das Retina-Display des aktuellen iPhone 5 hinter sich.

Wagen wir nun also einen ersten kleinen Test des neuen High-End-Smartphones von Sony.

Material und Verarbeitung

Das Sonys Xperia Z besteht zum größten Teil aus gehärtetem Glas und fühlt sich sehr wertig an, was bisher definitiv selten zu finden ist im Android-Smartphone-Bereich. Das Glas wurde sowohl an Vorder- und Rückseite verarbeitet als auch an den Seitenkanten. Alles zusammen ist eingefasst in einem Kunststoffrahmen der jedoch "weich" wirkt und somit dazu beiträgt, dass das Gerät nicht direkt komplett splittert wenn es mit einer der Kanten auf den Boden fällt.

Ebenfalls zur Verhinderung von Splittern sind die Vorder- und Rückseite mit einer Schutzfolie beklebt. Diese kann man nur erkennen wenn man genau hinschaut, sie fällt aber nicht weiter auf. Sie ist natürlich blasenfrei und perfekt angebracht. Sie scheint nicht ablösbar zu sein.

Das Handy soll laut Hersteller diverse Schutzarten erfüllen, die so genannten IP55 und IP57 (was das genau bedeutet erklärt uns Wikipedia). Das Handy ist also gegen Staub, zeitweises Untertauchen und Strahlwasser geschützt. Das sieht man auch bedingt am Gerät selbst: Alle Öffnungen wie z.B. die Ladebuchse, Micro-SD oder Kopfhöreranschluss sind durch eine Schutzklappe verdeckt. Diese müssen also wohl zum erfüllen der Schutzart geschlossen sein. Unter fast jeder Klappe gibt es einen Feuchtigkeitsindikator. Damit kann Sony feststellen ob eine der Klappen offen war, falls es einmal zu einem Feuchtigkeitsschaden gekommen ist. Da ich mir nicht sicher war, ob es sich um Feuchtigkeitsindikatoren handelt, habe ich einen mit einem feuchten Wattestäbchen ausgelöst. Mit nassen Fingern schnell mal das Ladekabel einstecken ist also nicht zu empfehlen, dass könnte im Extremfall sogar die Garantie kosten.

Das SIM-Tray nimmt eine Micro-SIM-Karte auf und ist ähnlich aufgebaut wie bei Apples iPhone. Der Träger ist recht dünn und empfindlich, also vorsicht beim einsetzen eurer SIM-Karte. Das macht man aber zum Glück natürlich nicht jeden Tag, daher ist das kein Problem.

Der Akku ist übrigens fest verbaut und kann nicht ausgetauscht werden. Der Nachteil wäre damit schon ausgesprochen. Der Vorteil ist, dass das Smartphone sehr kompakt gebaut werden kann und eine zusätzliche Stabilität gewinnt aufgrund der fehlenden Akku-Klappe. Die fest verbauten Akkus sind in der Welt der Smartphones und Notebooks immer wieder ein großer Diskussionspunkt. Ich persönlich habe keine Schmerzen damit, denn ich habe noch nie einen Ersatzakku für ein Mobiltelefon gekauft. Selbst als ich ihn noch selbst hätte wechseln können.

Design und Funktion

Die Glas-Elemente des Xperia Z schimmern leicht dunkelblau. Der einfassende Kunststoffrahmen (genauer gesagt Fiberglas-Polyamid) wird in den drei Farben Schwarz, Purple und Weiß verfügbar sein. Das uns zur Verfügung stehende Testgerät ist die schwarze Variante. Hinten auf dem Gehäuse ist ein kleiner Aufkleber mit einem "doppelten Z" angebracht. Dieser lässt sich jedoch leicht entfernen. Die Kamera ragt nicht aus dem Gehäuse, so dass das Smartphone also plan auf den Tisch gelegt werden kann. Die Schutzklappen für die unterschiedlichen Anschlüsse passen sich fast nahtlos in das Design ein.

Auf der linken Seite des Gerätes kann man zwei Kontakte entdecken. Diese sind laut Anleitung ein "Charging Dock Connector", dieser dient dazu das Handy in einer Dockingstation zu laden. Diese wird übrigens bei den von BASE verkauften Xperia Z mit zum erweiterten Lieferumfang gehören. Außerdem zusätzlich mit dabei sind NFC-Tags und Schutzfolien. Unser Testgerät war leider eine "normale"  Version und daher können wir die Dockingstation hier nicht vorstellen oder genauer testen.

Das einzige was das wirklich schöne Design meiner Meinung nach stört, ist der silberne Power-Button, der leider recht weit aus dem Gehäuse heraussteht. Da sich das Smartphone sonst weitestgehend in dunklen Farben präsentiert, wirkt der Button deplaziert und so als würde er nicht zu diesem Gerät gehören.

An der unteren rechten Ecke des Gerätes gibt es die Möglichkeit eine Trageschlaufe zu befestigen, wie man es auch vom aktuellsten iPod touch kennt.

Insgesamt wirkt das Design wirklich sehr schön und konsequent (den Powerbutton ausgenommen). Mit 7,9 mm zählt es zu den dünnsten erhältlichen Smartphones und fühlt sich trotzdem wertig und gut verarbeitet an. Hier hat Sony auf jeden Fall sehr viel richtig gemacht.

Display

Das 5 Zoll-Display bietet die vom TV bekannte Full-HD Auflösung und eine Pixeldichte von 443 ppi. Es ist also dem menschlichen Auge nicht möglich einzelne Pixel zu erkennen - sozusagen ein perfektes Display.

Kontrast und Helligkeit lag bei meinem Vergleichstest knapp unter der Leistung des iPhone 5, jedoch auf jeden Fall sehr gut. Mit einem OLED-Display können in Sachen Kontrast natürlich beide nicht mithalten. Das Sony versteckt diesen Makel jedoch recht gut, da im Betriebssystem fast kein Schwarz sondern nur ein Mittel- bis Dunkelgrau vorkommt.

Ist das Display ausgeschaltet, kann man in das Display eingearbeitete "Drähte" erkennen. Vielleicht habt ihr schon einmal in einem PKW mit Frontscheibenheizung gesessen, so ähnlich kann man es sich vorstellen. Fällt im normalen Betrieb natürlich nicht auf. Ich vermute, dass dies die Technik für den Touchscreen ist. Habe ich allerdings zum ersten Mal sichtbar bei einem Smartphone wahrnehmen können.

Die auf dem Gerät befindlichen Demo-Videos in Full-HD sehen hervorragend aus und nutzen die Auflösung des Displays. Aber auch das Surfen im Web macht viel Spaß, da durch die hohe Auflösung wenig bis gar nicht gezoomed werden muss.

Lautsprecher und Kopfhörer

Der Lautsprecher ist an der unteren Rechten Kante des Xperia Z zu finden. In diesem Fall gibt es also nur eine "Mono" Tonausgabe. Auch die Lautstärke des Lautsprechers ist nicht besonders hoch, bietet aber einen recht guten Klang.

Die mitgelieferten Kopfhörer sind In-Ear, bieten aber in meinem Test nur einen mittelmäßigen Klang. Hier sollte man also nicht allzuviel erwarten. Das Design der Ohrhörer ist auch etwas gewöhnungsbedürftig. Natürlich ist eine Fernbedienung am Kabel integriert um die Musik zu steuern, und ein Mikrofon um zu telefonieren. Dafür reicht es natürlich auf jeden Fall aus.

Kamera

Sony verbaut in diesem Smartphone eine 13 Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 2 Megapixel-Kamera auf der Frontseite für Videotelefonie (und peinliche Selbstportraits). Mit an Board ist natürlich auch ein LED-Blitz für dunkle Motive. Die Kamera wirkt in der Vorschau super flüssig und ermittelt selbstständig eines der vorprogrammierten Motive um die Darstellung zu optimieren. Der Auslöser reagiert extrem schnell. Nachfolgend einige Vergleichsbilder mit dem iPhone 5.

Beide Smartphones waren komplett auf "Automatik" eingestellt und wurden beim Auslösen direkt "übereinander" gehalten. Es handelt sich also jeweils um das gleiche Motiv mit minimaler Verschiebung des Ausschnitts.

Das Sony Xperia liefert, wie vom Hersteller versprochen, hellere Fotos. Diese zeigen jedoch ein deutliches Bildrauschen und wirken blass im direkten Vergleich zu den Fotos vom iPhone 5. Das ist eigentlich sehr schade, denn man verbindet Sony als Marke eigentlich automatisch auch mit guten Kameras und einer guten Fotoqualität.

Fazit erster Eindruck

Das Xperia Z ist ein würdiges Smartphone um Sony bei den High-End-Geräten zu vertreten. Endlich gibt es ein Android-Smartphone bei dem Wert auf die verarbeiteten Materialien gelegt wurde. Leider sprechen nicht alle der getesteten Szenarien für das Sony. Besonders bei der Qualität der Fotos war ich zu erwartungsvoll und wurde enttäuscht.

Mobilfunkexperte Christian wird sich nun der Software, der Performance und technischen Daten des Xperia widmen und euch natürlich ausführlich berichten.