Sony Xperia Z Ultra - Das Riesen-Smartphone im Test

Neben dem auf der diesjährigen IFA gezeigten Sony Xperia Z1 hat Sony aktuell noch ein weiteres Top-Modell zu bieten. Die Rede ist vom riesigen 6,4-Zoll-Boliden namens Sony Xperia Z Ultra. Das Gerät ist wie sein "kleiner Bruder" Z1 nach IPX5/8 Norm zertifiziert und das einzige wasserdichte großformatige Full-HD-Smartphone weltweit, wenngleich es aufgrund der Größe fast schon in das Tablet-Segment gehört. Des Weiteren finden sich viele Highend-Komponenten in dem Gerät wieder, wie der Snapdragon-800-Prozessor, das Triluminos-Display mit "X-Reality for mobile", die Glas-Front- und Rückseite, die Kamera mit Exmor-RS-Technik, und so einiges mehr.

In meinem Artikel möchte ich berichten, wie sich mit dem Sony Xperia Z Ultra Phablet (Mischung aus Telefon und Tablet) im Alltag arbeiten lässt.

Lieferumfang

Das Sony Xperia Z Ultra kommt in einem kompakten weißen Karton mit Sony Logo daher. Trotz des hohen Preises (UVP liegt bei 679€) fällt der Lieferumfang eher spärlich aus, eine Tasche oder Docking Station hat Sony dem Gerät dieses Mal nicht spendiert. Hier bin ich von Sony besseres gewohnt.

  • Sony Xperia Z Ultra
  • Netzteil
  • micro-USB-Kabel
  • Kurzanleitung
  • Stereo-Headset

Das Gerät ist übrigens wahlweise in den Gehäusefarben schwarz, weiß oder lila erhältlich.

Verarbeitung

Dies ist eine Paradedisziplin des Sony Xperia Z Ultra, mit seinem ultraflachen Metallrahmen und der gläsernen Front- und Rückseite ist es extrem hochwertig verarbeitet. Das Gerät kommt mit einem festverbauten Akku, sowie Schutzkappen über sämtlichen Anschlüssen, was dafür sorgt, das es zu einem gewissen Maß staub- und wasserdicht ist. Was die Hardware-Tasten angeht, hat Sony nur drei echte Tasten am rechten Gehäuserand verbaut: Die Laut- und Leise-Taste sowie die Power-Taste um das Gerät ein- und auszuschalten. Was gut gelöst ist, ist die Tatsache, das der 3,5 mm Klinkenanschluss keinen Verschluss benötigt um das Gerät wasserdicht zu halten.

Etwas lästig ist der Ladeanschluss. Hier muss immer die Staub- und Wasserschutzkappe entfernt werden, um den micro-USB-Anschluss freizulegen. Abhilfe schafft hier nur die Auflade-Docking-Station (DK30), über die das Gerät anhand der zwei seitlichen Ladekontakte direkt aufgeladen werden kann, ohne die Schutzkappe entfernen zu müssen.

Das Gewicht von 212 Gramm tut zum hochwertigen Gesamteindruck sein übriges und lässt den dünnen 6,4 Zoll-Flachmann extrem gut dastehen. Spaltmaße gibt es beim Sony Xperia Z Ultra keine zu entdecken, auch knacken oder knarzen lässt sich dem Gehäuse nicht entlocken. Was nicht so schön ist: das glanzschwarze Gehäuse zieht Fingerabdrücke nahezu magisch an. Ich habe mich daher für eine matte Schutzfolie entschieden, da das Display hiermit wesentlich weniger Fingerabdrücke und Flecken abbekommt.

Display

Das 6,4 Zoll große Display (mit X-Reality for mobile) mit einer Auflösung von 1080 x 1920 Pixeln beherrscht nahezu die komplette Gerätefront. Das Display stellt maximal 16,7 Millionen Farben dar und ist selbstverständlich kapazitiv.

Das Display reagiert präzise auf die Eingabe per Finger, so lassen sich die einzelnen Menüicons oder Menüpunkte genau treffen und bedienen.

Dank des Triluminos-Displays werden Farben satt und in feinen Abstufungen dargestellt. Auch kräftige Farbtöne wie Rot, Blau und Grün wirken klarer und intensiver. Die Sony-Technik sorgt für ein breiteres Farbspektrum und mit der dadurch verbesserten Farbsättigung für eine Anzeige in lebendigen Farben. In meinen Augen ist das Display wirklich eines der Besten im Smartphone-Sektor, vergleichbar mit dem brillanten IPS-Display des LG G2.

Das besondere ist beim Sony Xperia Z Ultra die Möglichkeit, das Gerät mit jedem beliebigen Stift zu bedienen. So lassen sich wie in alter PDA-Manier sämtliche Menübefehle per Stift wählen, egal ob es sich beim Stift um einen Bleistift oder Kugelschreiber handelt. So lässt sich der Stift vor allem zum Schreiben von Notizen oder kurzen Memos (Skizzen- und Notizen-App) nutzen. Einige entsprechende Apps liefert Sony gleich mit. Hauptnachteil dieser Technik ist, das ein Stift nicht ins Gehäuse integriert wurde, sondern immer separat mitgeführt werden muss.

Was die Pixeldichte von 342 PPI (Punkte pro Zoll) angeht, so ist das Sony Xperia  Z Ultra absolut auf Augenhöhe mit anderen Smartphones dieser Größe:

  • ASUS Fonepad Note FHD - 6 Zoll - 367 PPI
  • Huawei Ascend Mate - 6,1 Zoll - 241 PPI
  • LG G2 - 5,2 Zoll - 424 PPI
  • Samsung GALAXY Note 3 - 5,7 Zoll - 386 PPI
  • Samsung GALAXY Mega - 6,3 Zoll - 233 PPI
  • Sony XPERIA Z1 - 5,0 Zoll - 441 PPI
  • ZTE Grand Memo - 5,7 Zoll - 258 PPI

Die Farbwiedergabe ist wie bereits erwähnt sehr gut und auch die Lesbarkeit unter Sonnenlicht ist wirklich gut. Was die Blickwinkelstabilität angeht, konnte ich keine Probleme feststellen. Selbst wenn man das Gerät wirklich schräg hält, bleibt das Display durchweg ablesbar. Die von einigen Käufern bemängelte Überempfindlichkeit des Touchscreens auf Eingaben hat Sony mittlerweile in den Griff bekommen und ein entsprechendes Softwareupdate verteilt.

Das Anzeigeformat wird selbstverständlich durch Drehen des Gerätes beeinflusst, da auch beim Sony Xperia Z Ultra ein Lagesensor verbaut wurde. Hält man das Gerät also im Hochformat, ist der Bildschirminhalt auch im Hochformat ausgerichtet, hält man das Gerät dann im Querformat so wechselt die eingeblendete Tastatur und die Displayanzeige mitsamt ins Querformat.

Kamera

Die 8-Megapixel-Kamera des Sony Xperia Z Ultra macht Fotos in einer maximalen Auflösung von 3264 x 2448 Pixeln. Verwendet man den "überlegenen Automatik"-Modus, werden die Bilder immerhin noch 7 Megapixel groß, was einer Auflösung von 3104 x 3228 Pixeln entspricht.

Wie bei Sony üblich, ist das Kamera-Interface sehr übersichtlich und mit einer Menge an Features ausgestattet, inklusive Gesichtserkennung, Smile Shutter, Geo-Tagging, Touch Fokus und HDR-Funktion. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit Serienbilder anzufertigen, bei diesem Burst-Shot lässt sich quasi eine unlimitierte Folge von Bildern aufnehmen, wenn man den Auslöseknopf gedrückt hält.

Die Kamera-Qualität ist insgesamt in Ordnung, wenngleich die Qualität bei schlechten Lichtverhältnissen merklich in die Knie geht. Hier hätte ich mir definitiv ein Blitzlicht gewünscht, um die Bilder aufhellen zu können. Insgesamt kann man mit der Kamera aber ordentliche Schnappschüsse anfertigen, auch Makro-Aufnahmen sind Dank des integrierten Autofokus in sehr guter Qualität möglich.

Neben Standbildern kann das Sony XPERIA Z Ultra natürlich auch Videos aufnehmen. Die maximale Auflösung liegt bei 1920 x 1080 Pixeln (1080p). Auch hier gibt es wie im Fotomodus eine Menge an Einstellungsmöglichkeiten.

Technische Daten

Nachfolgend die wichtigsten technischen Details zum Sony Xperia Z Ultra. Weitere Details findet man auf der Sony Produktseite oder dem sogenannten Whitepaper.

Software

Das Sony Xperia Z Ultra kommt mit Android 4.2.2 (Jelly Bean) und einer minimal angepassten Oberfläche daher. Insgesamt gefällt mir die Sony-Oberfläche sehr gut, da sie optisch recht nah an die Standard-Android-Optik angelehnt ist. Als Internet-Browser kommt Googles bewährter Chrome-Browser zum Einsatz.

Im Bereich Office-Funktionen hat Sony die bereits erwähnte Notiz-Anwendung inklusive Stift-Unterstützung integriert. Dokumente lassen sich mittels der OfficeSuite7 anzeigen, hiermit können Word-, Excel-, PDF- und PowerPoint Dateien angesehen, aber leider nicht bearbeiten. Hierzu muss man auf die kostenpflichtige Pro-Version zurückgreifen oder im PlayStore nach anderen Anwendungen (wie z.B. QuickOffice) Ausschau halten.

Der Sony Walkman Play ist natürlich mit an Bord, er bietet eine ziemlich coole Oberfläche, wie sie schon auf diversen Sony Geräten zum Einsatz kommt. Die Musik kann Dank der SensMe-Funktion nach Laune und Musikgenre sortiert werden. Natürlich gibt es auch die Sony XLoud (Loudness)-Funktion und einen Equalizer. Zur weiteren kurzweiligen Unterhaltung ist das Gerät auch "PlayStation certified", d.h. man kann aus dem PS Store auch Playstation 1 Titel kaufen und spielen.

Eine nette Funktion beinhaltet auch die Sony Onscreen-Tastatur. Hier lässt sich die Tastatur auf eine Einhand-Bedienung umstellen, hierbei lassen sich die Tasten entweder links- oder rechtsbündig anordnen. Dies funktioniert insgesamt ganz gut, wenngleich ich eher der Typ bin, der mit beiden Daumen gleichzeitig tippt. Um aber eben mal mit einer Hand eine SMS zu beantworten reicht die Tastatur allerdings allemal.

Akkulaufzeit

Das Sony Xperia Z Ultra kommt mit einem 3.050 mAh starken Akku daher, welcher wohl auch aufgrund der Wasserdichtigkeit fest im Gerät verbaut wurde. Doch auch wenn der Akku recht groß dimensioniert klingt, zieht das 6,4-Zoll-Display ordentlich Leistung. Sobald das Display aktiv genutzt wird kann man merklich zuschauen wie die Akkulaufzeit schwindet. In meinem Test kam ich auf gut 1,5 Tage Laufzeit, mit etwa einer Stunde surfen, Musik abspielen und Video schauen. Wenn man wirklich viel mit dem Gerät im Internet surft kommt man auf gut einen Tag Laufzeit, hier ist nach 5-6 Stunden Surfvergnügen Feierabend.

Um das Maximum aus dem Gerät herauszuholen hat Sony eine Energiesparfunktion (Stamina-Modus) integriert. Hiermit lassen sich Funktionen wie WLAN, GPS, Bluetooth Display-Helligkeit, Auto-Sync und Hintergrund-Daten an- und ausschalten, wenn die Batterieleistung unter eine bestimmte Grenze fällt. Des Weiteren lässt sich WLAN deaktivieren, wenn kein bekanntes WLAN Netz in der Nähe ist, ebenso wie die mobile Datenübertragung per GSM/UMTS/LTE deaktiviert werden kann, wenn das Display ausgeschaltet ist. Je nach Einstellung kann man schon eine merklich längere Laufzeit feststellen, es kommt aber insgesamt darauf an welche Gerätefunktionen man regelmäßig nutzt.

Zubehör

Um das Sony Xperia Z Ultra vernünftig zu schützen, empfehle ich einerseits eine  Schutzfolie sowie eine Leder-Schutzhülle. Ich habe mich für eine matte Schutzfolie von Mumbi entschieden, sowie ein extrem schönes Leder-Case von Nillkin. Gut gefällt mir vor allem der Magnetverschluss der Schutzhülle, da damit die Klappe immer ordentlich geschlossen bleibt und nicht offen stehen bleibt. Nachfolgend ein paar Bilder wie mein Sony Xperia Z Ultra nun ausschaut:

Eine matte Schutzfolie würde ich jedem empfehlen, der weniger Fingerabdrücke auf dem Gerät haben möchte, da diese den unschönen Verschmiereffekt auf dem Gehäuse stark abmildert.

Fazit

Das Sony Xperia Z Ultra ist ein wirklich erstklassiges Phablet. Das Gerät bietet neben der erstklassigen Verarbeitung und dem sehr guten Display eine wirklich vollwertige Ausstattung. Dank des Qualcomm-Snapdragon-800-Prozessors laden die einzelnen Apps wirklich extrem schnell und Wartezeiten gibt es so gut wie keine.

Der Hauptnachteil ist bauartbedingt die extreme Gerätegröße. Hier sollte man sich aber vorher im klaren darüber sein das es eher Richtung Tablet geht, als in Richtung Smartphone. Lange Gespräche möchte wohl kein Anwender mit diesem Gerät führen, nicht ohne Grund bietet Sony das Smart Bluetooth Handset (SBH52) als Zubehör an.

Preislich orientiert sich das Gerät übrigens knapp unter 600€, damit liegt es auf Niveau der Topmodelle aus dem Hause Samsung, Apple oder HTC. Ich für meinen Teil benötige dank dem Sony Xperia Z Ultra kein Tablet mehr, da es sich dank des großen Displays um eine adäquate Alternative handelt. Ein kleineres Smartphone trage ich aber trotzdem bei mir, da sich hiermit auf Dauer wesentlich angenehmer telefonieren lässt. Wer sich ein Phablet zulegen möchte, der sollte das Sony Xperia Z definitiv in die engere Auswahl ziehen.

Video

Zum Abschluss noch ein kurzes Produktvideo, das Sony zum Xperia Z Ultra auf YouTube bereitgestellt hat.