Spionagesoftware auf Smartphones aktiv?

Der Dienstleister Carrier IQ steht im Verdacht, Tastatur-Eingaben auf Smartphones mitzulesen und möglicherweise auszuwerten. Diese Vorwürfe wies das Unternehmen entschieden zurück, schließlich helfe man nur den Netzbetreibern.

Software-Spezialist Trevor Eckhart hatte bei einer Analyse eines HTC-Smartphones mit dem Betriebssystem Android festgestellt, dass Carrier IQ die Eingabe von Telefonnummern und Suchanfragen aufzeichnet. Auch komplette SMS-Nachrichten werden an den Server der Firma übermittelt, so Eckert in einem Video.

Bei einem Gespräch mit dem US-Blog „All Things D“ bestätigte Carrier-IQ-Manager Andrew Coward den Mitschnitt von Tastatur-Eingaben, wies aber gleichzeitig auf die Zusammenarbeit mit den Netzbetreibern hin. So könne beispielsweise während eines Telefonates mit dem Kunden-Center die Eingabe eines Codes auf dem Handy erleichtert werden. Alle Daten, die bei Carrier-IQ eingehen, sollen lediglich zur Verbesserung des Netzbetriebs dienen. Um das zu ermöglichen, wird auch gespeichert, wann eine Person angerufen worden ist und von welcher Telefonnummer aus der Anruf getätigt wurde. Private Informationen speichere der Konzern allerdings nicht. Eine Weitergabe der Daten an Dritte wurde auch ausgeschlossen.

Es wird vermutet, dass die Spionage-Software in Deutschland nicht zum Einsatz kam. Trotz dieser These hat der bayerische Datenschützer Thomas Kranig eine Anfrage an den Handy-Hersteller Apple gesendet. Der Grund für dieses Verhalten liegt in den USA: Hier soll Apple bis zum Betriebssystem iOS 5 bestimmte Daten durch Carrier-IQ erhoben haben. Der Nutzer hätte die Datenübermittlung aber einstellen können. Zu den genauen Details hielt sich der Datenschützer am Freitag bedeckt. Seiner Behörde sei der Einsatz einer oben erwähnten Software in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Insgesamt sollen 140 Millionen mobile Geräte mit der Schnüffel-Datei ausgestattet sein. Betroffene Netzbetreiber sollen, ersten Einschätzungen zufolge, AT&T und Sprint sein. Weitere Anbieter könnten in den nächsten Tagen eine Nutzung einräumen.