Wegen Spotify: EU knöpft sich Apple vor

Der App Store dürfte für viele Spotify-Abos von iPhone-Nutzern verantwortlich sein
Der App Store dürfte für viele Spotify-Abos von iPhone-Nutzern verantwortlich sein(© 2017 CURVED)

Wie wir bereits in aller Ausführlichkeit berichteten, hat Spotify ein großes Problem mit den Geschäftspraktiken Apples. Der Musik-Streaming-Dienst wirft Apple vor, seine dominante Marktposition zu missbrauchen. Auf Drängen Spotifys befasst sich die EU nun intensiver mit dieser Problematik.

Das schwedische Unternehmen hatte eine Klage bei der EU eingereicht. Nun komme es zu einer formellen kartellrechtlichen Untersuchung, berichtet die Financial Times. Bevor diese Entscheidung gefallen sei, habe die EU unter anderem Kunden und Konkurrenten von Spotify befragt. Die Untersuchung soll "in den nächsten Wochen" beginnen.

Apple verdient an Spotify-Abos mit

Ein Dorn im Auge ist Spotify insbesondere die Provision, die Apple für Abo-Verkäufe über den App Store verlangt. Der iPhone-Hersteller genehmigt sich 30 Prozent im ersten Jahr und 15 Prozent für jedes darüber hinausgehende. Laut Spotify stehe dies einem wettbewerbsfähigen Preis im Weg. Apple Music habe nicht mit diesen Hürden zu kämpfen.

Außerdem habe Apple generell kein Interesse an einem fairen Wettbewerb. Was Spotify verschweigt ist, dass der Streaming-Dienst auch in erheblichem Maße von dem großen Konkurrenten profitiert. Der App Store dürfte dem Unternehmen etliche Abos eingebracht haben. Zugegeben: Die Kalifornier lassen sich das fürstlich vergüten. Doch Spotify ist nicht der einzige Dienst, der Provisionen bezahlen muss.

Netflix etwa erging es lange Zeit genauso. Dem Video-Streaming-Dienst hat das ebenfalls nicht gefallen. Als Konsequenz vertreibt Netflix inzwischen nun keine Abos mehr über Apples Plattform. Diese Möglichkeit stünde auch Spotify offen.


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