Spotify, Apple Music und Co.: So findet Ihr den richtigen Streaming-Dienst

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Spotify bietet mit Abstand das beste Paket.
Spotify bietet mit Abstand das beste Paket.(© 2015 CURVED)

Egal ob Spotify, Apple Music oder Deezer: Musik streamen können sie alle. Aber wo gibt es das beste Angebot fürs Geld? Wir machen den Vergleich.

Kauft heute eigentlich noch jemand CDs? Wahrscheinlich nicht, denn Streaming-Dienste wie Spotify oder Apple Music bieten längst Zugriff auf Millionen Titel zu einem fixen monatlichen Preis. Fast alle Angebote auf dem Markt bieten die Möglichkeit, Musik nicht nur zu streamen, sondern auch offline verfügbar zu machen und eigene Playlisten zu erstellen. Trotzdem gilt: Streaming-Dienst ist nicht gleich Streaming-Dienst.

Amazon Prime Music und Music Unlimited

Ganz deutlich wird das bei Amazon. Der Versandhändler hat mittlerweile nämlich gleich zwei Streaming-Dienste im Angebot: Prime Music und Music Unlimited. Beide unterschieden sich nicht nur im Umfang, sondern auch bei den Zugriffsmöglichkeiten. Prime Music ist wie Prime Video ein fester Bestandteil des Prime-Abos für (noch) 49 Euro im Jahr. Wer kein Prime-Kunde ist, verpasst nicht sehr viel: Der Katalog umfasst nur rund zwei Millionen Songs. Das klingt zunächst zwar nach einer großen Zahl. Schaut man sich aber das Angebot von Music Unlimited an, wird klar, was gemeint ist.

Zwei Dienste, eine App. Amazon verwirrt etwas mit seinem Angebot.(© 2016 CURVED)

Amazons neuer Dienst kommt mit 40 Millionen Songs. Dass das mehr kostet, ist klar. Den günstigsten Tarif gibt es für 3,99 Euro im Monat. Um diesen zu buchen, müsst Ihr aber Prime-Kunde sein und zusätzlich einen Amazon Echo oder Echo Dot besitzen. Denn Music Unlimited läuft zu diesen Konditionen nur auf den smarten Lautsprechern. Wollt Ihr auch am PC oder auf dem Smartphone Musik hören, zahlt Ihr als Prime-Kunde zusätzlich zum Abo entweder 7,99 Euro im Monat oder günstigere 79 Euro im Jahr. Wer nur die Musik hören und sonst nichts mit Amazon am Hut haben will, zahlt pro Monat 9,99 Euro. Den Familientarif für bis zu sechs Mitglieder gibt es für 14,99 Euro monatlich. Neben Musik gibt es sowohl bei Prime Music als auch bei Music Unlimited Hörspiele, etwa "Die drei ???".

Napster mit großem Musikkatalog

Einen ähnlichen großen Musik-Katalog kann Napster vorweisen. Rund 40 Millionen Titel hat der Dienst nach eigenen Angaben im Angebot. Zum Umfang gehören neben Musik auch Hörbücher und Hörspiele.  Sämtliche Titel könnt Ihr wie bei der Konkurrenz online und offline hören – wenn Ihr Euch für das richtige Angebot entscheidet.

Die "Napster Music-Flatrate + Mobile" kostet 9,95 Euro im Monat und enthält die Möglichkeit zum Musik-Download. Außerdem steht das Angebot für alle kompatiblen Endgeräte zur Verfügung. Das ist bei der "Napster Music-Flatrate" anders. Sie kostet 7,95 Euro monatlich, ermöglicht aber nur das Streamen von Musik via PC oder Mac. Eine Nutzung auf dem Smartphone oder Tablet ist das damit nicht möglich.

Google Play Music: Mit KI zum Erfolg?

Im Prinzip bot Google Play Music in der Vergangenheit nichts Besonderes. Es gibt Apps für Android und iOS und eine Web-App, über die Ihr das Angebot in Anspruch nehmen könnt. Das Abo kostet für Einzelnutzer 9,99 Euro und für Familien (bis zu sechs Mitglieder) 14,99 Euro im Monat. Daneben könnt Ihr den Dienst auch kostenlos, dann aber nur eingeschränkt nutzen. Musik-Downloads sind dann nicht mehr drin. So weit, so unspektakulär.

Spannender wird es mit dem Update, das Google im November 2016 angekündigt hat. Play Music soll dann vom sogenannten Machine Learning profitieren. Im Klartext: Der Dienst liest zum Beispiel den Wetterbericht aus und schlägt passende Musik für Regentage vor. Das soll auch ortsabhängig funktionieren. Seid Ihr im Fitnessstudio, werden Euch Workout-Playlists angezeigt, in der Bibliothek zeigt der Dienst ruhige Musik zum Lernen. Wer sich auf das Google-Universum einlässt, bekommt so ohne Aufwand immer die richtige Musik präsentiert, macht sich aber natürlich auch noch etwas gläserner für das Unternehmen.

Apple Music mit exklusiven Inhalten

Abonnenten von Apple Music bekommen vor allem eines: exklusive Inhalte. Nicht wenige Künstler veröffentlichen neue Alben exklusiv beim kalifornischen Streaming-Dienst. Wer früh in neue Musik reinhören will, ist bei Apple Music also genau richtig. Dazu kommt, dass Künstler über ein soziales Netzwerk direkt mit dem Publikum in Verbindung treten können. Auch bei Apple Music gelten die üblichen Preise. Heißt: 14,99 Euro für bis zu sechs Familienmitglieder und 9,99 Euro für Einzel-Abos. Gratis hören könnt Ihr nur den Online-Sender Beats 1 hören. Darüber hinaus bietet Apple eine kostenlose dreimonatige Probemitgliedschaft an. Der Dienst ist in iTunes für macOS und Windows integriert. Außerdem gibt es neben der iOS- auch eine Android-App.

Beats 1 von Apple Music ist für alle kostenlos.(© 2016 CURVED)

Deezer und Tidal mit Alleinstellungsmerkmalen

Der Song-Katalog von Deezer umfasst 40 Millionen Titel. Da kann nur Amazon Music Unlimited mithalten. Neben dem großen Umfang bewirbt der Dienst auch die Integration zahlreicher Sendungen und Podcasts. Dabei sind zum Beispiel so bekannte Sachen, wie etwa "Serial". Auch Deezer bietet ein werbefinanziertes Gratis-Modell und Premium-Konten zu den üblichen Preisen (Single 9,99 Euro / Familie mit sechs Accounts 14,99 Euro pro Monat) an.

Teurer wird es bei Tidal. Dort könnt Ihr bis zu 19,99 Euro im Monat ausgeben. Der Grund: Tidal bietet mit Tidal HiFi ein Angebot für audiophile Musikliebhaber. Das bedeutet, die Musik ist nicht komprimiert, die Audiodateien sind dafür größer. Zum Anhören empfehlen die Macher den Offline-Modus. Daneben gibt es auch den normalen Dienst zu den üblichen Preisen und über 130.000 Musikvideos, die für HiFi-Kunden höher aufgelöst sind.

Spotify ist die Nummer eins

Apps für jede Plattform, 100 Millionen aktive Nutzer, davon 30 Millionen zahlende Kunden. Ganz klar: Spotify ist und bleibt die Nummer eins im Musik-Streaming-Geschäft. Aktuell hat das schwedische Unternehmen über 30 Millionen Titel im Angebot, mit denen die Nutzer zwei Milliarden Playlists erstellt haben, lässt man verlauten. Dabei beschränkt sich das Angebot von Spotify längst nicht mehr nur auf Musik. Mittlerweile könnt Ihr in den Apps für Android und iOS auch Videos ansehen. Zum Aufgebot gehören bekannte YouTuber, wie "DieLochis" aber auch Nachrichtensendungen wie "Tagesschau in 100 Sekunden".

Spotify hat auch Videos im Angebot.(© 2016 CURVED)

Wie in Deezer könnt Ihr auch auf Spotify Podcasts anhören. Der größte Coup der Schweden für deutsche Hörer war dabei sicherlich die Verpflichtung von Olli Schulz und Jan Böhmermann. Deren Podcast "Fest & Flauschig" führt das fort, was vorher als “Sanft und Sorgfältig” wöchentlich auf radioeins lief. Dazu gibt's noch Hörbücher und Hörspiele. Kurzum: Für 9,99 Euro im Monat bietet Spotify nach wie vor das kompletteste Entertainment-Paket. Familien zahlen auch bei Spotify für bis zu sechs Personen 14,99 Euro im Monat. Wollt Ihr den Dienst nur ausprobieren, könnt Ihr in auch kostenlos nutzen. Dann gibt es zwischendurch Werbung, und Ihr könnt keine Songs herunterladen.


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