Stehen die VZ-Netzwerke bald zum Verkauf?

Facebook ist die Nummer 1 der sozialen Netzwerke und scheint dies auch auf lange Sicht uneinholbar zu bleiben. Die Holtzbrinck Verlagsgruppe denkt nun anscheinend über einen Verkauf der VZ-Netzwerke nach, die immer mehr an Beliebtheit verlieren. Momentan arbeitet Holtzbrinck an einem Umbau der Online-Strategie.

Holtzbrinck Digital, eine Tochtergesellschaft der Holtzbrinck-Gruppe, hat laut einem Bericht der Financial Times Deutschland nach nur einem halben Jahr den Chef ausgetauscht. Der neue Kopf von Holtzbrinck Digital, Markus Schunk, will nun an einer strategischen Neuausrichtung arbeiten. Derzeit wird geprüft, ob sich die Mitgliederzahlen stabilisieren lassen. Ansonsten hält Schunk auch einen Verkauf der VZ-Netzwerke für möglich.

Trotz einer Umsatzsteigerung von 90 Prozent auf über 30 Millionen Euro im Jahr 2010 verlieren die VZ-Netzwerke im Vergleich zum Konkurrenten Facebook immer mehr an Boden. Eine BITKOM-Studie vom April 2011 bestätigt dies: 47% der deutschen Internet-User sind bei Facebook angemeldet, 42% nutzen das Social Network aktiv. Bei den VZ-Netzwerken sind im Vergleich nur 27% angemeldet und lediglich 19% sind auch wirklich aktive Nutzer.

Der in Stuttgart beheimatete Holtzbrinck-Konzern hat sich im Zuge der Umstrukturierungen des Digital-Geschäfts unter anderem bereits von der Shoppingplattform brands4friends und vom Online-Magazin golem.de getrennt. Wie Markus Schunk gegenüber der FTD erklärte, will man sich bei Holtzbrinck Digital zukünftig stärker auf die Serviceplattform my-hammer.de, das Dating-Portal parship.de und die Wissenscommunity gutefrage.net konzentrieren. Außerdem soll die Digital-Sparte, die in München sitzt, stärker an die Firmenzentrale in Stuttgart angebunden werden.