Steuererklärung noch nicht abgegeben? So geht's fix mit dem Smartphone

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Steuerbot und Taxfix.
Steuerbot und Taxfix.(© 2018 CURVED)

Am 31. Juli ist Stichtag – ab 2019 läuft die Frist zur Abgabe der Steuererklärung erst zwei Monate später als bisher ab. Dennoch treibt das sich schleichend nähernde Datum so manchem Steuerzahler den Schweiß auf die Stirn. Wir haben Apps abseits der etablierten Tools wie Elster und WISO getestet, die euch beim Ausfüllen der Steuererklärung helfen sollen. Eine Übersicht.

Mit Taxfix und Steuerbot stehen zwei Apps für Android und iOS bereit, mit denen ihr vor monströsen Papierbergen verschont bleibt. Mit ihrer Hilfe könnt ihr die Fragebögen ganz einfach auf dem Smartphone ausfüllen und sogar an das Finanzamt verschicken. Die nötigen Unterlagen müsst ihr zwar noch selbst zusammensammeln – allerdings nicht mehr rätseln, was in welches Feld einzutragen ist. Beide Apps führen euch mit Fragen in einer Art Interview durch die Steuererklärung. Eure Antworten tragen sie dann an der richtigen Stelle ein.

Die Steuererklärung als Interview

Dabei geht der Steuerbot streng linear vor. Einzelne Punkte lassen sich weder überspringen noch später ausfüllen. Bei Taxfix könnt ihr dagegen die Kapitel in freier Reihenfolge bearbeiten und etwa einen Punkt, für den euch gerade noch die Unterlagen fehlen, zur späteren Bearbeitung zurückstellen. Vorwissen im Steuerrecht erfordern sie beide nicht, allerdings fühlte ich mich vom Steuerbot etwas besser an die Hand genommen und durch die Steuererklärung geleitet. Dafür konnte ich bei Taxfix bereits anfangen, als ich noch nicht alle Dokumente beisammen hatte. Ausführlichere Informationen und Einschätzungen findet ihr in unseren Tests beider Apps:

Eine wichtige Einschränkung gilt allerdings für beide Apps: Sie kommen nur mit einfachen Steuerfällen zurecht. Das ist der Fall, wenn ihr nur Geld in einem oder auch mehreren Lohnarbeitsverhältnissen verdient. Sobald es um Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, Vermietung, Gewerbe oder Landwirtschaft geht, müssen Taxfix und Steuerbot passen. Seid ihr verheiratet, dürfte der Steuerbot die bessere Wahl sein, da er die Zusammenveranlagung für verheiratete Paare hinbekommt.

Beide Apps lassen sich kostenlos installieren und verlangen auch kein Geld, damit ihr die Steuererklärung ausfüllen könnt. Bei Taxfix müsst ihr erst 34,99 Euro zahlen, wenn ihr die Steuerklärung digital beim Finanzamt abgebt. Da die App vorher berechnet, wie viel Geld ihr zurück bekommen würdet, lässt sich direkt abschätzen, ob sich diese Investition auch lohnt. Beim Steuerbot ist dagegen auch die Abgabe der Steuererklärung kostenlos. Die Macher der App wollen später mit kostenpflichtigen Zusatzfunktionen Geld verdienen – verraten aber noch nicht, um welche es sich handeln könnte.

Taxbutler: Zu schön, um wahr zu sein

Wer auf der Suche nach guten Apps für die Steuererklärung ist, die einem diese lästige Angelegenheit vereinfachen sollen, stößt neben den beiden genannten Apps auch schnell auf Taxbutler. Die Website verspricht, eure Steuererklärung auf die denkbar einfachste Weise zu bearbeiten: Ihr fotografiert eure Belege und die App füllt die entsprechenden Felder und Anlagen der Steuererklärung mit den dort zu findenden Informationen aus. Und damit das nicht jedes Frühjahr in absolutem Stress gipfelt, sollt ihr bereits im Laufe des Jahres eure Belege auf dem Laufenden digital hinterlegen können. Die werden in der App gesammelt und am Ende des Jahres zusammengefasst. Sollte etwas falsch erfasst worden sein, könnt ihr es immer noch korrigieren. Kostenlos soll der Service zunächst auch sein, erst bei der Abgabe werden 29 Euro fällig. Tolle Idee!

Nur schade, dass der Traum hier auch schon platzt. Wer die App aufs Smartphone lädt, kommt nach der Installation nicht weiter. Es wird eine Fehlermeldung ausgespuckt. Denn: Das Start-Up hinter Taxbutler, die Pareton GmbH, hat 2018 Insolvenz angemeldet und den Geschäftsbetrieb eingestellt. Zuvor hat das Unternehmen Schlagzeilen gemacht, als bekannt geworden war, dass der heutige Bundesgesundheitsminister und damalige Parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium Jens Spahn Geld in das Unternehmen investiert hat. Zuletzt wurden auch Vorwürfe gegen den Unternehmensgründer Matthias Raisch wegen der mutmaßlichen Veruntreuung von Geldern laut. Wahrscheinlich hättet ihr dieser App eure sensiblen Daten also ohnehin lieber nicht anvertraut.

Für anspruchsvolle Steuerfälle: Browser statt App

Wenn sich eure Steuererklärung ein wenig komplizierter gestaltet, helfen euch all diese Tools leider nicht weiter. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ihr selbstständig seid, in der Landwirtschaft arbeitet oder Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung habt. Der Steuerbot legt dann mit Smartsteuer eine Alternative nahe. Der Dienst führt euch ebenfalls in Interviewform durch die Steuererklärung – inklusive Umsatzsteuererklärung und Gewerbesteuererklärung. Mit 24,99 Euro pro Abgabe kommt man hier etwas günstiger weg als bei Taxfix.

Wir haben das Tool getestet und uns durch eine echte Steuererklärung manövrieren lassen. Wieso wir dabei auf den Laptop ausgewichen sind, erfahrt ihr in unserem Test.


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