Stratfor: Anonymous veröffentlicht Daten

Die Hackergruppe Anonymous hat über Silvester persönliche Daten von Hunderttausenden Stratfor-Kunden im Internet veröffentlicht. Kreditkartennummern, E-Mail-Adressen und Kundenpasswörter sollen betroffen sein. Weitere Attacken wurden durch die lose organisierte Gruppierung angekündigt.

Vergangene Woche haben Hacker aus den Kreisen von Anonymous die US-Sicherheitsfirma Strategic Forecasting, Inc., kurz Stratfor, attackiert (qambo.de berichtete). Einem Bericht der Augsburger Allgemeinen zufolge sollen 860. 000 Passwörter und Benutzernamen entwendet worden sein. Auch 75.000 Namen inklusive Kreditkartennummern, E-Mail-Adressen und Passwörter sollen die Anonymous-Mitglieder erbeutet haben. Wie Personen des Kollektivs mitteilten, habe man die Kreditkarten für soziale Projekte belastet. Mehr als eine Millionen Euro sollen an Hilfsorganisationen gespendet worden sein. Die Frankfurter Rundschau zitierte einen Rentner, der Kunde bei Stratfor ist: „Es war schrecklich. Wir mussten unser Konto schließen.“

Zahlreiche Regierungsvertreter sollen unter den Geschädigten sein. Datensätze von verschiedensten Unternehmen sollen ebenso durch die international agierende Gemeinschaft ins Netz gelangt sein.
Stratfor hat sich nach dem Diebstahl mit Strafverfolgungsbehörden in Verbindung gesetzt. Die Firma bot ihren betroffenen Kunden an, ein Jahr lang kostenlos den sogenannten Schutz vor Identitätsdiebstahl in Anspruch zu nehmen. In etwa einer Woche soll die Webseite des Sicherheitsunternehmens wieder erreichbar sein. Sie ist seit dem 1. Weihnachtsfeiertag wegen "Wartungsarbeiten" offline. In einer Stellungnahme erklärt das Unternehmen, dass es keinen weiteren Einbruch über Silvester gegeben habe: "Wir möchten unseren Kunden und Freunden versichern, dass dies kein neuer Cyber-Angriff war und dass es sich um Daten handelt, die von dem früheren Einbruch stammen. Die Veröffentlichung enthält Kreditkarteninformationen von zahlenden Abonnenten und viele E-Mail-Adressen derer, die Stratfors Gratisdienste nutzen."
Der Geschäftsführer George Friedman entschuldigte sich noch einmal ausdrücklich bei den Kunden.