Studie behauptet: Euer Tablet macht Euch dick

Wer am Abend länger auf sein Tablet blickt, bekommt schneller Heißhunger
Wer am Abend länger auf sein Tablet blickt, bekommt schneller Heißhunger(© 2014 istock.com/YinYang)

Kein Wunder, dass Android nach einem Schokoriegel benannt ist. Wissenschaftler fanden heraus: Wer abends länger auf sein Tablet starrt, der nimmt zu.

Die wissenschaftliche Theorie hinter der Aussage, dass Tablets fett machen, ist tatsächlich spannend. Der entscheidende Faktor ist das Hormon Melatonin. Es hilft bei der Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus. Längst hat die Forschung herausgefunden, dass rund zwei Stunden, bevor wir richtig müde werden und definitiv schlafen sollten, unser Körper die Melatonin-Produktion massiv erhöht und so signalisiert, dass er jetzt zur Ruhe kommen will und es Zeit für eine Entspannungsphase ist.

Schon immer entspannen wir uns vor dem Schlafen. Entweder, indem wir ein Glas Wein trinken, ein Buch lesen oder Musik hören. Nach dieser ersten Entspannungsphase gehen die meisten Menschen ins Bett und schlafen sieben bis acht Stunden.

Zuviel Monitor-Licht stört die Produktion des Hormons Melantonin

Was passiert aber, wenn die Melatonin-Produktion bzw. Ausschüttung gestört wird? Dann gerät der Biorhythmus durcheinander. Die Entspannungsphase kann nicht eingeleitet werden, und Schlaf setzt nicht wie gewohnt ein.

So weit, so klar. Das erklärt allerdings nicht die Aussage, dass Smartphone- und Tablet-Displays die Kilos wachsen lassen. Das ist aber tatsächlich so, weil das Melatonin auch dafür sorgt, dass unser Hungergefühl zurückgeht. Ohne die erhöhte Produktion des Hormons entwickeln wir am späten Abend regelrechte Heißhungerattacken. Die Folge: Jedes Nachgeben schlägt sich sofort auf der Waage nieder.

Jetzt kommen die Smartphone- und Tablet-Displays ins Spiel. Wie eine Studie des New Yorker Lighting Research Center herausgefunden hat, strahlen LED-Monitore genauso wie Touch-Displays zu hell ins Auge. Beziehungsweise sind die Sehnerven zu nah an den Bildschirmen. Die hohe Menge an Licht stoppt die Hormonproduktion, weil der Körper denkt: Wenn noch so viel Licht da ist, kann es noch gar nicht Zeit für die Entspannungsphase sein.

Je weniger wir schlafen, desto mehr Kalorien nehmen wir zu uns

Die Folge ist nun eine Kettenreation. Nicht nur, dass durch die Melatonin-Produktion das Hungergefühl zurückgeht. Auch der Schlafentzug sorgt für mehr Hunger. Eine Studie der University of Colorado zeigt, dass Menschen, die weniger schlafen auch mehr Kalorien zu sich nehmen. „Wenn man später schlafen geht, hat man mehr Zeit zum Essen, und meistens trifft man nicht die besten Ernährungsentscheidungen“, zitiert Harper´s Bazaar den Projektleiter Kenneth Wrigt. Auch die Charité bestätigte: „Wenig Schlaf macht Hunger  - und meistens auf gehaltreiche Kost. Und da nachts der Körper weniger Fett abbaut, führt das in der Summe zur Gewichtszunahme."

Sind die Kilos allerdings erst einmal auf den Rippen, wird es ungleich schwerer, sie wieder loszuwerden. Allerdings gibt es für den sportbewussten Mobil-Junkie immerhin genügend spezielle Apps und Weareables, wie Fitnessarmbänder, die dann doch helfen können, das Gewicht wieder unter Kontrolle zu bringen. Allerdings: Eine gewisse Entspannungszeit ohne Display-Leuchten vor dem Einschlafen hilft ungemein.

Übrigens: Fernsehen ist kein Problem. Die Hintergrundstrahlung von TV-Geräten ist nicht stark genug. Die höhere Entfernung zum Auge führt dazu, dass die Melatonin-Produktion nicht gehemmt wird. Die Sache entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die aktuelle Android-Version nach dem Schokoriegel Kitkat benannt ist.


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