Studie: Nur wenige Apps verbessern die Gesundheit oder Fitness ihrer Nutzer

Um fit zu werden, benötigt man nicht unbedingt eine App
Um fit zu werden, benötigt man nicht unbedingt eine App(© 2018 Shutterstock / Jaromir Chalabala)

Hunderttausende Gesundheits- und Fitness-Apps buhlen im App Store und bei Google Play um die Gunst der Nutzer. Doch welche Smartphone-Anwendungen halten tatsächlich, was sie versprechen? Dieser Frage wollten Forscher der Bond University im australischen Queensland auf den Grund gehen. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

Ziel der Studie sei es laut The Guardian gewesen, Ärzten eine Liste mit für Patienten empfehlenswerten Gesundheits- und Fitness-Apps an die Hand zu geben. Um zu einem Urteil zu kommen, werteten die Forscher alle verfügbaren seriösen Studien über Apps aus, die die Gesundheit beziehungsweise die Fitness ihrer Nutzer verbessern sollen. Die systematische Analyse umfasste insgesamt 22 Apps.

Manche Apps bewirken das Gegenteil

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die "Beweise für die Effektivität" der untersuchten Gesundheits- und Fitness-Apps von "sehr geringer Qualität" seien. Aus diesem Grund eigneten sich die Apps größtenteils nicht für eine Verschreibung an Patienten. Nur die App "Get Happy" (nicht zu verwechseln mit "GetHappy") konnte die Forscher offenbar überzeugen. Die 59 Dollar teure App führt seine Nutzer durch ein sechsstufiges Therapieprogramm und soll so tatsächlich deren Wohlbefinden verbessern und sie glücklicher machen.

Keine positiven Resultate ließen sich dagegen bei der App "MyFitnessPal" nachweisen. Diese verspricht, beim Abnehmen zu helfen, doch die untersuchten Nutzer verloren offenbar nicht mehr Gewicht als jene, die die Anwendung nicht verwendeten. Noch schlechter schnitt eine App der schwedischen Regierung ab, die den Alkoholkonsum von Jugendlichen einschränken soll: "Promillekoll" bewirkte das Gegenteil – die Nutzer in der Untersuchung tranken mehr.

Zu beachten ist aber, dass die Forscher in erster Linie die fehlenden Beweise für die Wirksamkeit der Apps bemängeln. So fasst es auch die Hauptautorin der Studie zusammen: "Die Beweislage für viele Apps ist unzureichend, aber ich glaube immer noch, dass viele Apps das Potenzial haben, gesundheitsrelevante Gewohnheiten zu ändern und Menschen mit chronischen Krankheiten zu helfen", sagt Dr. Oyuka Byambasuren. Gleichzeitig gibt sie aber zu bedenken: "Egal, wie viele [Fitness-]Apps sie downloaden, sie funktionieren nur, wenn Sie ihr Verhalten ändern."


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