Studie zu Handynutzung im Auto: Brauchen wir härtere Strafen?

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Das Smartphone im Auto
Das Smartphone im Auto(© 2016 Pexels)

Auch wenn es virtuelle Assistenten fürs Smartphone und jede Menge Zubehör fürs Auto gibt: Noch immer haben zu viele Menschen am Steuer das Smartphone in der Hand. Darauf macht eine neue Studie aufmerksam. Die Gefahr ist groß, doch die Strafen viel zu lasch.

NDR Info liegt eine noch unveröffentlichte Studie der TU Braunschweig vor, für die Verkehrspsychologen rund 12.000 vorbeifahrende Autos untersucht haben. Das Ergebenis: 4,5 Prozent der untersuchten Fahrer hantierten am Steuer mit dem Handy - mehr, als beim reinen Telefonieren während der Fahrt beobachtet wurden. Die Studie spricht hier von "alarmierend hohen Rate von Tippen während der Fahrt" im Vergleich zu anderen Ländern.

Nur lückenhafte Überwachung

Auf Anfrage von NDR Info sprachen sich zehn der 16 Innenministerien der Länder für eine Erweiterung des Handyverbotes aus. Das Problem: Die Untersuchung, wie viel in den Bundesländern tatsächlich am Steuer getippt wird und wie hoch der Anteil der durch Handynutzung versursachten Unfälle ist, ist extrem lückenhaft. Nur drei Länder führen überhaupt eine Statistik zur unzulässigen Nutzung von Smartphones während der Fahrt.

Die Forscher der TU Braunschweig protokollierten an 30 unterschiedlichen Standorten in Hannover, Braunschweig und Berlin, ob und wie Personen am Steuer im Moment des Vorbeifahrens ihr Smartphone in Benutzung hatten. Neben den bereits erwähnten 4,5 Prozent telefonierten weitere zwei Prozent ohne Freisprecheinrichtung mit dem Gerät in der Hand. Dabei war es egal, ob der Pkw an einer Ampel stillstand oder in Bewegung war. "Den Leuten scheint nicht klar zu sein, wie gefährlich gerade das Tippen auf dem Handy ist", erklärt Mark Vollrath, Leiter der Braunschweiger Studie, gegenüber NDR Info.

Geringe Strafen und technische Hürden

Ein Grund dürften die geringen Strafen bei Verstoß sein: 60 Euro und ein Punkt in Flensburg? Das scheinen die meisten Autofahrer in Kauf zu nehmen, wenn sie das Smartphone in die Hand nehmen und Beifahrer, andere Autofahrer im Straßenverkehr sowie Fußgänger potenziell gefährden. Erneute Diskussionen um eine Erhöhung des Bußgeldes verliefen bislang erfolglos.

Warum greifen Menschen immer noch zum Handy am Steuer? Zweifelsohne ist ein ein gewisser Prozentsatz zu faul und am falschen Ende zu sparsam, um in eine Freisprecheinrichtung oder eine Halterung für das Smartphone zu investieren. Eben für jenen Teil der fahrenden Bevölkerung braucht es härtere Strafen. Darüber hinaus ist die Verbindung von Smartphone und Automobil nach wie vor recht stiefmütterlich gelöst. Zwar machen Tesla und neue Top-Modelle von BMW, Mercedes Benz und Audi vor, wie das Smartphone mehr als nur ein Adressbuch, sondern ein Daten-Hub für Telekommunikation im Cockpit sein kann. Doch wir wechseln unsere Autos längst nicht so häufig wie unsere Smartphones. So kommen neue Entwicklungen in diesem Bereich erst mit vielen Jahren Verspätung in der Masse an.

Und auch wenn Siri, Google Now und Cortana schon viele Befehle beherrschen und etwa Apples Sprachassistentin dank des Coprozessors M9 ohne das Drücken eines Buttons gestartet werden kann, sind Entwickler in der Pflicht, ihre Dienste für die Bedienung im Auto anzupassen.

Wie nutzt Ihr Euer Smartphone im Auto? Und seid Ihr der Meinung, dass es härtere Strafen braucht? Teilt Eure Erfahrungen und Meinungen mit uns in den Kommentaren.


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