Surespot: Die wohl sicherste WhatsApp-Alternative

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Messenger Surespot: quelloffen und verschlüsselt
Messenger Surespot: quelloffen und verschlüsselt(© 2014 Surespot, CURVED Montage)

Threema, Line und Co.: Gibt es eine wirklich sichere WhatsApp-Alternative mit nachvollziehbarer Verschlüsselung? Experten sagen: Surespot!

So hält das Blog Repat Surespot für einen „guten“ Alternativ-Kandidat zu WhatsApp. „Es ist quelloffen, benutzt Standard Kryptografie und ist relativ verbreitet“, lautet das Urteil der Experten. Allerdings: „Durchgesetzt hat es sich noch nicht. Ich denke es liegt vor allem auch am Design. Da könnten sie echt mal nachbessern.“

Beim Aussehen stört, dass der Neuling im App Store (erst seit Ende Januar als iOS-Version verfügbar) empfangene Textnachrichten einfach nur eingerückt darstellt, statt sie mit einer Sprechblase auf der linken Seite und die eigenen Nachrichten mit einer Sprechblase von rechts anzuzeigen. Da zeigt sich: Auch bei Messenger-Diensten scheint sich sehr schnell ein bestimmter Standard in der User-Experience durchgesetzt zu haben.

„Extrem schnell, einfach, angenehm designt mit einem spartanischen Interface“

Allerdings ist das Aussehen tatsächlich Ansichtssache. Der Entwickler Joshua Lund lobt gerade auch deshalb Surespot. Geradezu liebevoll beschreibt er die Applikation als „extrem schnell, einfach, angenehm designt mit einem spartanischen Interface“.

Fakt ist: Abgesehen von der Geschmacksfrage in Sachen Design sind sich die meisten Kenner der Materie einig: Die App ist eine Top-Alternative. Tatsächlich dürfte beim Blick auf den Beipackzettel jeder Datenschützer vor Entzücken mit der Zunge schnalzen. Denn Surespot ist Open Source, setzt also auf einen offenen Quellcode. Das bedeutet: Wer will, kann überprüfen, was die App mit Euren Daten anstellt. Diesen Beweise bleibt etwa die Schweizer Alternative Threema weiterhin schuldig.

Dabei legen die Entwickler großen Wert auf den Umstand, dass das Tool nicht mit der Telefonnummer und der E-Mail-Adresse der Nutzer verbunden ist. Das macht es wesentlich schwieriger für Dritte, einzelne Nachrichten bestimmten Nutzern zuzuweisen. Zudem wird es ungleich komplizierter, Bewegungs- und Aktivitätsprofile einer Person zu erstellen.

Passend dazu erlaubt es Surespot, dass alle eingehenden Nachrichten auf Eurem Smartphone gelöscht werden können. Auf Wunsch lassen sich so auch hier alle Spuren verwischen.

Eine Voice-Funktion lässt sich zukaufen

Wie bei WhatsApp ist es auch möglich, Voice-Messages zu versenden. Das heißt aber nicht, dass es möglich ist, über die App zu telefonieren. Ein solches Angebot kündigte WhatsApp am Montag an. Das Freischalten des Voice-Dienstes kostet Euch zwei Dollar. Weitere Kosten fallen dabei für denjenigen an, der eine gesprochene Nachricht verschicken will. Für den Empfänger ist die Sound-Post kostenfrei.

Einzig die Sender und Empfänger können eine Nachricht auch wirklich lesen

Herzstück von Surespot ist natürlich die Verschlüsselung. Die App nutzt einen 256 Bit-AES-BCM Encryption-Key mit End-to-End-Verschlüsselung. Das bedeutet: Einzig die Sender und Empfänger können eine Nachricht auch wirklich lesen. Vor allem dieses Feature soll nach Einschätzung vieler Tech-Kenner die Applikation tatsächlich zur „sichersten Text-Messenger-App der Welt“ machen.

Allerdings müssen wir hier auch einige Nachteile des Tools erwähnen: Der Speicherplatz ist auf 1.000 Nachrichten begrenzt. Es gibt keine Möglichkeiten einen Video-Chat zu starten und Gruppen-Chats sind ebenfalls nicht im Repertoire. Gerade Letzteres ist ein echter Vorteil von WhatsApp. Durch die immense Verbreitung des Marktführers sind Gruppen-Chats ein wirklich praktisches Feature, um mit verschiedenen Cliquen wie Kollegen, Freunden oder Sportpartnern zu kommunizieren.

Weiterer Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Surespot ist kostenlos. Allerdings bitten die Entwickler um Spenden, um die Software weiterzuentwickeln. Zudem soll ein Teil der Einnahmen an die Bürgerrechtsorganisation EFF gehen. Wer genau die Entwickler sind und ob eine bestimmte Organisation hinter dem Tool steht, ist unklar. So offen sich der Dienst auch gibt, ist er in diesem Punkt nicht ganz transparent.

Bis Ende Januar wurden über vier Millionen Nachrichten verschickt

Wem das alles zu sehr nach Nerd-Spielzeug klingt, dem sei gesagt, dass der WhatsApp-Konkurrent gerade anfängt Fahrt aufzunehmen. Am 19. November verkündeteten die Macher, dass zwei Millionen Nachrichten über das Tool verschickt worden wären. Am 27. Januar war bereits die Marke von vier Millionen durchbrochen. Dabei startete zu diesem Zeitpunkt erst die iOS-Version des Angebotes.

Allein diese Zahlen belegen: Surespot scheint einen Nerv zu treffen und gewinnt immer mehr Fans. Das ist wichtig. Denn nur ein Text-Messenger-Dienst, der auch genutzt wird, ist ein guter Text-Messenger-Dienst.

Ein besonderes Feature hält Surespot noch on-top im Angebot: Wem nur ein Konto bzw. ein Nutzername zu wenig ist, dürfte auch bei Surspot an der richtigen Adresse sein. Auf ihrer Webseite weisen die Macher darauf hin, dass es möglich ist, über ein Smartphone mit mehreren Identitäten zu kommunizieren. Dem aber nicht genug, denn die einzelnen Identitäten sind auch nicht an ein Smartphone gebunden. Sie sind transportfähig und lassen sich über verschiedene Devices nutzen.

Heißt: So sicher die Kommunikation über die App auch sein mag, besonders gewiefte Nutzer müssen höllisch aufpassen, nicht den Überblick bei ihren unterschiedlichen Identitäten zu verlieren. Aber auch dafür gibt es bestimmt bald eine App.


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