TeamViewer - Mobile Apps zur Fernsteuerung

Mit TeamViewer können Computer ferngesteuert werden, so dass z.B. von zu Hause aus auf einen anderen Computer zugegriffen und gearbeitet werden kann. TeamViewer stellt neben den Desktop-Anwendungen auch verschiedenen mobile Apps für Android, iOS und Windows Phone zur Verfügung. Vor ein paar Tagen hatte ich die iOS-App von Parallels Access im Test und schauen nun, was die mobilen Apps von TeamViewer können, auch wen die Business-Anwendungen mit Meeting und QuickSupport noch ein wenig umfangreicher sind.

Die App mit dem Computer verbinden

Mit der App von TeamViewer kann auf einen beliebigen PC zugegriffen und beidseitig Daten ausgetauscht werden - bei der Windows Phone App funktioniert der Datenaustausch nicht, wird aber sicher noch kommen. Um Zugriff auf einen Rechner zu haben, muss zuerst der TeamViewer Klient für Mac, Windows oder Linux herunter geladen werden. Dort erstellt man sich ein persönliches Kennwort und bekommt eine ID zugewiesen. Mit dem persönlichen Kennwort meldet man sich nun im Klienten an. Zusätzlich zum persönlichen Kennwort, bekommt man noch ein zweites Kennwort, das von TeamViewer automatisch erstellt wird. Dies wird benötigt, um sich mit der ID und dem zweiten Kennwort in der App anzumelden. Das war es auch schon und der Nutzer hat Zugriff auf den Computer, sofern dieser angeschaltet ist und Verbindung zum Internet hat. Ein offizielle Beschreibung dieses Vorgangs stellt TeamViewer hier bereit.

Möchte man nun auf Daten zugreifen, wird ein Konto auf teamviewer.com benötig - Email, Name und Passwort werden vorausgesetzt. Aufpassen: diese Anmeldung unterscheidet sich von der Anmeldung im Klienten und kann nur im Browser getätigt werden. Im Browser angemeldet, erhält der Nutzer eine Bestätigungsemail und das Konto muss abschließend bestätigt werden. Damit muss sich nun im Klienten unter Computer angemeldet werden, um den eigenen Computer bei TeamViewer „online zu schalten“. Zukünftig können dann alle Aktivitäten unter Teamviewer.com überwacht werden. Dieser Vorgang muss nun auch in der App wiederholt und das eben eingerichtete Konto mit der App verbunden werden. Ab jetzt können Daten beidseitig ausgetauscht werden. Wer bis hier her immer noch vergeblich nach einer Verbindung der Geräte sucht, kann den deutschen Support von TeamViewer kontaktieren.

Jetzt stellt sich aber auch unvermittelt die Frage, warum ich mich zwei mal anmelden muss? Ganz einfach: Ich kann TeamViewer auch verwenden, um Dritten Zugriff auf mein Bildschirm zu gewähren und eventuell so ein Problem aus der Ferne beheben zu lassen. Nun gebe ich aber nicht meinen komplettes Konto einem Dritten weiter, sondern nur meine ID und das von TeamViewer erstellte Passwort, welches automatisch nach Benutzung geändert werden kann. Die doppelte Anmeldung schützt meine Daten und verhindert Missbrauch durch Dritte.

TeamViewer für Meetings und Support

Weiterhin wird das Konto verwendet, um an online Meetings zwischen diversen TeamViewer-Nutzern teilzunehmen. Dafür muss die Mobile App TeamViewer für Meetings für iOS (4.3 oder neuer) oder Android (ab 2.2 oder neuer) installiert werden. Der Nutzer muss sich nun noch die Meeting ID zuschicken lassen, eintragen und los geht es. Der Nutzer kann dann von unterwegs an einem Meeting - ähnlich wie bei Skype - teilnehmen, Chat-Nachrichten versenden, Voice over IP-Telefonate führen oder die integrierte Pointer-Funktion nutzen, um den Präsentator auf etwas aufmerksam zu machen, sofern der Bildschirm übertragen wird. Erstellt werden solche Meetings über den TeamViewer Klienten für Mac, Linux oder Windows.

Wer viel mit Kunden zu tun hat und aus der Ferne Probleme am Rechner behebt, sollte sich mal TeamViewer QuickSupport anschauen, hier haben Unternehmen eine Möglichkeit mit Kunden über TeamViewer zu kommunizieren und gleichzeitig auf den Computer zuzugreifen, um z.B. Exchange Konfigurationen beim Microsoft Office vorzunehmen. Die App ist für iOS (5.0 oder neuer) und Android (2.3.3 und neuer) gratis verfügbar.

Fazit

Im Vergleich zu Parallels Access ist TeamViewer mit seinen Mobile Apps klar der Sieger. Das liegt daran, dass es erstens die Mobile Apps für iOS, Android und Windows Phone gibt, zweitens an der Tatsache, dass eine private Nutzung von TeamViewer kostenlos ist - eine kommerzielle Anwendung der App kostet einmalig 89€ für die iOS-App und die Software für Unternehmen als Lizenz ab 499€ im Business-Paket mit verschiedenen Funktionen. Drittens können Daten ausgetauscht werden, was mit Parallels Access nicht möglich ist. Viertens sind die Meeting- und Support-Anwendungen für kleine Unternehmen sicherlich eine interessante Lösung, um mit Kunden oder anderen Mitarbeitern zu kommunizieren. TeamViewer hat einfach mehr Anwendungsmöglich als Parallels Access. In der Einfachheit der Bedienung unterscheiden sich aber beide Anwendungen nicht wirklich, sind in weniger als 3 Minuten eingerichtet und funktionieren problemlos. Ich persönlich würde mich aufgrund seiner Vielfalt und des deutschen Kunden-Supports für TeamViewer entscheiden. Wer keine der beiden Lösungen präferiert, sollte sich mal DeskConnect anschauen - zahlreiche Inhalte werden hier elegant zwischen iOS-Devices und Macs hin und her geschoben.