Telekom: DSL-Drosselung geplant?

Ende letzter Woche ging ein Aufschrei durch die Medienlandschaft, als ein Gerücht die Runde machte, die Telekom würde eine Begrenzung des DSL-Volumens und eine Drosselung der Geschwindigkeit planen. Die Telekom dementiert dieses Gerücht zumindest nicht.

DSL-Drosselung wie bei mobilen Tarifen

Wer eine mobile Daten-Flatrate mit dem Smartphone oder Tablet nutzt, der kennt das Szenario: Überschreitet man ein bestimmtes Daten-Volumen innerhalb eines Abrechnungs-Zeitraums, wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Surfen ist dann zwar auch mit einer mobilen Datenverbindung weiterhin möglich, allerdings deutlich langsamer. Nun soll die Deutsche Telekom ein derartiges Konzept auch für das Festnetz-Internet planen.

Surfen könnte schon bald nicht mehr so unbeschwert sein wie bisher, wenn die Telekom ihre Pläne in die Tat umsetzt. (Bild: Kaspersky)

Das Gerücht zur DSL-Drosselung stammt vom Blog fansboys.fm, dem eine anonyme E-Mail zugespielt wurde, die über die Pläne der Telekom informiert. Die Mail stammt angeblich von einer Mitarbeiterin der Telekom, die auch entsprechende Dokumente mitgeschickt hat. Der Blog veröffentlichte diese Dokumente nicht, schätzte sie jedoch als „glaubwürdig“ ein.

Telekom dementiert Gerüchte nicht

Die Telekom selbst hat in einem Blog-Beitrag inzwischen Stellung genommen. Zwar ist der Artikel recht unverbindlich gehalten, allerdings wird klar gesagt, dass es entsprechende Überlegungen gibt, die auch schon recht konkret zu sein scheinen. Bei der Telekom ist man der Ansicht, dass für die meisten Kunden das Inklusiv-Volumen ausreichend sei. Außerdem versichert das Bonner Unternehmen, dass sich an bestehenden Verträgen nichts ändern wird.

Begründet werden die Pläne zur DSL-Drosselung von der Telekom durchaus nachvollziehbar:

„Wie alle Netzbetreiber steht auch die Telekom vor einer großen Herausforderung: Auf der einen Seite wächst das Datenvolumen exponentiell. Die Netze müssen also massiv ausgebaut werden und das kostet Milliarden.“

Eine Drosselung des Datenvolumens würde laut Telekom zur Folge haben, dass nur derjenige mehr bezahlen muss, der auch tatsächlich mehr Datenvolumen benötigt und andere Nutzer nicht mehr die Intensiv-Nutzung einiger Weniger mitfinanzieren müssten. Die Telekom betont weiter, dass es bislang noch keine neuen Tarife gäbe und man darüber informieren werde, sollte sich daran etwas ändern.

Wenn die Telekom vorlegt, werden andere Provider vermutlich nachziehen. (Bild: Telekom)

Zurück in die Internet-Steinzeit?

Eine Frage, die sich aufdrängt ist allerdings: Wenn nur wenige Nutzer mehr bezahlen müssten als bislang, wie soll dann mit dem Bisschen mehr genug zusammenkommen, um den Netzausbau zu finanzieren? Auch wenn der Netzausbau für alle Nutzer wünschenswert ist, so ist der Schritt, den die Telekom anpeilt doch auch ein Schritt zurück in die Internet-Steinzeit, als man die Internet-Nutzung noch nach Minuten oder mit zeitlich begrenzten Flatrates abgerechnet hat. Und wenn die Telekom irgendwann tatsächlich die Pläne zur DSL-Drosselung in die Tat umsetzt, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis andere Provider nachziehen.