Telekom: Schnelles Internet in Gefahr

Der Chef der Deutschen Telekom – René Obermann – rudert überraschend beim Glasfaserausbau zurück. Staatliche Regulierungen und mangelnde Nachfrage durch Endkunden seien der Grund.

Vor wenigen Tagen berichteten wir, dass die Deutsche Telekom plant, die DSL-Übertragungsgeschwindigkeit bis 2012 auf 100Mbits anzuheben. Dieses Vorhaben steht nun in Gefahr, denn René Obermann, Geschäftsführer der deutschen Telekom, macht einen überraschenden Rückzieher.

Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung machte er Angaben, die Ziele beim Glasfaserausbau deutlich zurückzufahren. Bis zum Jahresende wolle man 160.000 Haushalte mit Glasfaseranschlüssen ausstatten – eigentlich waren 4 Millionen Anschlüsse geplant!

Denn noch im März hatte die Telekom vor, zehn Prozent der 40 Millionen Haushalte in Deutschland direkt an das schnelle Glasfaser-Netz anzuschließen.

Mangelnde Nachfrage sei Hauptproblem

Laut Obermann sei das Hauptproblem die mangelnde Nachfrage: Gut 600.000 Haushalte waren Ende 2010 mit Glasfaser-Kabeln ausgestattet; lediglich 25 Prozent der Betroffenen nutzen die schnelle Internetverbindung. Vor allem den weitaus höheren Preis waren viele Kunden nicht bereit zu zahlen.

Langfristig möchte die Telekom in Glasfaser investieren, so Obermann. Vor allem im Kampf gegen Kabelnetzbetreiber wie KabelDeutschland oder Unitymedia sei dieses Vorgehen notwendig. Doch ein flächendeckender Ausbau könne nicht von heute auf morgen geschehen. Obermann weiter: „Dazu fehlt es an Marktnachfragen, Anwendungen und auch noch an der Preisbereitschaft für solch hohe Leistungen“.

Viele Anwender dürften über diesen Schritt enttäuscht sein und sehen in den Aussagen Obermanns keine Grundlage. Anwendungen wie Video-on-Demand-Dienste oder Online-Spiele, welche eine erheblich höhere Bandbreite brauchen, als DSL decken kann, sind auf Glasfaser-Verbindungen angewiesen. Der Schritt hin zum Alternativanbieter wird für viele Kunden immer leichter.