Tesla Semi und der neue Roadster: der Elektro-Truck und die Sportrakete

Der Semi bietet eine Reichweite von rund 800 Kilometern
Der Semi bietet eine Reichweite von rund 800 Kilometern(© 2017 Tesla)

Zumindest bei den Neuvorstellungen gibt Tesla richtig Gas: Denn neben dem erwarteten Elektro-LKW zeigte CEO Elon Musk auch eine Neuauflage des Roadster. Beide Vehikel beschleunigen für ihre Klassen extrem schnell – und gehen noch lange nicht in Produktion.

Nach mehreren Verschiebungen war es am 16. November 2017 soweit: Tesla hat seine Idee von der Revolution des Lieferverkehrs präsentiert: den LKW Tesla Semi. Wie alle anderen Autos des Herstellers ist der Semi rein elektrisch unterwegs. Das ist aber nicht der einzige Unterschied zu den herkömmlichen Lastwagen. Denn natürlich verpasst Tesla dem Semi ein futuristisches Aussehen, dass ein wenig an ein umgedrehtes T erinnert. Das bleibt aber nicht der einzige Unterschied. Der Fahrer sitzt nicht wie sonst üblich auf der linken Seite, sondern in der Mitte, ein Mitfahrer kann schräg dahinter Platz nehmen.

Der Autopilot ist an Bord

Links und rechts vom Lenkrad gibt es je einen Touchscreen. Der Bildschirm zur Linken des Fahrers zeigt Informationen zu den Funktionen und Einstellungen der Zugmaschine an. Über den anderen Screen steuert der Trucker Radio, Navi und Co. Laut The Verge fungieren beide Screens dank entsprechender Kameras an den Seiten außerdem als erweiterte Rückspiegel, die den toten Winkel minimieren sollen. Das ergibt Sinn. Zumindest auf den den Bildern sieht es so aus, als könne der Fahrer aus der mittigen Position nicht immer einfach in beide Außenspiegel schauen.

Standardmäßig mit dabei ist Teslas Autopilot. Beim Model 3 kostet das Feature einen Aufpreis. Die Funktion soll den Truck auf der Straße in der Spur halten, automatisch Gefahrenbremsungen einleiten können und warnen, wenn der Fahrer die Spur verlässt. In einem Konvoi können mehrere Semis außerdem autonom einem Führungsfahrzeug folgen. Außerdem verbaut der Hersteller eine besonders stabile Windschutzscheibe.

Neben der Sicherheit will man natürlich besonders durch Leistung überzeugen. Der Semi kann ohne Anhänger von 0 auf 100 km/h in fünf Sekunden beschleunigen. Mit Anhänger braucht er dafür 20 Sekunden. Warum ein LKW das können muss, bleibt aber offen. Viel wichtiger ist ohnehin die Reichweite: Die gibt Tesla mit 800 Kilometern an. Das würde je nach Route und unter perfekten Bedingungen für die Strecke zwischen Hamburg und München ausreichen. Geht der Strom unterwegs zuneige, können Fernfahrer an neu entwickelten Mega-Chargern in 30 Minute genügend Strom für weitere 630 Kilometer nachtanken. Wie genau das funktioniert, behält das Unternehmen allerdings für sich.

Der Roadster wird das schnellste Serienfahrzeug

Deutlich schneller als mit dem Semi, seid Ihr im neuen Roadster unterwegs. Den Sportwagen stellte Tesla zusätzlich zum Semi vor. Bei dem schnittigen Vehikel handelt es sich bereits um die zweite Generation und der Hersteller geizt nicht mit Superlativen. Wie The Verge berichtet, soll der neue Roadster in 1,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Aber das noch nicht alles.

Elon Musk behauptet auch, der Roadster werde das schnellste Serienfahrzeug sein. Konkrete Zahlen nannte er aber nicht. Nur so viel: Der Sportwagen soll schneller als 250 Meilen pro Stunde fahren können. Das sind über 400 km/h. Ob damit die kommunizierte Reichweite von über 1.000 Kilometern erreicht wird, darf aber angezweifelt werden. Passend zur Power gibt es ein Lenkrad in Rennwagenoptik und einen sportlichen Preis. Der günstigste Roadster wird 200.000 US-Dollar kosten.

Zum Preis des Semi äußerte sich Tesla dagegen noch nicht. Interessierte können sich gegen 5.000 US-Dollar Anzahlung ein Modell reservieren. Beide Autos sind außerdem noch nicht reif für die Serienproduktion. Die des LKWs soll erst 2019 starten. Erste Roadsters werden frühestens 2020 die Straßen unsicher machen. Fraglich ist, ob sich Tesla an diese Daten halten kann. Denn schon in der Vergangenheit hatte man Probleme, Liefertermine einzuhalten. Aktuell befindet sich Tesla zum Beispiel mit dem Model 3 in der "Produktionshölle".


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