Test: 7-Zoll Einsteiger-Tablets von Huawei und Lenovo

Der Markt der Android-Huawei Mediapad 7 lite (179€).

Technische Daten

Auf der technischen Seite sind sehr viele Parallelen zwischen den beiden Geräte aufzufinden, der wohl markanteste Unterschied ist auf den ersten Blick wohl die Dual-SIM-Funktionalität des Lenovo.

Lenovo Ideatab A2107Huawei Mediapad 7 lite GSM 850 / 900 / 1800 / 1900 HSDPA 850 / 1900 / 2100 max. 7,2 MBit/s HSDPA GSM 850 / 900 / 1800 / 1900 HSDPA 850 / 900 / 1900 / 2100 max. 3,6 MBit/s HSDPA 195.1 x 125 x 11.9 mm 193 x 120 x 11.0 mm 400 g 370 g 7 Zoll, 600 x 1024 Pixel, 170 PPI 7 Zoll, 600 x 1024 Pixel, 170 PPI 16 GB Speicher, 1 GB RAM 8 GB Speicher, 1 GB RAM Wi-Fi 802.11 b/g/n Wi-Fi 802.11 b/g/n 1 GHz Cortex-A9 Prozessor (MTK6575) 1.2 GHz Cortex-A8 Prozessor (MSM8660) Android OS, v4.0.3 (Ice Cream Sandwich) Android OS, v4.0.4 (Ice Cream Sandwich) Li-Ion 3550 mAh Batterie Li-Po 4100 mAh Batterie 2.0 Megapixel Kamera, 1600x1200 Pixel 0.3 Megapixel Frontkamera 3.2 Megapixel Kamera, 2048x1536 Pixel 0.3 Megapixel Frontkamera

Auf den zweiten Blick offenbaren sich auch Unterschiede bei der HSDPA-Geschwindigkeit, sowie dem verbauten Prozessor, in beiden Fällen hat das Lenovo die Nase deutlich vorne. Einzig die Android-Version ist beim Huawei MediaPad 7 lite etwas neuer (wenngleich beide längst überholt sind), und es bietet eine Telefonfunktion, dass heißt mit dem Gerät kann man bei Bedarf auch telefonieren.

Lenovo IdeaTab A2107A

Das Lenovo IdeaTab A2107A kommt in einem angenehm griffigen Kunststoffgehäuse daher, das mit einer metallic-grauen Softtouch-Oberfläche überzogen ist. Im oberen Bereich der Rückseite wird die SIM-Karte eingelegt, genauer genommen, die SIM-Karten. Das Gerät verfügt nämlich über eine Dual-SIM Funktionalität, und kann sowohl eine GSM sowie eine GSM/UMTS Verbindung herstellen. Eine Telefonfunktion bietet das Gerät nicht, sondern nur eine reine Datenschnittstelle. Generell sind nicht beide Slots gleichzeitig für 3G nutzbar. So kann nur eine SIM-Karte gleichzeitig mit dem 3G-Netzwerk verbinden, die andere schaltet solange auf eine 2G, also GSM-Verbindung zurück. Das ist soweit ok, kann man ja eh nur eine schnelle Datenverbindung zugleich nutzen. Ansonsten ist das Gerät mit seinen 400 Gramm und rund 12 mm in der Dicke noch als ganz handlich zu bezeichnen. Was etwas schade ist, ist die recht geringe Auflösung des Displays mit 600 x 1024 Pixeln sowie die schlechte Blickwinkelstabilität der Anzeige. Die verbaute Auflösung war vor zweieinhalb Jahren vielleicht der Stand der Technik (z.B. beim ersten Samsung Galaxy Tab - P1000), doch heute sollte mindestens eine Auflösung von 800 x 1280 Pixeln zum Einsatz kommen. Aber nun gut, vielleicht darf man in der Preisklasse einfach nicht zuviel erwarten. Fakt ist, so ist es etwas unschön Texte oder allgemein gesagt feine Schriften mit dem Gerät zu betrachten. Was die Akkulaufzeit angeht wird das Gerät relativ schnell in die Knie gezwungen wenn es zur Videowiedergabe genutzt wird, hier ist nach ca. 5 Stunden Schluss, im reinen Lesemodus von eBooks oder Webseiten sind zwischen 8 und 10 Stunden durchaus realistisch. Die Arbeitsgeschwindigkeit des etwas betagten Android 4.0 Betriebssystems ist soweit in Ordnung, richtig flüssig läuft es aber auch nicht immer. Insgesamt kann man aufgrund der 3G Schnittstelle und des günstigen Preises, aber durchaus damit arbeiten und über die gelegentlichen, leichten Ruckler hinwegsehen. Die Frontkamera mit ihren 0,3 Megapixel ist leider sehr grob auflösend, sodass die Videoqualität bei der Videotelefonie eher bescheiden ist.

Huawei MediaPad 7 lite

Das Huawei MediaPad 7 lite kommt mit dem aktuell so beliebten Unibody-Gehäuse daher. Die Rückseite ist aus einem Stück Metall gefertig und gibt dem Huawei MediaPad 7 lite ein recht edles Auftreten. Die Abmessungen sind 7 Zoll-typisch handlich und das Gewicht mit 370 Gramm sehr leicht, auch hier wurde der Akku fest im Gerät verbaut. Ansonsten ist das Display mit 600x1024 Pixeln eher durchschnittlich, und bietet eine Pixeldichte von 170 PPI. Das Gerät ist mit einem 3G-Modul ausgestattet, sowie einer Telefonfunktion. So kann man einerseits mit eher gemächlichen 3,6 MBit/s surfen, oder aber das Gerät zum telefonieren nutzen. Ein Lautsprecher um mit dem Gerät am Ohr zu telefonieren wurde nicht verbaut, hier muss man aufs Headset oder die Freisprechfunktion zurückgreifen. Die verbaute Kamera auf der Rückseite reicht für einfache Schnappschüsse, mehr aber auch nicht. Die Frontkamera mit 0,3 Megapixel ist sehr grob auflösend, HD Videotelefonie kann man so schon mal vergessen. Auch hier ist ein ähnlich starker Akku wie beim Gegenstück von Lenovo verbaut worden. Der Akku fasst 4100 mAh, was zu einer maximalen Laufzeit von rund 8 Stunden im Dauereinsatz führt. Je nach Anwendung, kann das Gerät aber auch schon nach ca. 4 Stunden nach einer neuen Aufladung verlangen, gerade bei der Videowiedergabe kann man förmlich dabei zusehen wie der Akku leergesaugt wird. Ansonsten ist die Ausstattung soweit in Ordnung, einzig der verbaute Hauptprozessor ist die Achillesferse des Gerätes. Der ARM Cortex-A8 Prozessor ist nicht mehr zeitgemäß, was sich auch spürbar in der Arbeitsgeschwindigkeit des Android (in der etwas veralteten Version 4.0.4) Betriebssystems niederschlägt. So sind dem Gerät regelmäßige Ruckler und Gedenkpausen beim Laden von Apps deutlich anzumerken, aufwändigere 3D Spiele laufen meist gar nicht erst auf dem Gerät. Hier hätte Huawei vielleicht nicht so stark bei der Ausstattung sparen sollen, ein schnellerer Prozessor wäre definitiv sinnvoll gewesen.

Nachtrag vom 25.06.2013: Passend zu meiner Kritik am Prozessor des MediaPad 7 lite hat Huawei gestern das MediaPad 7 Vogue vorgestellt, das mit einem ordentlichen QuadCore Prozessor (mit 1,2 GHz) sowie einem 16-Kern Grafikchip ausgestattet sein wird. Ansonsten scheint sich am Innenleben nicht allzuviel zu ändern. Wer die Pressemeldung lesen mag, der findet diese über den nachfolgenden Link bei huawei.com.

Benchmarks und Performance

Was die reine Leistungsfähigkeit angeht ist das Lenovo IdeaTab A2107A dem Huawei MediaPad 7 lite deutlich überlegen. Die ARM Cortex-A9 Architektur kann hier merklich ihre Vorteile gegenüber der Vorgängergeneration Cortex-A8 ausspielen. Dies schlägt sich in der reinen Arbeitsgeschwindigkeit nieder, ebenso aber auch bei den synthetischen Benchmark-Ergbnissen. Hier ist das Lenovo Gerät stellenweise fast doppelt so schnell unterwegs wie das Huawei Gegenstück.

Huawei MediaPad 7 liteLenovo IdeaPad A2107A Quadrant - 1407 Quadrant- 2374 AnTuTu - 2987 AnTuTu - 4285 NenaMark 2 - 20.9 fps NenaMark 2 - 19.3 fps

Generell kann man auch mit dem Huawei MediaPad 7 lite ganz gut arbeiten, es stößt aber gerade bei aufwändigeren Anwendungen oder beim schnellen scrollen eher an seine Grenzen und neigt dann deutlich zu unschönen Rucklern. Ansonsten ist die CPU des Huawei auch bei 3D-Spielen und Videos (in hoher Auflösung) stellenweise überfordern, hier wäre eine etwas leistungsfähigere CPU definitiv wünschenswert gewesen.

Fazit

Sowohl das Huawei MediaPad 7 lite, als auch das Lenovo IdeaTab A2107A erfüllt seinen Zweck. Das etwas später erschienene Lenovo ist dabei allerdings eindeutig die bessere Wahl, da es dem Huawei in nahezu allen Belangen überlegen ist. Für das Huawei spricht in erster Linie die Telefonfunktion und das etwas edler wirkende Metallgehäuse, das es definitiv wertiger erscheinen lässt. Preislich tun sich die Geräte insgesamt nicht viel, sodass ich im direkten Vergleich definitiv zum Lenovo IdeaTab A2107A greifen würde.