The Dash: Tausendsassa-Kopfhörer im Hands-On

The Dash waren bisher das erfolgreichste Kickstarter-Projekt aus Deutschland, das sich dem finalen Design nähert. CURVED konnte einen Prototypen des mit Funktionen vollgestopften Ohrsteckers bei der Wearable Technologies Conference in München ausprobieren.

Die Idee von The Dash überzeugte bei Kickstarter fast 16.000 Unterstützer, insgesamt über drei Millionen Dollar in die Ohrstecker der Münchner Firma Bragi zu investieren. Im Januar 2015 konnte das Unternehmen bei der CES erste funktionierende Prototypen präsentieren und wurde mit einem Best-of-Innovation-Award der Messe ausgezeichnet. Wir haben Firmengründer Nikolaj Hviid getroffen, der einen Prototypen des Dash dabei hatte.

Was kann The Dash?

The Dash sind Kopfhörer mit eingebautem MP3-Player und Headset-Funktion. Ihr müsst beim Laufen also nicht zwangsläufig ein Smartphone mitnehmen, um Musik hören zu können. Zusätzlich sind aber noch verschiedene Sensoren eingebaut, die Bewegung, Geschwindigkeit, Atmung und Herzfrequenz überwachen und die Daten zur weiteren Verarbeitung protokollieren.

Zusammen mit der App auf dem Smartphone könnt Ihr Macros festlegen. Das sind kleine Programmroutinen, die eine bestimme Aktion ausführen, wenn The Dash bestimmte Bewegungen erkennt. Beispiel gefällig: Ihr schaut drei Sekunden lang nach oben in den Himmel und bekommt dann die Wettervorhersage angesagt. Oder nickt, um einen Anruf anzunehmen oder springt beim Laufen, um die aktuelle Zwischenzeit und andere Messdaten angesagt zu bekommen.

Mir persönlich gefällt besonders, dass ich mit The Dash die Außengeräusche noch hören kann, wenn die Musik läuft. Ich mag es nicht, komplett von der Außenwelt abgeschottet zu sein, wenn ich auf der Straße unterwegs bin. Ich höre neben der Musik lieber noch, was um mich herum passiert. Das kann ich zwar auch bei anderen Kopfhörern haben, aber bei denen ist es selten ein geplantes Feature.

Die Batterie in den kleinen Ohrsteckern soll rund vier Stunden lang halten, was in Anbetracht der Größe und den kolportierten 2,5 Stunden der Apple Watch recht ordentlich ist. Zusätzlich befindet sich in der Transporthülle ein Akku, der The Dash bis zu fünf Mal aufladen soll, wenn Ihr die Stecker einpackt.

Wie fühlt sich The Dash an?

Jedes Ohr ist individuell, und so stand das Team von Bragi vor dem Problem, dass sein Stecker mit wenig Aufwand an möglichst viele Ohren anpassbar sein muss. Die Lösung sind Silikonmäntel in vier verschiedenen Größen und einer Form, die in 97 Prozent der Ohren passen soll. Ich habe etwa sehr kleine Ohren und muss bei In-Ears immer lange ausprobieren, bis sie bequem sitzen.

Bei The Dash habe ich mit der kleinsten Größe angefangen und hatte Glück, denn sie passte auf Anieb. Die etwas über zehn Gramm schweren Stecker sitzen fest und trotzdem bequem im Ohr. Sie drücken nur, wenn Ihr eine zu große Größe wählt. Ansonsten bemerkt man sie nach kurzer Zeit gar nicht mehr. Ich glaube nicht, dass sie beim Laufen oder Radfahren herausfallen, aber ich hätte ein schlechtes Gefühl, mit ihnen schwimmen zu gehen - wahrscheinlich zu unrecht.

Neben der App, könnt Ihr The Dash auch direkt bedienen. Zumindest einige Funktionen kontrolliert Ihr über eine Sensortaste außen am Gehäuse. Hier startet und beendet Ihr zum Beispiel die Musikwiedergabe von dem eingebauten MP3-Player mit vier Gigabyte Speicherplatz und springt zum nächsten Song weiter.

Wann kommt The Dash endlich?

Wenn alles gut läuft, dann kommt The Dash im April in den Handel. Die Unterstützer von Kickstarter sollen ihre Geräte aber als erste erhalten. Es kann aber immer noch zu Verzögerungen kommen, da der Prototyp zwar schon funktioniert, aber noch nicht ganz fertig ist. So fehlen zum Beispiel noch die Zertifierzierungen von FCC und CE, und wenn da noch nachgebessert werden muss, dann dauert es wieder vier Wochen, bis die Änderungen eingearbeitet sind.

Erster Eindruck: Hammer! Jetzt geht es um die Alltagstauglichkeit

Ich konnte den Prototypen von The Dash nur kurz ausprobieren. Aber das hat gereicht, um Lust auf das Wearable zu machen. Inzwischen fange ich sogar an, mich zu ärgern, Bragi nicht auf Kickstarter unterstützt zu haben. Denn jetzt müsste ich 300 statt 200 Dollar für die Ohrstecker auf den Tisch legen. Tragekomfort und Klang waren sehr überzeugend, und alleine als MP3-Player wirkte The Dash schon super. Ich bin sehr gespannt, was das Wearable im Alltag leisten kann, wenn es denn fertig ist.


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