The League & The Inner Circle: Tinder-Dating für Eliten

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The Inner Circle & The League: mit Exklusivität zum Erfolg
The Inner Circle & The League: mit Exklusivität zum Erfolg(© 2015 CURVED Montage)

Hierzulande ist Tinder gerade im Mainstream angekommen. Mainstream? Ist doch sowas von 2014! Die neuen Dating-Apps wollen nur noch erfolgreiche und schöne Menschen zulassen - mit Erfolg.

Ein Wisch nach rechts sagt: Hot. Ein Wisch nach links bedeutet: Not. So einfach ist Dating mit Tinder, der wohl bekanntesten Dating-App in Deutschland. Mit steigender Popularität wird die Anwendung aber zunehmend uninteressanter für diejenigen, für die Tinder lange Zeit eine Art Geheimtipp war in Sachen Mobile Dating.

Bleibt die Frage: Was gibt es Neues an der Dating-Front? Kann Exklusivität noch funktionieren? Offenbar - und das sogar sehr gut. Gleich zwei neue Apps haben sich darauf spezialisiert, nur ausgewählten Personen Zutritt zu gewähren. “The League” heißt die Software von Amanda Bradford, die sich derzeit noch im Beta-Stadium befindet. “The League” ist eine Dating-Plattform für erfolgreiche, karrieregetriebene End-Zwanziger. Menschen, die nach dem Verständnis der Macher viel Zeit in ihr Berufsleben investieren und deswegen nur wenig Zeit für Privates haben.

Mit LinkedIn verknüpft

Kurios: Während Tinder sich mit Facebook verbindet, um ein Profil zu verifzieren, ist “The League” mit dem Karriereportal LinkedIn verknüpft. Auf diese Weise soll ein Algorithmus besser nachvollziehen können, ob ein Anwärter auch “elitär” genug ist für “die Liga”. Das Spiel mit der Exklusivität funktioniert. 2,1 Millionen Dollar konnte Bradford von Investoren bereits einsammeln. Nach eigenen Angaben stehen rund 75.000 Nutzer auf der Warteliste, darunter vor allem Anwälte, Ärzte und Gründer. Wer drin ist, dem steht eine Einladung für Freunde zur Verfügung.

Ein Algorithmus soll Nutzer automatisch bewerten(© 2015 The League)

Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert auch “The Inner Circle” - wohl der perfekte Name für eine elitäre Dating-App mit einer nach eigenen Angaben “beeindruckenden Gefolgschaft erfolgreicher und attraktiver Menschen”. Während Ihr bei “The League” zumindest noch die Möglichkeit habt, Euch die App zu installieren und für den Dienst zu registrieren, müsst Ihr bei “The Inner Circle” eingeladen worden sein. So wollen die Betreiber der Londoner In-App dafür sorgen, dass vor allem Menschen mit einem ähnlich luxuriösen Lebensstil aufeinander treffen.

Exklusive Parties für Mitglieder

Um den Dienst zu promoten, veranstaltet CEO und Mitgründer David Vermeulen exklusive Parties für Mitglieder in den angesagten Londoner Clubs. Neben Englands Hauptstadt ist “The Inner Circle” noch in Paris, Mailand, Barcelona, Stockholm und Amsterdam, wo die App gegründet wurde, aktiv. Rund 50.000 Nutzer sind seit dem Start allein in der Londoner Version von “Inner Circle” aktiv, die Warteliste ist lang.

Wie kann es sich eine App erlauben, bestimmte Nutzer auszuschließen? Tinder schließt User nicht aus, doch wird mit Blick auf die Preisstrukturen für "Tinder Plus" deutlich, dass auch die Betreiber der beliebtesten Dating-App bestimmte Nutzergruppen bevorzugen. In Großbritannien zahlen User unter 28 rund vier Pfund, ältere Nutzer 15 Pfund. In den USA kostet Tinder Plus für Menschen unter 30 zehn Dollar, ältere bezahlen schon 20 Dollar. Auf diese Weise bleibt die Dating-Plattform weiterhin attraktiv für junge Menschen.

In Deutschland nutzen rund zwei Millionen Nutzer bereits Tinder - Tendenz weiterhin stark steigend. Laut Spiegel Online berichten auch hierzulande Nutzer von unterschiedlichen Preisen, abhängig vom Alter. So müssen 40-Jährige etwa rund 15 Euro für Tinder Plus zahlen.

Doch abgesehen von der Bezahlschranke wird Tinder weiterhin offen zugänglich für alle Nutzer sein? Ob ein vergleichbares Modell wie das von "Inner Circle" und "The League" auch in Deutschland funktionieren könnte? In Metropolen auf jeden Fall. Dort, wo Clubs permanent überfüllt sind und die Auswahl an potenziellen Partnern besonders groß ist, dürfte ein Hauch Exklusivität vor allem für weibliche Nutzer interessant sein.


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