This Will Rock You! So gut ist „Bohemian Rhapsody“!

Bohemian Rhapsody
Bohemian Rhapsody(© 2018 2018 Twentieth Century Fox)

Am 31. Oktober startet die Musik-Biographie “Bohemian Rhapsody” über Queen und deren Frontmann Freddie Mercury in den deutschen Kinos. Kann der Film über die britische Band von „X-Men“-Regisseur Bryan Singer überzeugen?

Eigentlich schien das Projekt schon tot, bevor es überhaupt fertig war. Denn das Studio feuerte Regisseur Bryan Singer, weil der aufgrund privater Probleme einige Tage vom Set fernblieb. Fox engagierte daraufhin Dexter Fletcher, der im kommenden Jahr mit „Rocketman“ einen Film über Elton John in die Kinos bringt, um den Film zu Ende zu bringen. Als Singer noch im Regiestuhl saß, soll wer sich auch regelmäßig mit Hauptdarsteller Rami Malek gestritten haben. Ist aus einem solchen Chaos tatsächlich trotzdem ein guter Film entstanden?

Die Handlung

1970: Der indischstämmige Farrokh Bulsara (Rami Malek) arbeitet als Gepäckträger auf dem Londoner Flughafen Heathrow und träumt davon, als Musiker sein Geld zu verdienen. Die Chance kommt, als die Band „Smile“ nach einem Auftritt ihren Bassisten und Leadsänger verliert und Gitarrist Brian May (Gwylim Lee) und Drummer Roger Taylor (Ben Hardy) eigentlich ihre Musiker-Karriere zugunsten von Studium aufgeben wollen. Farrokh wird neuer Sänger, benennt sich bald in Freddie Mercury um und lernt mit der Verkäuferin Mary (Lucy Boynton) seine erste große Liebe kennen. Mit „Killer Queen“ landen die vier (John Deacon kam als Bassist hinzu) 1974 ihren ersten Hit in England, doch als sie ihrem Plattenboss (Mike Myers) ein Album mit Opern-Einflüssen vorschlagen, ist der skeptisch. Bis „Bohemian Rhapsody“ ihr erste Nummer-Eins-Hit wird.

Die Band-Karriere läuft gut, doch Freddie hat zunehmend Probleme mit Mary. Denn immer wieder fühlt er sich auch von jungen Männern angezogen. Und während „Queen“ langsam den Status einer Legende erreicht, gerät Freddies Privatleben zunehmend in Schieflage. Partys, Drogen und Alkohol ersetzen bald seine Freunde und schließlich steht die Trennung von Queen im Raum …

One-Man-Show

Obwohl der Film auch die anderen drei Mitglieder der Band zeigt, liegt Singers Schwerpunkt doch eindeutig auf der Person Freddie Mercury. Das ist verständlich, denn im Vergleich zu den eher biederen Herrschaften May, Deacon und Taylor war Mercury eindeutig ein Paradiesvogel, der für einen solchen Film sehr viel mehr Substanz hergibt. Und der wird von Rami Malek derart grandios verkörpert, dass die Academy an einer Nominierung für die beste Hauptrolle wohl kaum vorbeikommen wird.

Jede Bewegung, vor allem bei den zahlreichen Bühnen-Performances, die der Film zeigt, sitzt derart gut, dass man sich zum Teil die Augen reibt, um sicherzugehen, dass man da nicht doch den wiederauferstandenen Mercury vor sich sieht. Und auch das Gebiss, mit dem Malek den extremen Überbiss Mercurys nachstellt, schien den 37-jährigen nie zu stören, so selbstverständlich spricht und küsst er damit. (Mercury ließ das übrigens Zeit seines Lebens nie beim Zahnarzt richten, weil er Einbußen bei seinem Stimmumfang fürchtete). Und Mercurys einzigartige Stimme ist auch im Film zu hören, es gibt schlicht niemanden, der das hätte nachsingen können.

Dunkle Seiten

Auch Freddies dunkle Seiten spart der Film nicht aus, selbst wenn Singer niemals wirklich explizite Bilder davon zeigt. Aber das Ringen mit seiner Homosexualität und falschen Freunden, die ihn immer wieder in Exzesse stürzten, zeigt der Film eindrucksvoll. Auch, weil Malek Mercury als zutiefst verletzlichen, fast schüchternen Menschen darstellt, der nur auf der Bühne zu dem Superstar wird, den die Welt kannte. Und der fast daran zerbricht, dass er für seine große Liebe Mary, hinreißend von Lucy Boynton gespielt, nur ein Freund sein kann, aber nicht mehr.

Neben diesen düsteren Momenten zeigt der Film aber auch sehr viel von der Brillanz, die Freddie Mercury und Queen auf der Bühne und im Studio auszeichnete und bietet furiose und absolut mitreißende Momente mit den unvergessenen Hits der Band. Prunkstück ist da sicherlich der nachgestellte Auftritt beim Live-Aid-Konzert 1985, den der Film fast in voller Länge zeigt. Und als wäre das nicht emotional genug, gelingen Singer auch ruhige Momente, die so rührend und ergreifend sind, dass der stets innerlich zerrissene Mercury einfach zu Herzen geht. Wenn er beispielsweise Mary voller Stolz ein Video zeigt, in dem Zehntausende von Fans bei einem Konzert „Love of My Life“ singen, dass Freddie für Mary geschrieben hatte, dann ist das einfach großes Kino. Wie der ganze Film.

Fazit:

„Bohemian Rhapsody“ ist trotz der Querelen um Regisseur Bryan Singer einer der besten Filme des Jahres. Mitreißend, traurig, lustig, rührend – hier fehlt kaum eine der Emotionen, für die man ins Kino geht. Ein Meisterstück, das die Latte für zukünftige Musiker-Bio-Pics verdammt hoch legt. „This Will Rock You!“

Bohemian Rhapsody startet am 31. Oktober 2018 in den deutschen Kinos.


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