Tipps zum sicheren Einkaufen im Internet

Wie jedes Jahr vor Weihnachten geht jetzt das große Rennen nach Weihnachtsgeschenken los. Die Parkplätze in der Stadt sind ein rares Gut, die Einkaufszentren brechend voll und die Menschen völlig gestresst, weil sie nach der Arbeit noch schnell Geschenke besorgen wollen – wie so viele andere auch.

Wie schön, wenn man das Shoppen bequem vom heimischen Computer aus erledigen können – Versandhändler wie Amazon, Otto oder ebay machen’s möglich. Eine repräsentative Umfrage der BITKOM besagt, dass jeder dritte Deutsche Weihnachtseinkäufe über das World Wide Web tätigt. Doch Online-Shopping birgt auch Gefahren. Cyberkriminelle versuchen gezielt, den Shopping-Wahn in der Vorweihnachtszeit auszunutzen. Florian Schafroth von Kaspersky Labs, dem größten Anbieter von Sicherheitssoftware in Europa gibt Tipps zum sicheren Einkaufen im Internet.

Computer muss gesichert sein

Erstes und wichtigstes Gebot, nicht nur für Einkäufe, sondern für alle Aktionen im Internet: Computer absichern! Ohne ausreichenden Schutz – Firewall, aktueller Virenscanner und Betriebssystem mit allen Updates – sollte heutzutage niemand mehr im Internet unterwegs sein.


Vorsicht bei Schnäppchen

In Acht nehmen sollte man sich auch vor Mega-Schnäppchen. Denn während man beim Shoppen im Kaufhaus die Ware in Augenschein nehmen kann, muss man sich beim Online-Shoppen auf die Angaben, die der Verkäufer macht, verlassen. Wenn also ein iPhone 4S statt für €600,- für nur €200,- angeboten wird: Finger weg, da kann etwas nicht stimmen!

Man sollte beim Online-Shoppen auch immer darauf achten, dass man tatsächlich auf der Website unterwegs ist, auf der man auch sein will. Wer direkt über die Eingabe der URL beispielsweise zu Amazon gelangt, ist in der Regel auf der sicheren Seite. Bei Links sollte die Web-Adresse aber sicherheitshalber immer geprüft werden. Auf Websites weniger bekannter Shops sollte man darauf achten, dass das Impressum korrekt ist und die Geschäftsbedingungen einsehbar sind. Wenn eine Seite schon beim ersten Aufrufen nach Kreditkarten-Details verlangt, ist Vorsicht geboten. Hier ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um ein Fake handelt oder die Seite nur an die persönlichen und sensiblen Daten der Nutzer kommen will. Bei der Eingabe von solchen Daten sollte in der Browserzeile immer „https:“ am Anfang stehen – das „s“ am Ende steht für eine verschlüsselte Verbindung.

Sicheres Bezahlen

Bezahlt wird gerne mit Bezahldiensten wie beispielsweise PayPal – die Möglichkeit ist oft schon ein Hinweis auf einen seriösen Anbieter. Vorteil bei PayPal: Wer über PayPal bezahlt hat, kann im Zweifelsfall sein Geld zurückholen. Bei einer einfachen Überweisung ist das nicht ohne Weiteres möglich. Allerdings sind gerade Bezahldienste wie PayPal gerne Angriffsziel für Phishing-Attacken. Vorsichtig sollte man sein, wenn ein Anbieter die Ware nur gegen Vorkasse verschickt. Sinnvoll ist in solchen Fällen auf jeden Fall ein Blick in die Bewertungen (z.B. bei Amazon oder Ebay), sie sagen häufig schon sehr viel über den jeweiligen Anbieter aus. Und wenn Bewertungen gefälscht sind, lässt sich dies relativ gut erkennen, wenn man genau hinschaut.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann sich eine extra Kreditkarte nur für Online-Bestellungen machen lassen. Hierfür bietet sich eine Prepaid-Kreditkarte an oder eine Kreditkarte mit einem niedrigen Kreditrahmen. Sollte doch einmal etwas schiefgehen, dann ist der Schaden zumindest begrenzt.

Passwörter gut überlegen

Ein weiterer wichtiger Punkt, der nicht nur fürs online Einkaufen gilt sind Passwörter. Auch wenn es extrem nervig ist, sich zig verschiedene Passwörter zu merken, die möglichst auch noch so schwierig sind, dass sie niemand erraten kann: Es dient nur der eigenen Sicherheit. Wer sich die vielen Passwörter nicht merken kann, der kann mit einem Passwort-Manager arbeiten, wie ihn beispielsweise Kaspersky Lab anbietet. Er erleichtert das Arbeiten mit sicheren Passwörtern um einiges – und man muss sich selbst nicht alles merken oder ständig neue Passwörter anfordern, weil man eines vergessen hat.

Generell sollte man auch bei Einkäufen im Netz immer die Belege aufheben. Das kann gleichzeitig auch bei Garantiefällen hilfreich sein. Aufheben sollte man grundsätzlich die Bestellbestätigung und die Rechnung. Am besten, man legt sich dazu einen eigenen Ordner auf dem PC an, in dem man alle Bestellungen abspeichert. Wer es ganz genau mag, legt im gleichen Ordner auch eine Kopie des Kontoauszugs ab, auf dem die Abbuchung zu sehen ist. So kann man auch später noch ganz genau nachvollziehen, was wann wo bestellt und bezahlt wurde.

 

Rückgaberecht nutzen

Sollte eine gelieferte Ware doch einmal nicht den Vorstellungen oder den Versprechungen des Anbieters entsprechen, so kann man auch bei Online-Einkäufen das Widerrufsrecht nutzen. 14 Tage nachdem man eine Lieferung bekommen hat, hat man das Recht die Ware zurückzuschicken und muss dann auch sein Geld zurückbekommen. Dazu muss kein Grund angegeben werden. Achtung, es gibt bestimmte Ausnahmefälle, bei denen das jedoch bei der Bestellung, in den AGB des Anbieters oder dergleichen angegeben werden muss. Im Zweifelsfall sollte man vorher nachfragen, ob man die Ware zurückschicken kann. Reagiert ein Händler auf diese Frage irgendwie komisch, ist das gleichzeitig ein Indiz dafür, dass hier möglicherweise etwas nicht stimmt.

Wer diese Tipps von Kaspersky Lab beherzigt, der kann getrost die Weihnachtseinkäufe zuhause von der Couch aus erledigen und muss keine Angst haben, auf einen Betrüger hereinzufallen.

Quelle: Kaspersky Labs