Trojaner infiziert über 500.000 Macs

„Mac-User brauchen keinen Virenschutz!“ hieß es lange Zeit. Doch diese Ära scheint zu Ende zu sein. Die Sicherheits-Experten von Doktor Web entdeckten einen Trojaner, der mehr als eine halbe Million – manche Quellen sprechen sogar von über 600.000 – Macs infiziert hat.

Über eine Sicherheitslücke in der Programmiersprache Java, die anscheinend inzwischen geschlossen wurde, schlich sich der Trojaner BackDoor Flashback auf den Rechnern mit Apples Betriebssystem Mac OS X ein. Nach dem Befall mit dem Schädling könnten die Computer zu einem Botnetz verbunden werden.

Java ist das Problem

Der Trojaner ist schon seit einiger Zeit bekannt, hat sich aber wohl erst kürzlich innerhalb weniger Tage massenhaft verbreitet. Über mit einem Java-Skript präparierte Websites kann man sich BackDoor Flashback einfangen. Er gibt sich als Flash-Player aus und fordert die Nutzer auf, eine Software herunterzuladen. Die meisten der infizierten Macs (56,6 Prozent) stehen in den USA. Auch in Kanada und Großbritannien sind zahleriche Rechner betroffen. Lediglich 0,4 Prozent der infizierten Computer stehen in Deutschland.

Apple reagiert sofort

Apple hat inzwischen ein Sicherheits-Update bereitgestellt. Mac-Usern wird nahegelegt, dieses Update herunterzuladen und zu installieren. Wer prüfen möchte, ob auch sein Mac von dem Trojaner befallen ist, kann dies mit Hilfe dieser Anleitung von F Secure tun.

Spätestens mit dieser Meldung dürfte klar sein, dass man auch als Mac-User nicht mehr vor Viren gefeit ist. Markus Hennig, Technikchef beim Sicherheitsspezialisten Sophos, sieht das genauso. Laut ihm gibt es inzwischen so viele Mac-User, dass auch dieses bislang als sicher geltende Betriebssystem für Angriffe interessant geworden ist.

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