Wird das iPhone 12 teurer? Trump droht Apple mit China-Steuer

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Ob das iPhone 12 unserem CURVED/labs-Konzept (Bild) in irgendeiner Weise ähneln wird, ist nicht klar
Ob das iPhone 12 unserem CURVED/labs-Konzept (Bild) in irgendeiner Weise ähneln wird, ist nicht klar(© 2017 CURVED/labs)

Das wird Tim Cook nicht freuen: US-Präsident Donald Trump macht wieder gehörig Druck auf US-Unternehmen, die außerhalb der Vereinigten Staaten produzieren. Das iPhone 12 könnte das erste Smartphone des Herstellers werden, dessen Startpreis unter diesem Druck steigt. Dabei hieß es gerade erst, der Preis des iPhone 12 könnte überraschend niedrig ausfallen.

Schon in der Vergangenheit äußerte sich Präsident Trump kritisch gegenüber Unternehmen, die ihre Produktion und Zulieferketten ins Ausland verlagert oder direkt dort aufgebaut haben. Dass gerade der Tech-Gigant Apple dabei immer wieder ins Fadenkreuz gerät, ist angesichts des Börsenwertes des US-Unternehmens nicht überraschend. Trumps neuste Drohung klingt allerdings konkreter als bisher und ist wegen der Spannungen zwischen den USA und China für Apple bedrohlicher denn je.

Kann Apple überhaupt auf China verzichten?

Im Interview mit FoxBusiness erklärte der US-Präsident, dass die USA eine Art Wirtschaftsbarriere aufbauen könnten, wie sie andere Länder schon zu Lasten der USA geschaffen hätten. Apple würde nach Ansicht Trumps dann 100 Prozent seiner Produkte in seiner Heimat fertigen. Ein "Anreiz" dafür wäre dem Präsidenten zufolge eine Steuer für Unternehmen, die außerhalb der USA produzieren.

Schon als Apple das erste Mal aufgerufen wurde, mehr in den USA zu fertigen, gab es viel Kritik an einer solchen Überlegung, da die Produktion in den Vereinigten Staaten einfach sehr viel teurer wäre als in China, Taiwan, Vietnam oder Indien. Die zusätzlichen Kosten würden vermutlich an Kunden weitergegeben werden. Der Preis eines iPhone 12 könnte dementsprechend sehr viel höher ausfallen – und es wäre fraglich, ob potenzielle Nutzer dann noch ein iPhone in Betracht ziehen würden.

Foxconn produziert auch in Tschechien. Statt iPhones laufen hier aber Server und andere Produkte für Unternehmen vom Band.(© 2014 CC: Wikimedia/Nadkachna)

In erster Linie eine "China-Steuer"

Trumps Motive für die Drohung an US-amerikanische Unternehmen sind klar. Ein halbes Jahr vor der nächsten Präsidentschaftswahl haben auch die USA schwer mit der Corona-Krise zu kämpfen. Donald Trump sieht China als Urheber und ersten Verantwortlichen für die Pandemie und sucht außerdem nach Mitteln, die US-Wirtschaft irgendwie anzutreiben. Zudem sind Forderungen, die zumindest in der Theorie zu mehr Arbeitsplätzen im Land führen könnten, bei vielen Menschen beliebt, die gerade ihre Arbeit verloren haben.

Fraglich ist, ob Trump seine Drohung wahr machen wird und was in dem Fall passieren könnte. Apples Reaktion wäre vermutlich stark von der Höhe dieser Strafsteuer abhängig – aber auch von ihrer genauen Auslegung. Sollten nur US-Unternehmen belastet werden, die in China produzieren lassen, könnte Apple die Produktion des iPhone 12 und anderer Geräte womöglich in Absprache mit Foxconn an Standorte wie Taiwan, Indien oder Vietnam verlegen.

Donald Trump wünscht sich, dass Apple sein iPhone vollständig in den USA herstellt.(© 2016 CC: Flickr/Michael Vadon)

Vielleicht braucht Apple nur etwas Zeit

Da der Sinn hinter der Aktion eigentlich aber die Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA sein soll, könnte Apple bald auch schlicht vor der Entscheidung stehen, eine Strafe in Form von Steuern zu zahlen oder den Preis des iPhone 12 und anderer Geräte zu erhöhen. Vielleicht findet der Konzern aber ja auch noch weitere Optionen. Ein Einlenken in Form einer Fabrikeröffnung innerhalb der USA könnte Apple vielleicht Zeit einbringen – und wer weiß, ob der amtierende Präsident im November 2020 überhaupt wiedergewählt wird.


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