Tschüss LG G6, hallo HTC U11: Warum ich wechsle

Peinlich !20
HTC U11 und LG G6 in trauter Eintracht.
HTC U11 und LG G6 in trauter Eintracht.(© 2017 CURVED)

Das LG G6 war der Versuch, mit einem großen Display in einem "kleinen" Gehäuse zu punkten. Mich konnte das Smartphone auf lange Sicht nicht überzeugen. Nach nunmehr drei Monate wechsle ich zum HTC U11.

Beim Test vom LG G6 fand ich viele lobende Worte und habe das Smartphone anschließend dauerhaft im Einsatz gehabt. Doch was bleibt von der ersten Euphorie?

Es liegt nicht an der Hardware

LG musste sich viel Kritik für die Entscheidung anhören, "nur" den Snapdragon 821 zu verbauen. Aber der Chipsatz vom Vorjahr und die übrige Hardware stellten mich die ganze Zeit über zufrieden. Auf Dauer problematischer erwies sich der Fingerabrucksensor auf der Rückseite. Das ist unterwegs kein Problem, aber in der Redaktion und zu Hause liegt mein Smartphone oft auf dem Tisch oder anderen Flächen. Das G6 muss ich dann zum Entsperren immer anheben – Entsperrcode eingeben dauert so lange. Dazu kommt noch, dass das Doppeltippen auf das Display zum Ausschalten nur sehr eingeschränkt funktioniert. Inzwischen wünsche ich mir einen Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite und einen Ein- und Ausschaltknopf an der Seite zurück.

Lob verdient LG dafür, im Vergleich zum Vorgänger im G6 ein nominell größeres Display in einem kleineren Gehäuse zu verbauen. Das 18:9- bzw. 2:1-Seitenformat stört mich trotz immer wieder auftauchender schwarzer Ränder nicht. Womit ich mich aber weniger anfreunden konnte, sind die Onscreen-Tasten. Sie machen das Display kleiner, geben kein haptisches Feedback, und bei einigen Apps musste ich sie erst extra einblenden. Außerdem ist die maximale Helligkeit des Displays nicht sehr hoch und im Vergleich zum LG G5 sogar gesunken. Das macht sich negativ bemerkbar, wenn man das Smartphone im Freien zum Fotografieren benutzt.

Apropos Fotografieren: Die Kamera des LG G6 macht schöne Bilder. Ich war auch von der Dualkamera sehr angetan. Statt Bokeh-Effekt oder einem Zoom setzt LG auf eine zweite Kamera mit Weitwinkel-Objektiv. Mehr aufs Bild bekommen, das klang verlockend. Tatsächlich habe ich das Feature nach dem Test jedoch nur zwei- oder dreimal benutzt.

Die Update-Politik von LG stellte mich ebenfalls nicht zufrieden. Auf dem G6 läuft noch Android 7.0 Nougat, wo andere Hersteller schon 7.1.1 anbieten und monatlich Sicherheitsupdates veröffentlichen. Das G6 ist dagegen noch auf dem Stand von März 2017, hat seit dem Verkaufsstart also kein Update erhalten. Zwar soll inzwischen eine Aktualisierung geplant sein, ist auf unserem Testgerät aber noch nicht angekommen. So wundert es mich ich inzwischen nicht, dass LG mit dem G6 die eigenen Verkaufserwartungen nicht erreicht.

Vorfreude auf Edge Sense und Alexa

In den nächsten Wochen und vielleicht sogar Monaten werde ich das HTC U11 im Alltag nutzen. Auf dem Gerät ist Android 7.1.1. schon vorinstalliert. Ich bin vor allem gespannt, ob Edge Sense als Bedienelement auf lange Sicht taugt. Alexa ist seit Montag auch in Deutschland auf dem U11 verfügbar. Somit stehen mir dann zwei Sprachassistenten zur Auswahl, und der HTC Sense Companion könnte sich auch weiterentwickeln. Mit der Kombination aus Hardware, Kamera, Display und Akku scheint man ja auf lange Sicht nichts falsch machen zu können. Wie sich das HTC-Smartphone im Dauertest schlägt und was mir bei intensiver Alltagsnutzung noch auffällt, werde ich dann berichten.