Tweet kostet Polizeichefin die Karriere

Gerda Dijksman hat sich durch eine Twitter-Meldung in Bedrängnis gebracht. In ihrer Funktion als Polizeichefin des  Niederländischen Bezirk Zuidwest-Drenthe stieß sie am ersten Weihnachtsfeiertag auf zwei Leichen. Kurzerhand berichtete sie auf Twitter von ihrem Fund.  Die Todesursache sei wohl häusliche Gewalt, mutmaßte sie - und überschritt damit eine Grenze.

Die Nachricht wurde umgehend vonDijksmans Twitter-Kanal@grotedame gelöscht, die 53-jährige vom Dienst suspendiert. Außerdem wurde ein Ermittlungsverfahren gegen sie eingeleitet - wegen des Verdachts auf Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Opfer.

Die waren nämlich, wie sich bald herausstellte, keineswegs häuslicher Gewalt zum Opfer gefallen. Ohne eigenes Zutun starben sie an einer Kohlenmonoxidvergiftung,  erklärte ein Behördensprecher am Dienstag.

Wer munter alles in die Welt hinaus twittert, muss sich dabei seiner Verantwortung bewusst sein. Dieses Extrembeispiel zeigt, wohin der unüberlegte Griff zum Online-Dienst führen kann. Im Umfeld der 19 und 23 Jahre alten Opfer konnten so  Gerüchte und Vermutungen entstehen, bevor die polizeilichen Ermittlungen überhaupt richtig begonnen hatten. In diesem Fall in der Tat eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte.