Twitter und die Zensur

Der Kurznachrichtendienst Twitter will zukünftig in bestimmten Ländern Inhalte filtern. Das konnten Leser der Twitter-Blogs erfahren. Begründet wird dies damit, dass man den Gesetzen und Einstellungen zur Meinungsfreiheit in bestimmten Ländern Genüge tun will. Die Ankündigung von Twitter löste eine eimpörte Protestwelle aus. 

"Ab heute sind wir in der Lage, auf Verlangen hin Inhalte von Nutzern in einem bestimmten Land zurückzuhalten, während sie für den Rest der Welt verfügbar bleiben,“ heißt es im Blog. Klar, dass die Community damit nicht einverstanden ist. Denn, da ist man sich einig, die Filter, die Inhalte regional blockieren sollen, kommen einer Zensur gleich. Verschiedene Gerüchte für die Hintergründe der neuen Filter bei Twitter machen inzwischen die Runde.

So wird beispielsweise das geplante Vordringen in den chinesischen Markt genannt. Denn gerade hier wurden Dienste schon eingestellt bzw. verboten, weil sie kritische Meinungen vertreten oder verbreitet haben. Als andere Möglichkeit wird eine 300-Millionen-Dollar Investition des saudischen Prinzen Alwaleed genannt. Doch es gibt auch Beschwichtigungsversuche, die klarmachen, dass auch Twitter sich an nationale Gesetze zu halten habe.

Dennoch geht mit den neu eingeführten Filtern eine Ära zu Ende. Einen zweiten Arabischen Frühling, wie wir ihn im vergangenen Jahr erlebt haben, wird es damit zukünftig wohl nicht mehr geben. Gerade Twitter hatte eine nicht ganz unwichtige Rolle bei den Revolutionen in arabischen Ländern gespielt, war es doch oft die einzige Beziehung zur Außenwelt.