#twitterstreik wird Twitter-Trend in Deutschland

Ob der #twitterstreik Aussicht auf Erfolg hat, ist mehr als fraglich
Ob der #twitterstreik Aussicht auf Erfolg hat, ist mehr als fraglich(© 2014 CC: Flickr/clasesdeperiodismo)

Deutschsprachige Twitter-Nutzer proben den Streik, um den Microblogging-Dienst von einer umstrittenen Umstrukturierung der Timeline abzuhalten. Am Freitag wollten sie von 10 bis 12 Uhr keine Tweets abschicken und nichts retweeten oder favorisieren – und erhoben dank zahlreicher Reaktionen das Hashtag #twitterstreik zum Top-Thema in Twitter-Deutschland.

Nutzer mit der Absicht zum virtuellen Streik zeigten in dessen Vorfeld bereits Flagge und twitterten unter dem Motto #twitterstreik, hingegen ab zehn Uhr vor allem Kommentare dazu die Timelines fluteten. Während die Online-Aktivisten also schwiegen, kommentierte der nicht-streikende Teil der Twitter-Gemeinde die Aktion. Die zwischen zehn und zwölf Uhr unter dem Hashtag geposteten Beiträge machen sich zwar weitestgehend über den Streik lustig, kamen aber dennoch durchaus gelegen, da damit das Hashtag #twitterstreik prominent an der Spitze der deutschlandweiten Twitter-Trends blieb.

Twitter hält an seinem Kurs fest

Ob der #twitterstreik in der Führungsetage des US-Unternehmens etwas bewegen kann, darf bezweifelt werden. Twitter verspricht sich von einer neu organisierten Timeline, die populäre Inhalte bevorzugt behandelt, vor allem mehr Aktivität und damit mehr Attraktivität für neue Nutzer – vor allem, um für mehr Werbekunden anzulocken, wie es Facebook mit großem wirtschaftlichen Erfolg vormacht. Von dessen Newsfeed-Organisation ist Twitters angekündigter Abschied von der aktuell strikt chronologischen Timeline nicht ohne Grund maßgeblich inspiriert.

Erst am Mittwoch hatte Twitter-Finanzchef Anthony Noto die Pläne noch einmal mit Nachdruck verteidigt: Die chronologische Timeline sei "nicht die relevanteste Erfahrung für einen Nutzer", man würde Inhalte verpassen, wenn man die App nicht zu richtigen Zeitpunkt öffnet. Den Nutzern die wichtigen Tweets vorzusetzen sei "ein Weg, diese Inhalte besser zu organisieren." Genau die Bevormundung durch einen Algorithmus sehen die Nutzer hinter dem #twitterstreik so kritisch, die an Twitter gerade das Ungefilterte schätzen. Nur werden sie dem Microblogging-Dienst nicht das Wachstum bringen, nach dem dieser sinnt.


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