Ubuntu für Android: Smartphone wird zum Desktop PC

Smartphones sind ja ohnehin kleine Computer. Allerdings ist es eben wesentlich komfortabler, beispielsweise E-Mails auf einem Desktop PC zu schreiben als auf dem kleinen Smartphone (auch wenn viele gar nicht mehr so klein sind). Canonical hat jetzt Ubunto for Android vorgestellt. Damit wird das Android-Smartphone zum Desktop PC.

Die Linux-Distribution Ubuntu wird parallel zu Android aufgespielt. Sie kommt nur dann zum Einsatz, wenn das Smartphone in ein entsprechendes Dock gestellt wird, das es gleichzeitig mit einer Maus und einer Tastatur verbindet. Die Docking Station wird außerdem an einen Monitor angeschlossen, so hat man quasi einen vollwertigen Desktop PC.

Es handelt sich bei Ubuntu for Android nicht, wie man vielleicht meinen könnte um eine Dual-Boot-Lösung. Die beiden Betriebssysteme laufen tatsächlich parallel. In einem Blog-Eintrag erklärt Canonical-Gründer Mark Shuttleworth, dass Ubuntu für Android auf dem Mobile World Congress vorgestellt werden soll. Er will damit vor allem die Netzbetreiber und die Hersteller von Smartphones ansprechen, von denen viele wohl der Meinung sind, dass das Smartphone irgendwann den PC ablösen wird. Für Endkunden steht die Ubuntu-Anwendung nicht zum Download bereit, sondern tatsächlich nur für die Hersteller und Provider.

Die Mindestanforderungen von Ubuntu für Android sind nicht ganz ohne, die aktuellen High End-Smartphones dürften sie aber alle erfüllen: Mindestens ein 1 GHz starker Dualcore-Prozessor, 512 MB RAM und 2 GB freien Speicher benötigt die Anwendung. Neben dem Browser Chromium und dem E-Mail-Client Thunderbird bringt Ubuntu für Android unter anderem Google Docs, Google Calender, den Ubuntu Music Player, die Ubuntu Photo Gallery und den VLC-Player mit. Auch Android Apps sollen sich unter der Ubuntu-Oberfläche starten lassen.