Überwachung von Facebook und Co.: BND will Eure Daten

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Der BND möchte der NSA in Sachen Datensammelwut offenbar nacheifern
Der BND möchte der NSA in Sachen Datensammelwut offenbar nacheifern(© 2006 National Security Agency)

Ein Ende der Datenschnüffelei ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Deutschlands Bundesnachrichtendienst (BND) will bis 2020 mehr als 300 Millionen Euro investieren um die Nase noch tiefer in Eure Daten zu stecken. Erklärtes Ziel soll aber die Aufklärung über die Lage im Ausland sein.

Es sind nicht nur die Daten von deutschen Internetnutzern, an denen der BND zukünftig verstärkt interessiert ist. Laut vertraulichen Unterlagen, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, geht es dem BND ganz nach dem Vorbild der NSA um das Ausspähen von Aktivitäten im Ausland. Und zwar in Echtzeit und weltweit in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Google+ und Co. Zuerst aber will der BND an unsere Steuergelder: Mehr als 300 Millionen Euro soll das Spionage-Update bis 2020 verschlingen. Mit einer Zusage aus dem Bundestag darf in den kommenden Wochen gerechnet werden.

Anschluss gesucht

Das geplante Projekt mit dem Namen "Echtzeitanalyse von Streaming-Daten" gilt als Teil der "Strategischen Initiative Technik". Im Klartext: Der BND fürchtet, wortwörtlich den Anschluss zu verlieren. Die technischen Kapazitäten der amerikanischen NSA und des britischen GCHQ sind denen deutscher Nachrichtendienste nämlich weit voraus. Selbst die Geheimdienste Spaniens und Italiens stehen laut eines BND-Berichts kurz vor einem Überholmanöver auf der Datenautobahn. Neben der Technik für die Echtzeitanalyse geht es dem BND um weitergehende Maßnahmen: Die mit 6.500 Mitarbeitern besetzte Dienststelle will vermehrt Software-Lücken für Spionagezwecke ausnutzen. Darüber hinaus sollen mobile Geräte zum Abfangen von Messdaten aus Raketentests abgefangen und biometrische Daten nutzbringender ausgewertet werden.

Metadaten interessanter als Euer Beziehungsstatus

Ob Paul nun mit Luisa in einer Beziehung steckt und sie mit Larissa betrügt, dürfte dem Auslandsgeheimdienst BND ziemlich egal sein. Dem Nachrichtendienst wird es verstärkt um Metadaten gehen. Also nicht unbedingt gezielt um die Inhalte von Datenpaketen, sondern allgemeiner um Verbindungs- und Personendaten. Ob die Vorgehensweise bei den offensiven Spähmanövern damit gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Tatsache ist: Nach der Privatsphäre der Bürger greifen immer mehr Datenkraken. Und nicht zuletzt war es Heise zufolge der Ex-NSA-Chef Michael Hayden, der nach US-Drohneneinsätzen deutliche Worte übrig hatte: "Wir töten auf Basis von Metadaten."


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