Uncharted 3 – filmisches Abenteuer für die Konsole

Uncharted 3 hatte hohe Erwartungen zu erfüllen. Denn Uncharted 2: Among thieves war 2009 eingeschlagen wie eine Bombe und galt für viele als das Videospiel des Jahres. Dementsprechend hoch ist die Messlatte für Uncharted 3: Drake’s Deception.

Im dritten Teil der Uncharted-Reihe macht sich der Held Nathan Drake auf die Suche nach seiner Vergangenheit, er will das Geheimnis um seinen Vorfahr Sir Francis Drake lüften. Dass er nicht einfach so hinspaziert und ihm die Lösung in den Schoß fällt, dürfte ja klar sein – wäre ja auch langweilig. Die kaltblütige Katherine Marlowe stellt sich ihm in den Weg, wo immer sie kann, und so liefern sich Drake und sein Gefährte Victor Sullivan heiße Gefechte mit der Widersacherin.

Die Geschichte von Uncharted 3: Drake’s Deception führt den Protagonisten um die halbe Welt, unter anderem nach London, Paris, in die kolumbianische Hafenstadt Cartagena und in die mysteriöse Wüstenstadt Iram, die auch „Atlantis of Sands“ genannt wird. Immer wieder wird man an Indiana Jones erinnert – aber nicht im negativen Sinne – da die Macher von Uncharted 3 (Naughty Dog) verschiedene Elemente aus den Filmklassikern einbauen. Das tun sie so liebevoll und geschickt, dass es nicht gekünstelt wirkt.

An Action mangelt es dem dritten Teil der Uncharted-Reihe ganz gewiss nicht. Schon in den ersten Szenen erwischt es den unvorbereiteten Spieler eiskalt und während des gesamten Spiels, das ca. acht bis zehn Stunden dauert, kommt keine Langeweile auf. Dabei gibt es aber auch immer wieder Rätsel zu lösen, sodass nicht nur Muskelmasse (der Spielfigur), sondern auch Hirn (des Spielers) gefragt ist.

Allein der atemberaubenden Grafik wegen lohnt sich Uncharted 3. Denn die dürfte wohl mit zum Besten gehören, was es derzeit so gibt. Das Spiel zeichnet sich aus durch detailgetreue Gesichter, intensive Mimik und tolle Landschaftsbilder.

Wenn man Uncharted 3: Drake’s Deception etwas ankreiden kann, dann ist es höchstens der Handlungsspielraum, der relativ eingeschränkt ist. Viel Platz für eigene Entdeckungen und Entwicklungen bleibt nicht, man ist immer ganz nah dran an der geplanten Handlung. Doch die Umsetzung ist so gut gelungen, dass das gar nicht so sehr ins Gewicht fällt.