So locken Valley-Startups ihre Mitarbeiter

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Unternehmenskultur im Silicon Valley: Kantine bei Google
Unternehmenskultur im Silicon Valley: Kantine bei Google(© 2014 Flickr/Romanboed)

Noch lieber als über das eigentliche Produkt sprechen Startups über ihre Unternehmenskultur. Awards für Mitarbeiter, Freitagsfeiern und Transparenz auf allen Ebenen sind nur einige Beispiele, wie das Arbeitsumfeld aussehen kann.

Von null auf hundert

"Als ich vor elf Monaten eingestiegen bin, war ich Nummer 21. Heute haben wir mehr als 120 Mitarbeiter", erzählte mir heute die Communications Managerin eines Startups beim Frühstückskaffee. Von null auf hundert ist keine Seltenheit bei Jungunternehmen in San Francisco und Silicon Valley. Spätestens wenn das erste Risikokapital am Bankkonto gelandet ist, bauen sich Gründer rasch ihre Belegschaft auf. Die Herausforderung dabei ist es, eine Unternehmenskultur zu schaffen. Seinen Mitarbeitern ein tolles Umfeld zu bieten, gehört in der Startup-Branche zum guten Ton. Deshalb reden manche Gründer über ihre Kultur mindesten so gern wie über das eigentliche Produkt.

Preise für ambitionierte Mitarbeiter

"Unternehmenskultur ist nicht nur ein Punkt auf der To-Do-Liste", appellierte etwa Danae Ringelmann, Mitgründerin der Crowdfunding-Plattform Indiegogo kürzlich bei einem Event in San Francisco. Bei ihrem Unternehmen dauerte es drei Jahre, bis sie dem Thema Beachtung schenkte. Ausschlaggebend dafür war die erste große Investmentrunde im Jahr 2011. Gemeinsam mit ihren Gründerkollegen diskutierte sie über die Werte, die bei Indiegogo sowohl vom Management als auch den restlichen Mitarbeitern gelebt werden sollen.

"Wenn man ein Spielfeld schafft, in dem jeder erfolgreich sein kann, entwickelt sich jeder weiter", erklärt Ringelmann. So vergibt das Unternehmen an ambitionierte Mitarbeiter einen Preis,  den "Iggy". Zudem spiele es bei Indiegogo keine Rolle, ob eine Idee von einem Manager oder einem Praktikanten kommt. Eine gute Idee setze sich durch, egal von wem sie kommt, so die Gründerin.

Chief People Officer lösen in Silicon Valley die HR-Manager ab.

Bei Sonderleistungen für Mitarbeiter denken viele an die berüchtigte Google-Cafeteria, Home Office oder Gratis-Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Das Payment-Startup Square verpflegt seine Belegschaft jeden Freitagnachmittag mit Drinks und Buffet. Alle paar Wochen dürfen Mitarbeiter beim internen Feierabend auch Externe einladen. Während CEO Jack Dorsey und Teamleiter erzählen, wie die vergangene Woche lief, unterhalten sich die Kollegen bei Bier, glutenfreien Snacks und Cupcakes. Jeder trägt ein Namensschild, das auch die Abteilung verrät. Auffallend oft stößt man auf Menschen aus der "People"-Abteilung. Was diese machen?  Sie kümmern sich um die Menschen, im wahrsten Sinne des Wortes. People-Manager sind für das Auffüllen der Snack-Boxen und Frühstücksbar ebenso verantwortlich wie für Mitarbeiter-Events ."Chief People Officer" lösen in Silicon Valley bald die HR-Manager ab.

Gehälter offen legen

"Es ist echt schwer, Mitarbeiter zu finden, die die offene, flexible Arbeitskultur in Startups schätzen", sagte mir Leo Widrich, COO von Buffer im November 2012. Damals hatte das Social Media Management-Startup nur eine Handvoll Mitarbeiter, verstreut auf der ganzen Welt. Heute beschäftigt Buffer in seinem Büro in San Francisco ein dutzend Mitarbeiter. Das Erfolgsrezept in Sachen Employer Branding war für die Gründer Transparenz. In Blogs und Gastbeiträgen sprachen sie offen über den Alltag in einem Startup. Mittlerweile geht Buffer sogar soweit, die Gehälter aller Mitarbeiter offen zu legen - inklusive der Formel, aus der das Management die Höhe des Gehalts errechnet. Diese Herangehensweise zieht nicht nur Jobsuchende an, sondern hat noch einen angenehmen Nebeneffekt für Startups: Medien springen auf das Thema an und berichten darüber. So bekommen Unternehmer Berichterstattung - wenn auch nicht immer das Produkt im Vordergrund steht.


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