Vero: Alles was ihr über das neue soziale Netzwerk wissen müsst

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Vero will anders als Facebook und die anderen alten sozialen Netzwerke sein.
Vero will anders als Facebook und die anderen alten sozialen Netzwerke sein.(© 2018 CURVED)

Mit Vero steht aktuell ein neues soziales Netzwerk im Zentrum der Aufmerksamkeit, das Potential hat Facebook, Twitter, Instagram und Co. zahlreiche Nutzer abzujagen. Was es mit der Hype-App auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Was ist Vero überhaupt?

Vero ist eine App, die es für iOS und Android gibt. Anders als bei Facebook, Twitter oder Instagram kann man sich nicht im Browser anmelden. Das Grundprinzip ist ansonsten ähnlich. Man verbindet sich mit Freunden und kann anderen Nutzern folgen. Deren Statusmeldungen bekommt man angezeigt und kann sie kommentieren sowie mit einem Herz positiv bewerten. An einigen Punkten ist Vero dann aber doch ganz anders.

Was macht Vero anders als Facebook, Twitter oder Instagram?

Vero zeigt die Inhalte eurer Kontakte in chronologischer Reihenfolge an. Genau wie Facebook, Twitter, Instagram und Co. in ihren Anfangstagen. Inzwischen lassen sie jedoch einen Algorithmus die Beiträge sortieren und wollen so die Nutzer nicht mit zu vielen Meldungen überfluten – und zwischendurch Werbung anzeigen. Vero soll dagegen chronologisch bleiben und keine Werbung anzeigen. So lautet zumindest das Versprechen der Macher.

Bei Twitter und Instagram gibt es nur eine Art von Followern, bei Facebook kann man seine Kontakte in Gruppen sortieren und darüber kontrollieren, wer Statusmeldungen zu sehen bekommt. Bei Vero ordnet man seine Kontakte dagegen in "Enge Freunde", "Freunde" und "Bekannte" ein. Und dann gibt es noch "Follower", mit denen man nicht verbunden ist, sondern die einem nur einseitig folgen. Für die verschiedenen Kontakttypen kann man sogar verschiedene Profilbilder nutzen und natürlich bei jedem Posting auswählen, wer es sehen darf.

Bei Vero kann man Bilder und Videos, Links und Orte an denen man sich befindet oder die man empfehlen will veröffentlichen. Zudem kann man Bücher, Musik und Filme teilen und mitteilen ob man sie lesen, hören oder sehen will, dies getan hat oder sie empfehlen kann oder nicht. Zur Auswahl stehen aktuell nur Bücher von iBooks, Musik von iTunes und Filme von themoviedb.org. Serien sind vorgesehen, lassen sich aber noch nicht posten.

Wer steckt hinter Vero?

Scott Birnbaum und Ayman Hariri lernten sich beim Informatik-Studium an der Georgetown University kennen und gründeten anschließend zuerst die Internetsicherheitsfirma Byte and Switch. 2015 folgte Vero, für das sie den Filmproduzenten Motaz Nabulsi ins Boot holten. Geld dürfte dabei kein Problem gespielt haben. Ayman Hariri ist Milliarden-Erbe. Sein Vater war ein erfolgreicher Unternehmer und Ministerpräsident des Libanon. Er starb 2005 bei einem Attentat. Neben den eigenen Internetfirmen übernahm Ayman Hariri nach dem Tod seines Vaters Posten in dessen Unternehmen.

Im Manifest von Vero haben sie ihre Motivation für die Gründung eines neuen sozialen Netzwerks zusammengefasst. So hätten sich bei den älteren Plattformen die Interessen von Nutzern und Netzwerken auseinander entwickelt. Zudem sei es schwer gewesen, wie im echten Leben, mit verschiedenen Leuten unterschiedliche Dinge zu teilen. Nur wer Kontrolle darüber habe, wer eine Meldung sehen kann, verhalte sich auch natürlich. Darüber hinaus sehen sie ihre Nutzer als ihre Kunden – und nicht Werbetreibende.

Wie will Vero Geld verdienen?

Bisher ist Werbung das Einzige mit dem soziale Netzwerke Geld verdienen. Da Vero keine Werbung anzeigen will und am Ende sicherlich nicht nur seine Kosten decken, sondern auch Geld verdienen soll, muss ein anderes Finanzierungsmodell her. Und da haben sich die Macher der App zwei Geldquellen überlegt.

Sie haben angekündigt, dass die Nutzung von Vero eine kleine Gebühr kosten soll. Wie hoch die genau ist, haben sie aber noch nicht verraten. Die erste Million Nutzer soll das soziale Netzwerk zudem dauerhaft kostenlos nutzen können. Zusätzlich können Musiker und Autoren aber auch Modelabels und andere Shops bei Vero Produkte zum Kauf anbieten. Mit jedem Verkauf würde der Dienst eine Provision erhalten.

Warum der plötzliche Hype?

Vero wurde bereits 2015 gegründet und seit April 2017 steht die App zum Download bereit. Doch erst Ende Februar 2018 erregte das soziale Netzwerk große Aufmerksamkeit. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Die Gründer von Vero konnten einige Prominente wie den Regisseur Zack Snyder, der Fotograf Clay Enos oder den Schauspieler Max Joseph für das soziale Netzwerke begeistern. Ihre Profile sind prominente Aushängeschilder bei Vero.

Gerüchte, dass bekannte Nutzer von Instagram oder YouTube von Vero für Werbung bezahlt wurden, bestätigten sich bisher nicht. Trotzdem legten sich immer mehr von ihnen ein Profil bei Vero an und verkündeten dies auch auf anderen Netzwerken. Das dürfte sich wie ein Schneeball, der den Berg herunter rollt und zu einer Lawine wird, entwickelt haben. Die Hype-Welle war losgetreten.

Jeder wollte sich die neue App wenigstens mal anschauen und zumindest ein Profil sichern, falls sie groß und erfolgreich werden würde. Wie viele der neuen Nutzer, die Vero gerade ausprobieren, wirklich dauerhaft dabei bleiben, muss sich noch zeigen. In den letzten Jahren gab es genügend neue soziale Netzwerke, die nach einem kurzzeitigen Hype schnell wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwanden – Ello und Diaspora sind nur zwei Beispiele.

Die Ankündigung von Vero, dass die erste Million angemeldeter Nutzer das soziale Netzwerk dauerhaft kostenlos nutzen kann, dürfte ebenfalls zu den aktuell gestiegenen Anmeldezahlen beigetragen haben.

Der Hype hat aber auch Nachteile. So sind die Server von Vero dem aktuellen Ansturm nicht immer gewachsen. Zu den Auswirkungen gehören lange Ladezeiten, ungewollte Abmeldungen oder Inhalte, die gar nicht angezeigt werden.


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