Verschwörungstheorie macht 5G für Corona-Krise mitverantwortlich

5G trägt Mitschuld an der Corona-Krise? Das ist doch sehr unwahrscheinlich
5G trägt Mitschuld an der Corona-Krise? Das ist doch sehr unwahrscheinlich(© 2019 CURVED)

Die Corona-Krise hat große Teile der Welt fest im Griff. Und das sorgt wohl dafür, dass einige Menschen wohl leichtgläubiger geworden sind und sich Verschwörungstheorien schneller verbreiten. Eine davon ist, dass es einen Zusammenhang zwischen 5G und der Ausbreitung des Coronavirus gibt. Schwer vorstellbar: Leider hat diese Theorie auch schon zu Vandalismus geführt.

Verschwörungstheorien rund um das neue 5G-Netz gibt es schon seit geraumer Zeit. Doch erst zur Corona-Krise nehmen diese offenbar richtig Fahrt auf, wie TechCrunch berichtet. Grund dafür sei, dass es sich bei COVID-19 immer noch um ein neuartiges Virus handelt und die wissenschaftlichen Fakten noch lückenhaft sind.

Diese Lücken nutzen nun die Verschwörungstheorien aus. Einer der Ansatzpunkte sei, dass Wuhan in China zu den ersten Regionen gehörte, in denen das 5G-Netz startete. Hier handelt es sich gleichzeitig auch um den Ort, an dem es zu den ersten Infektionen mit dem Coronavirus kam. Nun heißt es, dass 5G die Verbreitung des Virus begünstigt – oder dass COVID-19 in Wahrheit sogar eine 5G-Erkrankung ist, die vertuscht wird. Einige Menschen ignorieren nun leider, dass es für diese Theorien keine wissenschaftlichen Beweise oder sonst irgendwelche Fakten gibt.

Aufklärungsarbeit nötig

Wie GQ berichtet, wurden die Verschwörungstheorien auch dadurch befeuert, dass sich selbst einige Promis dazu geäußert haben. Sänger M.I.A hat auf Twitter etwa behauptet, dass 5G womöglich den Heilungsprozess des Körpers verlangsamt – was das Coronavirus gefährlicher machen dürfte. Auch die bekannten Schauspieler John Cusack und Woody Harrelson sind auf Theorien eingegangen, sie haben ihre Beiträge aber mittlerweile wieder aus den sozialen Medien entfernt.

Ein Twitter-Nutzer kommentiert die Verschwörungstheorien damit, dass viele Menschen damals auch Hexerei für die schwarze Pest verantwortlich machten – und ruft die anderen Nutzer so dazu auf, nicht auf solche Theorien ohne Faktengrundlage einzusteigen. Allerdings sind einige Menschen dennoch sehr empfänglich für Verschwörungen: Beispielsweise in England sah es ein Mobifunkanbieter bereits als nötig an, die Theorien in einem offenen Brief aufzugreifen, wie The Guardian berichtet. In diesem weist das Unternehmen klar und deutlich darauf hin, dass die gängigen 5G-Verschwörungstheorien keine Faktengrundlage haben.

Angriff auf (die falschen) Funkmasten

Grund für die Aufklärungsarbeit des Netzbetreibers MobileUK seien mehrere Fälle von Vandalismus in England. Etwa 30 Funkmasten diverse Mobilfunkunternehmen wurden Anfang April demnach von unbekannten Personen mit Feuer angegriffen. Die Betreiber sehen hier offenbar einen Zusammenhang zur 5G-Verschwörungstheorie.

Kurios: Im Vereinigten Königreich steckt (wie in Deutschland) der neue Funkstandard noch in den Kinderschuhen, dementsprechend wenige Funkmasten mit der Technologie existieren. Der Vandalismus in England richtete sich demnach hauptsächlich gegen Funkmasten für das bereits etablierte 3G und 4G/LTE-Netz.

In Zukunft soll weitere Aufklärungsarbeit solche Zwischenfälle verhindern. Speziell prüfen die sozialen Medien, wie sie die Verbreitung von Verschwörungstheorien begrenzen können. Ob ihnen das gelingt, ist jedoch fraglich.

Fallt nicht auf Fake News und Verschwörungstheorien herein

Wir können euch jedoch nur raten, dass ihr eure Fakten genau prüft. Zu Zeiten der Corona-Krise verbreiten sich viele Fake News sehr schnell im Netz. Infos, die ihr über WhatsApp oder andere nicht offizielle Wege erhaltet, solltet ihr also genau prüfen. Wichtige Quellen rund um COVID-19 findet ihr in unserer Übersicht mit Links zu Live-Karten, Ticker und Co.


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