Verstörender Smartphone-Trend: Pendler verschicken Penisbilder per Airdrop

Wer "Planking" oder "Milking" nicht schon absurd genug fand, der wird erst recht kein Verständnis für diesen neuen Jugendtrend haben, der gerade in New York sein Unwesen treibt: Offenbar ist es dort derzeit okay, Frauen in der U-Bahn ungefragt Penisbilder zu schicken – per Airdrop.

Es fängt eigentlich ganz harmlos an: "iPhone XY möchte eine Notiz mit Dir teilen", steht auf dem iPhone-Display der Betroffenen. Nimmt die Frau die Datei an, landet mittlerweile immer öfter Penisbild auf ihrem iPhone. Genau das passiert gerade immer häufiger Frauen in der New Yorker U-Bahn. 2015 sind offenbar auch schon vergleichbare Fälle in London vorgekommen.

Den Empfänger zurückzuverfolgen ist in den überfüllten Bussen und Bahnen nahezu unmöglich. Zumal die Reichweite für Bluetooth bei bis zu 100 Metern liegt. Auch lässt sich der Absender über den Airdrop-Dialog nicht zurückverfolgen. Den Betroffenen bleibt nichts anderes übrig, als das Bild zu löschen. Die Scham jedoch bleibt.

Was wie ein harmloser Streich wirkt, ist nicht weniger als sexuelle Belästigung: "Ich fühlte mich so, als hätte sich jemand vor mir entblößt", zitiert die NY Post ein Opfer.

So können Frauen sich schützen

Seit iOS 7 ist der einfache Versand und Empfang von Dateien auch für iPhones verfügbar. Zum Glück hat Apple in iOS eine Funktion eingebaut, die den ungewollten Empfang von derlei Inhalten unterbinden kann. Über das Kontrollzentrum (einfach im Homescreen oder in einer App von unten nach oben wischen) lässt sich der AirDrop-Empfang entweder ganz deaktivieren oder nur für Kontakte erlauben. Wiederum nur bei der Einstellung "Jeder" ist das iPhone für fremde Personen via AirDrop auffindbar.

Die NY Post zitiert ein weiteres Opfer, einen 35-jährigen Mann: "Ich wollte ihm ins Gesicht schlagen dafür, dass er völlig arglos Bilder von seinen Genitalien auf Smartphones schickt, die in Kinderhänden sein könnten."

Versand ist strafbar

Ganz recht: Wer nach dem Lesen dieses Artikels auf die Idee kommt, dass das Versenden von Penisbildern doch ein lustiger Streich ist, der sei nochmal gewarnt: Nicht nur ist sexuelle Belästigung – ob in persona oder anonym – strafbar, auch kann ein solches Bild auf Smartphones von Kindern enormen Schaden anrichten.

So bleibt nur zu hoffen, dass ein solches Verhalten nicht auch hierzulande die Runde macht. Es ist schon kurios: Wer sich früher vor anderen entblößen wollte, um zu schockieren, musste sich nackt vor sie stellen. Das Gegenteil von Anonymität also. Alles, was es mittlerweile braucht, ist ein Smartphone.

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