Verzögert Amazon absichtlich Versand von Büchern?

"Nicht lagernd" ist in vielen Fällen eine falsche Behauptung von Amazon, behauptet der Verlag Hachette.
"Nicht lagernd" ist in vielen Fällen eine falsche Behauptung von Amazon, behauptet der Verlag Hachette. (© 2014 Amazon)

Der Verlag Hachette behauptet, dass der Online-Händler Bücher bewusst nicht zeitnah ausliefert. Lange Lieferzeiten sollen Kunden abschrecken.

"Nicht lagernd" eine falsche Behauptung?

Manipuliert Amazon den Absatz von bestimmten Verlagen? Das glaubt zumindest die Hachette Book Group. Das Verlagshaus aus den USA hat unter anderem den Bestseller-Autor Malcolm Gladwell und Talkshow-Star Stephen Colbert im Portfolio. Immer öfter sind deren Werke beim E-Commerce-Riesen nicht verfügbar und erst in drei bis vier Wochen lieferbar.

Hachette spielt hier Amazon den Ball zu. Die Verzögerung liege auf Seite des Online-Händlers, nicht beim Verlag. Die Bücher seien sehr wohl verfügbar. Dass den Kunden jedoch eine lange Lieferzeit kommuniziert wird, halte viele vom Bestellen ab. Betroffen seien sowohl neue als auch ältere Titel aus dem Hachette-Katalog.

Verleger unter Druck

Der Handelskonzern aus Seattle äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen. Die Verleger beklagen, dass Amazon so viel Marge wie möglich aus den Verkäufen ziehen will. Mehr als ein Drittel der Buchverkäufe in den Vereinigten Staaten passieren über das Unternehmen.

Das von Jeff Bezos gegründete E-Commerce-Imperium soll in der Branche bekannt dafür sein, Lieferanten unter Druck zu setzen. So verlangt Amazon immer mehr Rabatte und versucht, Zahlungen an seine Händler hinauszuzögern. Wer dem Stand hält, wird angeblich vom Algorithmus für Empfehlungen ausgeschlossen.



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