Amazon Fire TV: Erste Eindrücke des Apple TV-Killers

Am 2. April war es so weit: Amazon präsentierte mit Fire TV seine erste Set-Top-Box. Leider ist die Box aktuell nur für den amerikanischen Markt erhältlich. Wir haben trotzdem ein Gerät importiert und werfen schon heute für Euch einen Blick auf die Konkurrenz zu Apple TV und Chromecast

Der Kampf ums Wohnzimmer ist nun vollends entfacht. Mit Amazons Fire TV bekommt Apple den zweiten großen Gegner vorgesetzt, und dieser ist nicht ohne. Schliesslich hat Amazon genug digitalen Content in der Hinterhand, um Apple gefährlich zu werden. Aber erst einmal der Reihe nach und zu der Hardware von Fire TV.

Im Vergleich zum Apple TV fällt Amazons Fire TV größer, aber flacher aus. Es verfügt nahezu über die gleichen Schnittstellen: USB, Ethernet, optischer Audioausgang und Netzstecker. Das war es an Schnittstellen, die es an der Box gibt. Bei der Fernbedienung sind die Unterschiede größer. Apple reduziert die Bedien-Elemente auf ein Minimum, während Amazon bei der Fernbedienung Tribut an die Android-Basis zollen muss und einen Home-, Back- und Options-Button einfügt.

Eines der Highlights des Amazon Fire TV ist unterdessen auf der Fernbedienung zu sehen: die Sprachsuche. Um die Sprachsuche optimal auszuführen, braucht das Fire richtig Feuer unter der Haube. Von der technischen Basis kann man das Fire TV mit einem Highend-Smartphone vergleichen: Quadcore Prozessor mit 1,7 GHz, 2 GB Arbeitsspeicher und 8GB interner Speicher. Wie das Gerät von innen aussieht, hat sich übrigen iFixit kürzlich angeschaut – die Ähnlichkeiten zu aktuellen Android-Flaggschiffen ist verblüffend.

Amazon Fire TV schon heute importieren – oder doch Finger weg?

Aber was kann man wirklich schon heute mit einem Amazon Fire TV in Deutschland machen? Hat man denn schon Zugriff auf sämtliche Funktionen oder muss man noch warten, bis der Deutschland–Start erfolgt ist? Ohne einen gewissen Aufwand und mit nur einem deutschen Amazon Account, kann man mit Fire TV kaum etwas anfangen. Man kann sich dann nur die sehr hübsche Oberfläche anschauen und noch die flotte und treffsichere Sprachsuche ausprobieren, aber das war es auch schon.

Wer meint, dass er USB-Port auf der Rückseite vielleicht bis zum Deutschland-Start des Fire TVs die Set-Top-Box in ein Media Player verwandelt, den müssen wir leider auch enttäuschen. Am USB-Port werden aktuell nur ein paar Eingabegeräte wie ein Xbox Controller erkannt.  Aber Festplatten oder USB-Sticks mit Video- und Musik-Daten werden nicht erkannt.

Somit fällt das Fire TV als heimischer Media Player durch, da auch kein DLNA  oder MiraCast unterstützt wird. Zumindest an MiraCast wird bei Amazon gearbeitet und soll später durch ein Update möglich sein. Wer also mit dem Gedanken spielt, sich das Amazon Fire TV schon heute über Umwege nach Deutschland zu besorgen, der wird Out-of-the-Box nicht viel Spass damit haben...

Update 22.04, 10:05 Uhr: Reed Hastings, der Chef von Netflix, hat in einem Quartalsbericht angekündigt, dass bei Amazon Fire TV möglicherweise noch in diesem Jahr eine Sprachsteuerung für den US-Streamingdienst implementiert wird. Das dürfte auch hierzulande spannend werden – CURVED hat exklusiv erfahren, dass Netflix im September 2014 in Deutschland verfügbar sein wird


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