BlackBerry Passport im Hands-On-Video: Der letzte seiner Art?

BlackBerry gibt noch ein Lebenszeichen von sich, ein ungewöhnliches sogar: Mit dem Passport stemmt sich der kanadische Smartphone-Hersteller gegen den drohenden Untergang. Reichen dafür ein ungewöhnlicher Formfaktor und die für den Hersteller typische Tastatur schon aus? Wir zeigen Euch das Smartphone mit Quadrat-Display in einem ersten Hands-On-Video aus nächster Nähe.

Der aktuelle Smartphone-Trend geht eindeutig in in Richtung größer, dabei aber schlanker und leichter. BlackBerry geht aber lieber seinen eigenen Weg und hat mit dem Passport ein ungewöhnliches und auch stattliches Gerät entwickelt. Schon auf den ersten Blick fällt die für Smartphones außergewöhnliche quadratische Form des Bildschirms mit angedockter physischer Tastatur auf. Das 4,5 Zoll-IPS-Display ist untypisch im 1:1 Seitenverhältnis und löst mit 1.440 x 1.440 Bildpunkten auf. Damit liegt die Pixeldichte bei 453 ppi und somit ungefähr zwischen iPhone 6 Plus und Samsung Galaxy Note 4.

Während normale Smartphones eher in die Höhe schießen, wächst BlackBerrys Passport in die Breite. Die Dimensionen entsprechen annähernd denen des deutschen Reisepasses. Dadurch lässt sich das Passport auch nur schwer mit einer Hand bedienen. Aber durch die typische BlackBerry-Tastatur ist der Nutzer ohnehin gezwungen, dieses Smartphone mit beiden Händen zu bedienen. Das Tippen mit der QWERTZ-Tastatur geht auf diese Weise äußerst schnell vonstatten. Somit fällt auch das hohe Gewicht von stolzen 196 Gramm nicht weiter negativ auf.

Die Tastatur hat Blackberry noch um eine zusätzliche Funktion erweitert. Während klassische BlackBerry-Smartphones noch über eine Trackball-ähnliche Cursor-Steuerung verfügten, wird nun die Tastatur als eine Art Touchpad verwendet. Surft man über ausladende Seiten oder liest gerade eine längere E-Mail, dann lässt sich mit Streichbewegungen auf der Tastatur über die Seite oder durch das Dokument scrollen. Das ist mal ein pfiffiges Bedienkonzept.

Gut ausgestattetes Arbeitstier

Im Inneren des Passports schlägt ein potenter, aber nicht mehr ganz taufrischer Qualcomm Snapdragon 801 Prozessor. Die vier Kerne sind dabei mit 2,2 GHz getaktet und können auf 3 GB RAM zurückgreifen. Der interne Speicher von 32 GB lässt sich mit MicroSD-Karten um 128 GB erweitern. Bluetooth 4.0, WLAN nach 802.11 a/b/g/n/ac und LTE sorgen für drahtlose Kommunikation.

Natürlich muss der BlackBerry-Besitzer auch mal Fotos oder Videos aufzeichnen. Dafür besitzt das Passport eine 13-Megapixel-Hauptkamera, die auch Full HD-Videos aufzeichnen kann. Für Selfies oder Videochats gibt es rechts oberhalb des Displays noch eine 2-MP-Frontkamera. Für längere Reisen spendiert BlackBerry dem Passport einen Akku mit 3450 mAh, der dem Gerät laut Blackberry zu einer Stand-by-Zeit von sagenhaften 14 Tagen verhelfen soll. Hoffentlich hat die PR-Abteilung hier den Mund nicht zu voll genommen. Wir werden es auf jeden Fall in einem ausführlichen Test überprüfen.

Beim Betriebssystem setzen die Kanadier weiterhin auf das eigene Betriebssystem, Blackberry 10.3, aber dank des Amazon App Stores ist es nun sehr einfach, Android-Apps aus dem Amazon Store zu installieren.

Hat das BlackBerry Passport das Zeug dazu, das angeschlagene Unternehmen wieder in die Spur zubringen? Diese Frage werde ich euch dann Anfang 2015 in einem ausführlichen Testbericht beantworten.


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