Boomende App-Economy: Das sagen Deutschlands erfolgreichste App-Entwickler

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Deutsche App-Entwickler spielen weltweit vorne mit
Deutsche App-Entwickler spielen weltweit vorne mit(© 2015 CURVED Montage)

Ob Freeletics, EyeEM ode Babbel: Deutsche App-Schmieden mischen weltweit vorne mit. CURVED lässt sie zu Wort kommen.

Apple investiert 1,7 Milliarden Euro in neue europäische Rechenzentren. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt. Das Geld stammt nicht nur aus den Rekordverkäufen der iPhones. Betrieben wird mit den neuen Datenzentren unter anderem der App-Store-Traffic für Europa.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass die App-Ära längst vorbei ist, boomt die App-Economy nach wie vor. Vor allem Apples App Store gilt als Jobmotor: Bisher sind allein in Europa etwa 500.000 Arbeitsplätze direkt durch den App Store entstanden. Die aktuellen Zahlen rund um die App-Economy haben wir einmal für Euch zusammengefasst: 

  • Bis dato weltweit insgesamt über 1 Milliarde iOS-Geräte verkauft
  • Apple ermöglicht nahezu 672.000 europäische Arbeitsplätze, davon 530.000, die direkt mit der Entwicklung von iOS-Apps verbunden sind.
  • Mittlerweile werden über den App Store von Apple mehr als 1,4 Millionen Apps für iPhone, iPad und iPod touch in 155 Ländern, darunter Hunderttausende von Spielen und über 725.000 Apps speziell für das iPad angeboten
  • Der App Store hat jede Woche über 300 Millionen Besucher. Seit Start des App Store wurden bis dato weltweit mehr als 85 Milliarden Apps von iPhone-, iPod touch- und iPad-Nutzern heruntergeladen.
  • App Store-Entwickler haben bis heute mehr als 25 Milliarden US-Dollar mit dem Verkauf von Apps und Spielen verdient (über 6,6 Milliarden Euro gingen an europäische Entwickler)
  • Es gibt ca. 21.000 Stellen für iOS-Entwickler in Europa

1,4 Millionen Apps, das ist eine unüberschaubar große Menge. Und nur wenige schaffen es in die Top-Listen und damit auf die iPhones und iPads der Nutzer. Was viele nicht wissen: Hinter den weltweit erfolgreichsten Apps stecken oft auch deutsche Firmen.  Wir stellen fünf von ihnen vor:

Babbel aus Berlin: "Bis zu 100.000 App-Downloads am Tag"

Markus Witte, CEO von Lesson Nine(© 2015 Babbel)

Vom Start weg sind auch etliche deutsche Firmen dabei. Eine davon ist Lesson Nine. Kennt Ihr nicht? Aber bestimmt kennt Ihr Babbel, die Sprachlern-App. Die marktführende App für Online-Lernen macht Sprachen von Englisch bis Indonesisch einfach zugänglich, zuhause am Computer und unterwegs mit iPhone oder iPad. Die Babbel-App wurde insgesamt 25 Millionen mal installiert und knackte im Januar 2015 erstmals die Marke von 100.000 Downloads am Tag. „Mit Babbel kann jeder eine Sprache lernen, Spaß daran haben und langfristig motiviert bleiben. Dieser Vision folgend haben wir unsere App 2010 im App Store verfügbar gemacht”, erklärt Gründer und CEO Markus Witte. “Das Resultat ist überragend: Inzwischen sind wir mit bis zu 100.000 App-Downloads am Tag, 8.000 Stunden Lern-Content und 300 Team-Mitgliedern an den Standorten Berlin und New York einer der weltweit umsatzstärksten Anbieter von Bildungsinhalten. Der App Store war einer der wichtigsten Faktoren für unser Wachstum. Ein Ende dieser Erfolgsgeschichte ist weiterhin nicht in Sicht.”

Djay aus München: "15 Millionen Nutzer in vier Jahren"

Karim Morsy, Gründer von Algoriddim(© 2015 Facebook/djaysoftware)

Aber nicht nur die Berliner sind erfolgreich im App-Business unterwegs. Aus München kommt Djay, wohl eine der bekanntesten DJ-Apps weltweit. Betreiber ist Algoriddim (gibt es einen besseren Namen für eine Musik-App-Schmiede?). “djay ist ein enormer Erfolg auf Mac, iPad und iPhone”, erklärt Karim Morsy, CEO und Mitbegründer, Algoriddim. “In weniger als vier Jahren haben mehr als 15 Millionen Nutzer djay über den App Store heruntergeladen und wir wurden zu einer der weltweit meistverkauften Drittanbieter-Apps für die Musikproduktion. Dies wiederum hat es uns ermöglicht ein umfassendes Ökosystem an Hardware-Zubehör rund um unsere App aufzubauen, das Millionen Dollar an Umsatz generiert.“

Outbank aus Dachau: "Aus der One-Man-Show wurde ein schlagkräftiges Unternehmen"

Tobias Stöger, CEO von stoeger it(© 2014 OutBank DE)

Wohl eine der ungewöhnlichsten Erfolgsgeschichten der App-Economy hat Tobias Stöger zu berichten. Die stoeger it GmbH entwickelt seit 2003 erfolgreich Softwarelösungen im Bereich Banking. Das bekannteste Produkt ist die Banking-App OutBank für iPhone und iPad. Mit über 2 Millionen Downloads ist OutBank eine der gefragtesten Banking-Apps in Deutschland. Entwickelt werden die Smartphone- und Tablet-Anwendungen der stoeger it GmbH von einem zehnköpfigen Team am Firmenhauptsitz im bayerischen Dachau.

" Aus der anfänglichen One-Man-Show ist mittlerweile ein kleines, schlagkräftiges Unternehmen mit über zehn Mitarbeitern geworden, dass seit sieben Jahren ausschließlich Apps rund um das Thema Banking entwickelt", erklärt Stöger. "Mit unserem aktuellen Flaggschiffprodukt OutBank DE sind wir als einzige App der Kategorie Finanzen in die App Store-Liste 'Das Beste aus 2014' gewählt worden. Zudem bieten wir mit OutBank US jetzt auch Kunden in den Vereinigten Staaten unsere Dienste an.“

Freeletics aus München: "Über drei Millionen trainieren mit Freeletics"

Daniel Sobhani, CEO von Freeletics(© 2015 Daniel Sobhani)

Ebenfalls aus München kommt der Fitness-Trend dieses Frühlings: Freeletics. Ganz recht: Die neue Sportart stammt nicht aus den USA und wurde nicht in einem Fitness-Studio erdacht. Freeletics besteht aus funktionalen Eigenkörpergewicht Übungen, die zu hochintensiven Workouts kombiniert sind. Freeletics ist mit mittlerweile über 50 Mitarbeitern eine wachsende Entwicklerschmiede aus München. "Mit dem Apple App Store haben wir einen wichtigen und zuverlässigen Partner an unserer Seite, der sowohl starker Marketingkanal für unser Produkt ist, als auch Freeletics für alle Freien Athleten mit jedem iPhone und von überall erlebbar macht”, erklärt CEO Daniel Sobhani. “Apple trägt für uns einen entscheidenden Anteil seit der Gründung im Juni 2013 bei, dass mittlerweile über drei Millionen Nutzer weltweit mit Freeletics trainieren."

EyeEM aus Berlin: "Können Menschen aus der ganzen Welt erreichen"

Florian Meissner, CEO von EyeEM(© 2015 CC: Flickr/TechCrunch)

Mit über 10 Millionen Downloads gehört EyeEM ebenfalls zu den Top-Apps weltweit. Das Unternehmen wurde im Jahr 2011 in Berlin von den Foto-Liebhabern Florian Meissner, Lorenz Aschoff, Ramzi Rizk und Gen Sadakane gegründet. Die App ist mittlerweile in 20 Sprachen erhältlich. “Apple und der App Store unterstützen unser Wachstum exponentiell und sind als Vertriebsplattform ein Schlüssel unseres Erfolges", erklärt Florian Meissner, Mitgründer und Geschäftsführer von EyeEm. "Über den App Store können wir Menschen aus der ganzen Welt erreichen. Unser Produkt passt perfekt, da Apple-Nutzer kreative Menschen sind.“

Wie unterschiedlich die Einnahmen für Entwickler von Apps für iOS und Android sind, machten erst neulich die "Monument Valley"-Macher von Ustwo deutlich. Der Sieger ist ziemlich eindeutig: Wie anhand der folgenden Grafik zu erkennen ist, spülen iPhone- und iPad-Besitzer mit Abstand am meisten Geld in die Kassen der "Monument Valley"-Macher. In Zahlen ausgedrückt heißt das: 81 Prozent des Umsatzes erzielt das Game in der iOS-Variante. Über den Google Play Store werden lediglich 13,9 Prozent erwirtschaftet und 4,3 Prozent kommen aus dem Android-Store von Amazon dazu. Ob sich diese Zahlen verallgemeinern lassen, ist natürlich fraglich. Allerdings sprechen allein 6,6 Milliarden ausgezahlte Euro an europäische Entwickler eine ziemlich deutliche Sprache.


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