Disa ausprobiert: WhatsApp, Facebook und SMS in einem

Statt zwischen WhatsApp, Facebook Messenger und der altgedienten SMS-App hin und her zu jonglieren, wäre es doch so viel praktischer, all diese Dienste unterwegs unter einem App-Dach zu finden. Disa bietet genau das an und ist jüngst als Beta Version im Play Store für Android erschienen. Wir haben den einen Messenger, sie alle zu binden, ausprobiert.

"Einer für alle, alles im Eimer!" — das stand nicht nur auf einem Alf-Sticker, an den ich mich aus meiner Kindheit erinnere, das ist oftmals auch ein treffendes Motto für Apps, die die Funktionalität gleich mehrere vollwertiger Dienste in einer einzigen Anwendung vereinen möchten; oder wie ein CURVED-Leser unter unsere Meldung zum Beta-Release des Universal-Messengers Disa am Wochenende fragte: "Ein weiterer Fall von 'Kann alles, aber nichts so richtig'?" Dieser Frage sind wir nachgegangen und haben uns Disa aus dem Play Store installiert und damit losgechattet.

WhatsApp, Facebook, SMS ... und Hangouts?

Aktuell bietet Disa nativ Unterstützung von SMS und MMS sowie des Facebook-Chats, der sonst über die berüchtigte Messenger-App abgewickelt wird, an. WhatsApp-Unterstützung kann als sogenanntes Plugin aus der entsprechenden Google+-Community heruntergeladen werden — was direkt aus der App heraus möglich ist und unkompliziert vonstatten geht. In unserem Test funktionierte das Chatten über alle drei Services problemlos.

Fehlen tut derzeit noch Googles Hangouts-Chat — sowie alle anderen Messenger, die es da draußen gibt. Zum jetzigen Beta-Stand sind also lediglich WhatApps, Facebook und die gute alte SMS an Bord. Weitere Dienste sollen aber auf Basis der Community-Arbeit folgen.

Keine blauen Häkchen

Die Implementierung der drei Dienste in eine App führt neben der einheitlicheren, aber eben auch anderen als der gewohnten Optik zu ein paar Einschränkungen in der Funktionalität der einzelnen Chat-Dienste: In WhatsApp-Konversationen beispielsweise fehlen die blauen Häkchen, die dem Absender bestätigen, dass seine Nachricht auch gesehen wurde. Stattdessen wird die Zustellung wird mittels entsprechendem Hinweis bekannt gegeben — was in unserem Test dann aber doch meist gleichbedeutend mit gelesen war. Im Facebook-Chats glänzen die Sticker und Smileys des sozialen Netzwerkes durch Abwesenheit, ebenso fehlt hier die Möglichkeit, Audionachrichten zu verschicken.

Nachrichten-Backup und viele Einstellungsoptionen

Dafür punktet Disa mit umfangreichen Möglichkeiten des Feintunings und einer Backup-Funktion: Sämtliche Chats, hinterlegte Konten und Einstellungen können mitsamt Bildern gesichert werden, bislang nur manuell und auf dem jeweiligen Gerät, später soll aber auch ein automatisiertes Cloud-Backup wahlweise via Google Drive möglich sein.

Darüber hinaus könnt Ihr in Disa die integrierten Dienste farblich individuell kennzeichnen, Klingeltöne festlegen, sie einzeln stumm schalten, unterschiedliche Emoji-Sets festlegen, die Zeitstempel der Nachrichten zwischen absolut und relativ umschalten, die App zwingen, immer im Porträt-Modus zu bleiben, und, und, und ... Möglichkeiten bietet Disa reichlich und definitiv mehr als die jeweiligen Messenger für sich.

Messenger für Power-User

Schreibt Ihr viel über alle drei genannten Messenger und seid den Wechsel zwischen diesen Apps leid, ist Disa auch schon zum aktuellen Stand eine gute Alternative für Euch — sofern Ihr auf die bunten Sticker des Facebook-Messengers verzichten könnt. Alle, die viel über Googles Hangouts schreiben, müssen wenigstens diese App parallel dazu weiternutzen, bis Disa auch diesen Service integriert. Dennoch: Selbst damit sind es nur noch zwei, statt wie zuvor vier Applikationen, die zu managen sind.

Fehler oder Abstürze sind uns im Testzeitraum nicht aufgefallen, Disa tut, was es soll ohne Murren. Und da die App ab sofort kostenlos im Play Store bereit steht, spricht eigentlich nichts dagegen, dass Ihr sie bei Interesse einfach selbst ausprobiert.

Einen letzten Hinweis hätten wir aber noch: Außer bei über Facebook verschickten und empfangenen Nachrichten schnappt Disa Eure Konversationen den jeweils nativen Apps vor der Nase weg. Das heißt: SMS- und WhatsApp-Chats werden nur in Disa gespeichert und sind bei der Deinstallation der App verloren! Das solltet Ihr beim Testen im Hinterkopf behalten.

Weitere Artikel zum Thema
Face­book Messen­ger zeigt nun auto­ma­tisch star­tende Werbe­vi­deos an
Christoph Lübben2
Der Facebook Messenger enthält nun offenbar nervige Werbung
Werbung für den Facebook-Messenger: Erste Nutzer sollen nun automatisch abspielende Spots in der App sehen. Ob das Ganze so bleibt?
iOS: Apple Maps und Face­book Messen­ger funk­tio­nie­ren wieder
Francis Lido1
Apple Maps ist wieder erreichbar
Apple Maps war stundenlang down, der Facebook Messenger stürzte unter iOS ab. Beide Probleme sind nun behoben.
Face­book Messen­ger: Betrü­ger locken mit Aldi-Gutschein
Guido Karsten
Weg damit !9Auch über den Facebook Messenger werden immer wieder dubiose Gewinnspiele beworben
Im Facebook Messenger sorgt gerade Werbung für einen Aldi-Gutschein für Aufregung. Die Anzeige stammt nicht vom Discounter, sondern von Datensammlern.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.