Galaxy S6: Mit schlankem TouchWiz und Microsoft-Apps gegen Google

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Welche Apps werden auf dem Galaxy S6 installiert sein?
Welche Apps werden auf dem Galaxy S6 installiert sein?(© 2015 Gotta Be Mobile)

Samsung setzt aktuellen Gerüchten zufolge beim kommenden Galaxy S6 auf eine entschlackte TouchWiz-Bedienoberfläche und — und hier liegt der eigentliche Clou — auf diverse Applikationen aus dem Hause Microsoft, darunter auch das Office-Paket aus Redmond. Vor allem letztere Maßnahme kann als weiterer Versuch der Koreaner einer Emanzipation von Google gewertet werden.

Statt S Voice, S Health oder S Note sollen Käufer des Samsung Galaxy S6 Microsoft Office, Skype und OneDrive auf ihrem neuen Smartphone beim ersten Hochfahren vorfinden, die genannten Samsung-Applikationen können, so die Gerüchte, nachträglich installiert, zumindest aber vom Nutzer deinstallierbar sein. Das klingt zunächst nur so, als hätte Samsung den Ruf vieler Nutzer nach einer schlankeren Software gehört und umgesetzt; und als böten die Koreaner gleichzeitig mit den guten Office-Anwendungen aus Redmond einen Mehrwert vor allem für Business-Kunden.

Dahinter könnte aber auch mehr stecken. Dem Vernehmen nach ist die Basis für diese lockere Kooperation zwischen Microsoft und Samsung — eventuell aber auch nur der Quell der diesbezüglichen Gerüchte — die jüngste gütliche Einigung beider Parteien in einem seit ein paar Monaten schwelenden, 7 Millionen Dollar leichten Patentstreit.

Das halten wir allerdings für Quatsch, da der Schulterschluss der Akteure erst wenige Tage zurückliegt und eine Kooperation bei der Software des Galaxy S6 unter Garantie von längerer Hand geplant wurde. Hintergrund einer solchen Zusammenarbeit wäre also eher ein größeres Konzept beider Unternehmen, die im Mobile Sektor bekanntermaßen gerne Anti-Positionen zu Google einnehmen.

Allianz gegen Mountain View?

So soll Microsoft kürzlich erst als Teil einer Investoren-Gruppe bei Cyanogen Inc. eingestiegen sein, die wiederum zuvor lautstark erklärt hatten, das Android OS "Google wegnehmen" zu wollen. Samsung seinerseits versuchte in der Vergangenheit immer wieder mit eigenen App Stores, Hubs und sogar eigenen Betriebssystemen wie Bada und Tizen unabhängig(er) von Google zu werden.

Für Microsoft, die vor kurzer Zeit damit begonnen haben, zahlreiche der eigenen Apps, die vormals für Windows Phone entwickelt wurden, auf das Android OS zu portieren und diese in den Play Store zu bringen, wäre ein Samsung Galaxy S6 oder gleich TouchWiz als Benutzeroberfläche für kommende Geräte aus Korea eine willkommene Plattform, die eigene Software an ein breiteres Publikum zu verteilen.

Für Samsung auf der anderen Seite dürften Microsofts Office-, OneNote- und OneDrive-Apps ein probater Ersatz für die Vorab-Installation von Google-Anwendungen wie Drive, Docs, Tabellen und Notizen sein — auch wenn Google eigentlich vorgibt, dass eine gewisse Anzahl an Applikationen aus Mountain View auf Geräten, die Zugang zum Play Store und den Play Service haben möchten, installiert sein muss. Ob und wie Samsung dieses Dilemma lösen wird, bleibt abzuwarten.

S-Apps im Samsung-App-Store, die Bloatware fliegt

Urheber der Gerüchte zum neuen TouchWiz auf dem Galaxy S6 ist sammobile. In der auf exklusiven Insider-Informationen beruhenden Meldung ist die Rede  von "dem Entfernen aller vorinstallierter Samsung-Apps" — die Schlussfolgerung der niederländischen Kollegen ist an dieser Stelle, dass es sich dabei möglicherweise um S Voice, S Health, S Note oder Scrapbook handeln könnte. Diese können sich Nutzer bei Bedarf dann aus dem Samsung-eigenen App-Store herunterladen.

Dieser Gedanke ist nicht ganz abwegig, vor allem weil die Koreaner so Traffic in ihren alternativen App-Laden umleiten könnten; dennoch klingt das ein wenig, als würde Samsung damit das Pferd von hinten aufzäumen. Wahrscheinlich als der Verzicht auf die ja für sich nicht schlechten und durchaus sinnvollen S-Apps scheint uns daher, dass auf die sogenannte Bloatware von Drittentwicklern verzichtet wird — also Anwendungen wie Bild.de, HRS oder Apps von Lieferservices; diese könnte sich der geneigte Smartphone-Besitzer bei Bedarf dann eben von der Galaxy Apps-Plattform laden.

Ob nun mit oder ohne S-Apps — die kolportierten Maßnahmen deuten auf einen neuerlichen Versuch Samsungs, sich von den von vielen Android-Herstellern als zu streng empfundenen Vorgaben Googles zu lösen. Vorausgesetzt freilich, die Gerüchte, auf denen diese Überlegungen beruhen, bewahrheiten sich am 2. März, wenn uns Samsung das Galaxy S6 mit der ganz neuen TouchWiz-Version in Barcelona im Rahmen des MWC 2015 präsentiert. CURVED wird natürlich live vor Ort sein und für Euch berichten.


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