GoPros im Vergleichstest: Hero3+ Black vs. Hero 4 Silver vs. Hero 4 Black

Lohnt für 4K-Aufnahme und bessere Slo-Mos der Griff zur neuen GoPro Hero4 Black? Wir haben das Top-Modell gegen die Hero 4 Silver und Hero3+ Black antreten lassen.

Mit der GoPro ist es für mich ein bisschen wie mit einer Luxuslimousine: Sie ist vollgestopft mit jeder Menge Features, die ich im Alltag kaum alle nutzen könnte - und doch bringt der Hersteller jedes Jahr ein leicht upgedatetes Modell heraus, das noch ein bisschen besser ist. Als ich mit GoPro in den Bergen Colorados unterwegs war und mir danach das mit 1080p und 30 Bildern pro Sekunde aufgenommene Material der Hero 3+ Black ansah, war das in meinen Augen das Optimum. Die Actioncam verfügte zwar auch noch über ein 4K-Modus, bei dem die Kamera allerdings nur 15 Bilder pro Sekunde aufzeichnete. Zu wenig für actionreiche Aufnahmen.

Hero 3+ Black, Hero 4 und Hero 4 Black. Bei GoPros Produktbezeichnungen kann man schnell durcheinanderkommen. Lohnt sich der Griff zu den neueren Modellen? Und wenn ja: Lohnt sich dann der Aufpreis für das Black-Modell? Unser Kameramann Stefan Sonnabend hat sein Rennrad mit den Kameras bestückt und im Hamburger Straßenverkehr den Praxistest gemacht.

Bei Slo-Mos und 4K-Aufnahmen ist die neue Black konkurrenzlos

Dabei ging es vor allem um die Frage: Macht die Hero4 Black ihre Sache besser? Die kurze Antwort: Ja. Die lange Antwort: Im Gegensatz zur 3+ Black und 4 Silver zeichnet die Hero4 Black 4K-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Damit ist das Bild nicht nur gestochen scharf, sondern außerdem noch flüssig. Auch bei Slow-Motion-Aufnahmen macht das neue Top-Modell einen guten Job: Videos in Full-HD zeichnet die Kamera mit 120 Bildern pro Sekunde auf, während die beiden anderen Modelle nur 60 fps (Frames per Second) liefern. Kurzum: Ihr habt einfach mehr Material zur Verfügung, um ruckelfreie Slo-Mos zu produzieren. Bei 720p zeichnet die 4 Black sogar stolze 240 Bilder pro Sekunde auf. Einen sehr umfangreichen Überblick der einzelnen Aufnahmemodi findet Ihr bei CamforPro.

Was muss eine Actioncam neben hochauflösenden Aufnahmen mit möglichst vielen Bildern pro Sekunde noch können? Genau: Auch bei schlechten Lichtverhältnissen schöne Videos aufzeichnen. Wie schlagen sich die drei GoPros also im Low-Light-Modus? Hier verliert das ältere Modell deutlich gegen seine Nachfolger. Während die Hero3+ Black sichtbar Probleme damit hat, dunkle Bereiche ohne Bildrauschen aufzuhellen, sind bei den Aufnahmen der 4 Black weitaus mehr Details zu erkennen. Überraschen kann hier vor allem die günstigere 4er-Silver, deren Sensor technisch eigentlich identisch ist mit dem der 3+ Black. Allerdings hat GoPro die Linse überarbeitet und nach eigenen Angaben etliche Verbesserungen an der Software durchgeführt. Das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen: Im direkten Vergleich sind kaum Unterschiede zum Bild der teureren 4 Black zu erkennen - wohl aber zu dem der 3+ Black.

Fazit: Zu gut für meine Zwecke

Nichtsdestotrotz gibt es dennoch große Unterschiede zwischen den beiden 4er-Modellen. Den Platz, den bei der Silver das LCD einnimmt, nutzt die neue Black für einen besseren Bildsensor, der mehr Details und mehr Bilder auf die Speicherkarte schaufelt. Zum Vergleich: 4K-Material mit 30 Bildern pro Sekunde bei 60 Mbit/s erzeugt 4,2 GB an Daten in zehn Minuten. 1080p mit 30 Mbit/s bei "schwächeren" Modellen hingegen 2,1 GB im gleichen Zeitraum. Profi-Qualität liefern alle drei Kameras - vor allem für Normalnutzer wie mich, die nicht täglich aus Helikoptern springen oder auf Berge klettern. Das 4K-Modell hat zweifelsohne seine Vorteile für den Einsatz im Film- und Fernsehbereich.

Ich würde jedoch weiterhin zur nun günstigeren 3+ Black greifen. Ich verfüge schlicht über kein Device, mit dem ich das 4K-Material genießen könnte - abgesehen davon, dass das gedrehte Material weitaus schneller weitaus mehr Platz auf der Speicherkarte belegt. Ein "Schicksal", das ich wohl mit den besten Besitzern einer GoPro teile, die sich eventuell überlegen, rund 499 Euro für das neue Flaggschiff zu investieren. Für 399 Euro bekomme ich die Silver mit Touch-LCD, die ansonsten bildtechnisch baugleich mit der 3+ Black ist, aber dank kleinen Optimierungen an der Linse und der Software bessere Aufnahmen liefert. Anders formuliert: Die Preisunterschiede sind bei der neuen Generation gleichgeblieben, allerdings bekommt Ihr beim günstigeren Modell einen Bildschirm dazu. Kein schlechter Deal für viel Kamera auf kleinstem Raum.


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