Hyperlapse im Test: Das taugt die Zeitraffer-Video-App

Facebook legt vor, Instagram zieht nach - und präsentiert seine erste neue App: Hyperlapse lässt Euch unverwackelte Zeitraffer-Videos drehen. Ob das funktioniert? Wir haben's getestet.

Was ist Hyperlapse?

Hyperlapse ist zwar als eigenständige App von Instagram konzipiert, nutzt aber kein separates soziales Netzwerk. Videos, die Ihr mit dem Programm erstellt habt, könnt Ihr stattdessen direkt über Facebook oder über Instagram mit anderen teilen: In der Startansicht bietet die Software nur einen Aufnahme-Button, mit dem der Filmvorgang für ein Video gestartet werden kann - im Hoch- und Querformat. Ist dieser abgeschlossen und das Material im Kasten, wird ein Regler eingeblendet, mit dem sich die Geschwindigkeit für die Wiedergabe auswählen lässt. Bis zu zwölffache Geschwindigkeit ist möglich. Anschließend lässt sich das fertige Video abspeichern und auf Facebook und Instagram teilen.

Was ist das Besondere?

Hyperlapse ist nicht die erste App, die Zeitraffer-Videos auf dem Smartphone ermöglicht. Doch was die kostenlose Software so einzigartig macht, das ist das Zusammenspiel von App und dem Gyroskop, dem Lage- und Bewegungssensor, in Eurem Smartphone. Den was Hyperlapse par excellence beherrscht, das ist das Minimieren von Wacklern bei der Aufnahme. Die passieren zwangsläufig, weil die mobile Technik nunmal so klein und leicht ist. Mit den Daten aus dem Gyroskop kann die Software messen,  welche Bewegung sie simulieren muss, damit das Bild praktisch unverwackelt aussieht. Der Clou: Dadurch minimiert Hyperlapse gleichzeitig auch den Rechenaufwand und spart Akkulaufzeit.

Funktioniert das?

Ja, und das sogar recht gut. Zwar werden Wackler nicht vollends eliminiert, aber doch stark minimiert. Allerdings würde ich nicht so weit gehen wie Wired und behaupten, dass Ihr damit 15.000 Dollar für ein professionelles Video-Equipment spart. Dennoch hat die Arbeit, die das Team um Hyperlapse in den Algorithmus gesteckt hat, Respekt verdient.

Aber Achtung: Weil die App jedes Bild einzeln gerade ausrichtet, zoomt sie jedes Bild auch heran - ansonsten würden an den Kanten unschöne Flächen entstehen, die einfach Schwarz blieben. Insofern müsst Ihr mit kleinen Qualitätseinbußen rechnen. Ansonsten weiß Hyperlapse zu gefallen. Vor allem durch die puristische Menüführung.

Was fehlt?

Instagram hat die Technologie hinter Hyperlapse aus gutem Grund nicht in der Haupt-App versteckt - dafür ist sie einfach zu gut. Allerdings werden die Clips auf maximal 15 Sekunden und damit in ein Instagram-taugliches Format gestaucht. Hier wäre es wünschenswert, wenn sich auch längere Zeitraffer-Videos realisieren ließen.

Android-Filmer müssen sich zudem noch ein wenig gedulden. Denn um richtig zu funktionieren, braucht Hyperlapse den Zugriff auf die Programmierschnittstelle des Gyroskops. Das nimmt laut dem Entwickler-Team bei Instagram mehr Zeit in Anspruch als bei iOS - bei der Anzahl an aktiv genutzten Android-Versionen und Geräten verwundert das kaum.

Fazit

Um es mit den Worten des Instagram-CEOS Kevin Systrom zu formulieren: Das ist cool! Hyperlapse schaut extrem gut aus, lässt sich einfach bedienen und erlaubt nett anzusehende Zeitraffer-Videos. Bislang ist die App nur in den USA verfügbar, ein Release in Deutschland sollte allerdings nicht allzu lange auf sich warten lassen.

 


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