Kluge Kugel: Der Adidas miCoach Smart Ball im Test

Passend zur Weltmeisterschaft haben wir uns den klugen Ball von Adidas genauer angesehen und ausgiebig getestet. Versprochen wird eine ganze Menge, aber wie schlägt sich die smarte Kugel im Praxistest? 

Als kleiner Junge hat mich die Schusstechnik von Stéphane Chapuisat zum Anhänger der Dortmunder Borussia gemacht. Aus allen möglichen und unmöglichen Situationen schaffte er es, den Ball präzise in Richtung gegnerischem Kasten zu bringen.

Das war lange vor dem Zeitalter der Smartphones und vor allem der klugen Bälle. Adidas hat einen Ball entworfen, der mittels Bluetooth 4.0 Daten an eine derzeit nur für iOS erhältliche App sendet und so helfen soll, die Schusstechnik des Nutzers zu verbessern. Die Versprechen sind riesig, präzise Schüsse wie Xavi oder Treffer wie van Persie sollen möglich sein.

299 Euro: Die kluge Kugel kostet

Auf den ersten Blick unterscheiden den micoach Smart Ball nur Preis und Verpackung von den marktüblichen Konkurrenten. Stolze 299 Euro kostet die kluge Kugel, dafür wird sie in einem großen Karton und mit Ladestation geliefert. Genau, den Ball muss man nicht nur mit Luft aufpumpen, sondern auch mit Strom füttern. Und eben die passende App auf dem iPhone oder iPad installieren, dann kann es losgehen.

Am Fuß merkt man von all der Technik nichts, der Ball gehorcht den Gesetzen der Physik und den Berührungen seines Besitzers. Vor dem zu messenden Schuss müssen  App und Ball synchronisiert werden. Nachdem der Ball mindestens zehn Meter weit und einen Meter hoch geflogen ist, bekommt ihr genaue Statistiken über Treffpunkt, Rotation, Flughöhe und -weite.  Ihr könnt einen Schuss favorisieren und ihn damit für spätere Ansichten speichern.

Die Schüsse werden nach Treffpunkt am Ball sortiert, so könnt Ihr jede Schussart getrennt betrachten, und in einer Monatsansicht sehen, wann Ihr besonders gut in Form gewesen seid. Der Ball bietet eine tolle Möglichkeit, auch mal zu trainieren, wenn keiner der Freunde Zeit zum Kicken hat und man seine Schusstechnik ganz speziell schulen möchte. Allerdings: Durch den Smart Ball wird man natürlich nicht automatisch zum Top-Spieler. Selbst ausgesprochene Spezialisten wie Juninho, der 44 seiner 100 Tore für Olympique Lyon per direktem Freistoß erzielen konnte, durfte sich nicht allein auf diese Fähigkeit verlassen.

FAZIT: Nur eindimensionale Nutzung bei ruhenden Bällen möglich

Mit dem Smart Ball positioniert sich Adidas auf einem spannenden Markt. Die klugen Sportgeräte haben ein großes Potenzial zum Hit. Die Anwendungsmöglichkeiten sind derzeit allerdings noch äußerst beschränkt. Das umständliche Synchronisieren vor jedem Schuss und die recht eindimensionale Nutzung bei ruhenden Bällen berauben dem Sport  seiner größten Pluspunkte: Einfachheit und Geschwindigkeit.

Warten macht keinen Spaß, und nur mit ruhenden Bällen perfekt umgehen zu können, reicht nicht für eine erfolgreiche Karriere als Fußballer. Fürs Einzeltraining und bei zukünftiger Weiterentwicklung ist der Smart Ball aber ein spannendes Gadget.

Weitere Artikel zum Thema
Galaxy S8 soll Porträt-Modus per Update erhal­ten
Francis Lido
Das Galaxy S8 soll einen Porträt-Modus bekommen
Samsungs Kundendienst zufolge könnte das Galaxy S8 nachträglich einen Porträt-Modus erhalten – per Software-Update.
Hochauf­lö­sende Fotos vom iPhone X in freier Wild­bahn aufge­taucht
Michael Keller
Das iPhone X wurde offenbar in einer U-Bahn in China gesichtet
Das iPhone X kommt: Ein Nutzer hat Fotos veröffentlicht, die einen guten Eindruck davon vermitteln, wie das Gerät tatsächlich aussieht.
iOS 11.1: Apple veröf­fent­licht dritte Beta
Michael Keller
Mit iOS 11.1 kommt nach dem großen ein kleineres Update auf iPhone und Co.
Das Update auf iOS 11.1 nimmt Gestalt an: Apple hat bereits die dritte Beta an Entwickler und öffentliche Tester verteilt.