Mal lustig, mal peinlich: Werbespots von Apple und Co.

Die eigenen Vorzüge präsentieren – oder die Konkurrenz alt aussehen lassen: Die Konzepte der meisten Werbeclips für Smartphones und Tablets sind wenig innovativ. Um die Zuschauer dennoch zu fesseln, ist oft Humor das Mittel der Wahl.

Galaxy Gear und Galaxy Note 3: Wenn Handrücken entzücken

Peinlich ist dieser Werbespot, der die Vorzüge des Samsung Galaxy Note 3 und der Smartwatch Galaxy Gear aufzeigen soll: Der Protagonist des Videos beeindruckt die schöne Frau, indem er ihr ständig die Rückseite seiner Hand ins Gesicht hält. Abgesehen von dem reichlich überholten Verständnis von Geschlechterrollen und Flirtverhalten wirkt diese Geste nicht sonderlich sexy. Dazu ist der Film im Vergleich zu anderen Werbespots auch viel zu lang.

Samsung Galaxy S3: The next big Thing...

Etwas kreativer waren die Erfinder des Werbespots für das Galaxy S3: Die Menschen in der Warteschlange für das neue iPhone werden zunehmend unsicher, als jemand die Vorzüge des damaligen Samsung-Flaggschiffs präsentiert. Zugegeben: Es ist immer einfach, sich selbst besser aussehen zu lassen, wenn die Schwächen des Kontrahenten in den Vordergrund gestellt werden. Aber mit dem größten Hit im Rahmen des Feldzuges gegen Apple im Jahr 2012 hatte Samsung die Lacher auf seiner Seite.

Windows Laptops: Google ist böse

Wir können zwar nichts, aber das besser als die anderen: So lässt sich der Inhalt dieses Werbespots zusammenfassen. "Es ist kein echter Laptop ohne Windows und Office" – da fallen den geneigten Technikfreunden auf Anhieb bestimmt eine Menge spitzer Kommentare ein. Google sammelt also Daten der Nutzer? Das klingt aus dem Mund vom Gewinner des Big Brother Awards von 2002 dann doch etwas unglaubwürdig als Argument gegen das Chromebook.

HTC One M8: Stilvolles Blabla?

Aus dem Fenster gelehnt hat sich auch HTC mit seinem Werbeclip für das HTC One M8 – zumindest kommen die Macher ohne Verunglimpfung der Konkurrenten aus. Dafür gibt es viel Blabla, im direkten Sinne , wie Hollywoodstar Gary Oldman vor Augen führt. "Das neue HTC ist für Menschen entworfen, die ihre eigene Meinung telefonisch mitteilen", lautet die Botschaft. Zutreffend oder peinlich – in jedem Fall ein schmaler Grat.

Get a Mac: "Hello, I'm a PC"

Im Bereich der mobilen Geräte hat Apple sich in der Regel mit Werbespots stark auf die Features konzentriert, ohne Humor als Mittel einzusetzen. Zwar gab es in den 90er-Jahren einen für Apple-Verhältnisse sehr bunten Werbespot für die Newton-Reihe, allerdings setzt er schon eher auf Coolness. Anders die "Get a Mac"-Kampagne, die zwischen 2006 und 2010 lief – im Bereich der Computer schien es für den Konzern aus Cupertino eher geboten, sich mit Humor von der Konkurrenz abzugrenzen. In diesem Video soll ein PC die Begrüßungsworte zur WWDC 2009 sprechen – und scheitert angesichts seiner eigenen Unzulänglichkeiten.

Nokia Lumia 2520: Zeit verlieren als Feature

Reichlich gruselig ist der Werbespot von Nokia für das Lumia 2520: Mit dem Slogan "For Work. For Play." beworben, vertreibt das Gerät einem jungen Mann bei einem schauerlichen Friseur die Zeit, bis seine Haare die gewünschte Länge erreicht haben. Nicht nur, dass der ganze Spot sich stilistisch hart an der Grenze des guten Geschmacks bewegt – ein Tablet als zeitraubend darzustellen, erscheint verglichen mit anderen Werbestrategien eher kontraproduktiv.

Nokia Lumia 920: Wenn zwei sich streiten...

In diesem Werbevideo dient eine Hochzeit als Kulisse, auf der sich die Gäste während der Trauung über die Features ihrer Smartphones streiten: die Familie der Braut gegen die des Bräutigams, Apple gegen Android. Die Macher des Spots haben es geschafft, in kurzer Zeit viele Anspielungen auf die Schwächen beider Geräte unterzubringen. Wie so oft reicht das für ein Grinsen; ob es als Kaufanreiz dienlich ist, bleibt fraglich – das Nokia Lumia 920 selbst bleibt in diesem Clip blass.

Windows Phone: Ein Smartphone, das uns vor Smartphones beschützt

Den Nutzen von Apps im alltäglichen Leben herausstellen – das ist die Grundlage der meisten Werbespots für Smartphones. In diesem Spot wird der Spieß umgedreht: Die Menschen treten aufgrund der Nutzung des Handys von einem Fettnäpfchen ins nächste (auch hier: im direkten Sinne). Die Botschaft: Menschen müssen vor ihren Smartphones geschützt werden. Und als wäre die Unterstellung der Unselbstständigkeit nicht genug, ist der Retter – ein Smartphone. Really?

SoftBank: Genie oder Wahnsinn

Der für seine absurde Komik bekannte Regisseur Wes Anderson drehte für das japanische Telekommunikationsunternehmen SoftBank diesen Werbespot. Mit Brad Pitt. Und Pfadfindern. Und einem Aktmodell. Und Radrennfahrern. In Frankreich. Noch Fragen?


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