Medion Lifetab S7852 im Test: Preisbrecher mit Makel

Medion will sich mit aller Macht in den Android-Tablet-Markt etablieren und bringt mit dem neuen Lifetab S7852 ein verlockendes Angebot. Kann man sich aber nur über den Preis im Haifischbecken durchsetzen? Oder fressen Samsung, Asus und Co. den Billigheimer zum Frühstück? Wir haben den Preiskracher von Medion und ALDI für Euch getestet.

Wer soll da noch den Überblick behalten: Im Markt der sieben bis acht Zoll großen Tablets tummeln sich namenhafte Anbieter wie das Google Nexus 7, Asus FonePad 7, Archos 79 Xenon und diverse andere Hersteller. Alle buhlen um Eure Gunst. Genau in diesen Markt grätscht nun Medion mit dem Lifetab S7852 hinein.

Das Medion-Tablet kommt mit einem 7,85 Zoll großen IPS-Touchscreen mit einer Auflösung von 1.024 x 768 Pixeln, einem 1,6 GHz schnellen Quad-Core-Prozessor, 16 GB internem Speicher, einer 5-MP-Hauptkamera und hat für Videochats in der Front eine 2-MP-Kamera im Gepäck. All das kommt in einem schicken bräunlichem Alu-Gehäuse daher und erinnert uns doch auf den ersten Blick sehr an das iPad mini. Allerdings soll das Medion Lifetab S7852 nur 149 Euro kosten.

Die größte Schwäche ist das Display

Nene, so geht das nicht, Medion. Nicht im Jahr 2014, in dem sich unsere Augen längst an Retina und 4K gewöhnt haben. Nach dem Auspacken erwarten wir wegen der Haptik des Lifetab ein brillantes und gestochen scharfes Display. Und was bekommen wir? Bei 7,85 Zoll nur eine Auflösung nur 1024 x 768! Das kommt sehr unscharf daher. Auf die Dauer ermüdet das Display unsere Augen. Nur wenn wir uns immer wieder den Preis von 149 Euro vor Augen führen, dann ist das gering auflösende Display gerade noch zu verschmerzen.

Eine solides Arbeitsbienchen

Mit einem 1,6 GHz schnellem Quad-Core-Prozessor sollte das Lifetab S7852  gut gerüstet sein, um auch das eine oder andere leistungshungrige Spiel ruckelfrei darzustellen und den Tablet-Alltag ohne Probleme und lange Wartezeiten zu bewältigen. Das tut es auch. Spiele wie Real Racing 3 laufen geschmeidig, wenn sie erst einmal geladen ist. Hin und wieder kommt es aber einem so vor, als ob für einen Bruchteil einer Sekunde das Lifetab beim surfen im Netz, stöbern im App Drawer oder beim Wechseln in eine andere App kurz nachdenkt und dann erst weiterarbeitet. Vielleicht wird diese kleine "Gedenksekunde" durch künftige Software-Updates behoben. Schön wär's allemal.

Dafür sollten dank eines microSD-Card-Slots auf der Oberseite des Gerätes kaum Speicherplatz-Sorgen in Zukunft auftreten. Über diesen Slot lassen sich Speicherkarten mit einer Größe von bis 64 GB einsetzen und für Videos, Musik und Fotos nutzen. Reicht das immer noch nicht aus, dann ist zum Glück noch der microUSB Anschluss Host-fähig. Das bedeutet ganz einfach, dass mit dem mitgelieferten microUSB-auf-USB-Adapter auch USB-Sticks angeschlossen werden können.

Die Kamera-Qualität reicht aus

Die verbauten Kameras mit einer Auflösung von 5 Megapixel beziehungsweise 2 Megapixel erfüllen ihren Zweck, aber mehr auch nicht. Für Schnappschüsse kann man die Bilder verwenden, aber dann sollte man dem Autofokus der Hauptkamera ein wenig Zeit lassen, um das Objekt scharfzustellen.

Software - Android 4.4 mit ALDI und Medion-Beigeschmack

Bei der Software ist es Geschmackssache: Viele mögen die Hersteller-Zugaben, andere wollen lieber ein pures Android-Erlebnis ohne die von den Herstellern vorinstallierten Apps. Auch Medion und Aldi installieren auf dem Lifetab eigene Apps und vorgefertigte Widgets - automatisch direkt nach dem ersten Verbinden mit dem Internet. Zum Glück könnt Ihr die ganz einfach deinstallieren. Für den Einsteiger in die Android-Tablet-Welt sind die Herstellerzugaben keine schlechte Unterstützung, um sich mit der Android-Welt bekanntzumachen. Vor allem ist die kostenlose Dreingabe des Office-Pakets von Softmaker gut. Denn diese würde normalerweise insgesamt 15 Euro kosten.

Bonus - Infrarotsender inklusive

Es ist selten, dass ein Tablet oder auch Smartphone mit einem Infrarotsender ausgestattet werden. Da ist das Medion-Tablet eine positive Ausnahme. Leider stand uns zum Testzeitpunkt die passende Fernbedienungs-App noch nicht zur Verfügung. Medion hat allerdings versichert, dass zum Verkaufsstart ein Update verfügbar sein wird, in dem die Fernbedienungs-App enthalten sein wird.

Fazit:

Für einen Preis von nur 150 Euro hat Medion ein mit Blick auf Haptik und Design gutes Android-Tablet auf die Beine gestellt. Leider weckt das schlichte und elegante Design in Kombination mit dem Aluminum-Gehäuse auch große Erwartungen, die das Medion Lifetab aber nur zum Teil erfüllen kann. Vor allem das Display liefert matschige Bilder, wenn man die Konkurrenzprodukte der Nexus-Reihe oder das iPad mini kennt. So wurde anscheinend vor allem am Display gespart, um den Preis zu drücken. Wer mit weniger Pixeln leben kann, der wird sicher Spaß haben mit dem Medion-Tablet . Als Alternative in der 7- bis 8-Zoll-Kategorie bietet sich immer noch Google Nexus 7 an. Das Lifetab ist ab dem 8. Mai bei Aldi erhältlich.


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